Corona-Werte teilweise hoch

Riskante Länderspiele: In diesen Corona-Hotspots sind die Bayern-Stars im Einsatz - „Sind ja keine Vergnügungsreisen“

Coronavirus in Europa: Die aktuelle Corona-Grafik der ECDC zeigt die 14-Tage-Inzidenz in den europäischen Ländern.
+
Coronavirus in Europa: Die aktuelle Corona-Grafik der ECDC zeigt die 14-Tage-Inzidenz in den europäischen Ländern.

Reisen trotz Corona-Risiko? Beim FC Bayern machen sich dreizehn Spieler auf den Weg, um mit ihren Nationalmannschaften zu spielen. Einige begeben sich auf fragliche Touren.

München - Immerhin einer „durfte“ zu Hause bleiben, wenn auch nicht ganz freiwillig. Aber vielleicht ist es nach der Operation am rechten Knie für Joshua Kimmich* zumindest ein kleiner Trost, dass er in den kommenden zwei Wochen in der „Blase“ beim FC Bayern* bleiben darf – und nicht mit dem DFB* nach Leipzig und Sevilla reisen muss. So setzt sich der 25-Jährige nicht dem erhöhten Risiko einer Corona-Infektion* aus, das 13 Spieler des Rekordmeisters in Kauf nehmen, wenn sie ab sofort wieder für ihre Länder um die Welt reisen.

Coronavirus: FC-Bayern-Coach Hansi Flick vergleichsweise entspannt

Die Diskussion über Abstellungen hatte die Bundesliga* schon in der vergangenen Woche beschäftigt. Als erster Verein hatte Werder Bremen verkündet, keine Profis in Corona*-Risiko-Gebiete schicken zu wollen, an zahlreichen anderen Standorten herrschte ein Gemütszustand zwischen Ärger, Sorge und Unverständnis. Vergleichsweise entspannt hatte sich Hansi Flick gegeben. „Jeder einzelne geht gerne zu den Nationalmannschaften und spielt gerne für sein Land“, sagte der Bayern-Coach. Mit den Verbänden sei man im Austausch, bestätigte er.

So versuchen die Bayern das Corona-Risiko zu senken

Flick trainiert ab sofort wieder mit einer relativ kleinen Gruppe an der Säbener Straße, gestern schon bat er sechs Profis zur ersten Einheit. Marc Roca, Tiago Dantas, Javi Martinez, Tanguy Nianzou, Douglas Costa und Leroy Sané „durften“ also in München üben, wo der Corona-Inzidenzwert zwar auch inzwischen bei über 200 liegt – aber damit noch weit unter jenen Zahlen, die in den Reisezielen ihrer Kollegen gemessen wurden.

  • Luxemburg (602,5)
  • Österreich (467,3)

Trauriger Spitzenreiter ist Luxemburg, wo der Wert am Samstag bei 602,5 stand. David Alaba testet mit Österreich morgen Abend in Luxemburg-Stadt, ehe er in der Heimat auf Nordirland und Norwegen trifft – Inzidenz 467,3.

  • Frankreich (557,2)
  • Portugal (340,4)

Nicht viel weniger Risiko gehen die Franzosen ein, in deren Heimat der Wert bei 557,2 pro 100.000 Einwohnern liegt. In Saint Denis treffen Benjamin Pavard, Lucas Hernandez, Corentin Tolisso und Kingsley Coman mit der Équipe Tricolore auf Finnland und Schweden, dazwischen geht es aber gegen Portugal in Lissabon, wo 340,4 gemessen wurden.

  • Leipzig (42,5)
  • Spanien (305,0)

Das DFB-Team – zu dem Manuel Neuer, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Sané erst am Mittwoch stoßen – bezieht das Basis-Lager in Leipzig, wo die Inzidenz bei entspannten 42,5 steht. Beim Abstecher nach Sevilla, wo zwischen den Partien gegen Tschechien und die Ukraine die Partie gegen Spanien ansteht, wurden 305,0 gemessen. Der Tross reist wie gehabt in seiner „Blase“, die Zahl aber schwingt trotzdem mit.

  • Polen (438,5)
  • Italien (374,0)

Robert Lewandowski ist im polnischen Team gefragt, sowohl in der Heimat (438,5) als auch in Italien (374,0).

  • England/Wales (235,7)

Jamal Musiala reist zur U21 nach England (235,7), Chris Richards mit dem US-Team nach Wales (235,7) und Österreich (467,3). Am fraglichsten galt der Trip, den Eric Maxim Choupo-Moting mit dem Nationalteam Kameruns auf sich nehmen muss. In Kamerun (keine offiziellen Zahlen, hohe Dunkelziffer) und Mosambik (108) kämpft er um die Qualifikation zum Afrika Cup. Vor allem die lange Reise bereitete den Bayern Sorgen – aber sie ließen den Ersatz-Stürmer letztlich ziehen.

Aus dem Bundesinnenministerium gab es dafür Verständnis. Stephan Mayer, parlamentarischer Staatssekretär (CSU), sagt: „Das sind ja keine Vergnügungsreisen.“ Es sind Dienstreisen – begleitet von Bauchweh. (Hanna Raif) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Mit unserem brandneuen FC-Bayern-Newsletter verpassen Sie nichts, was sich in der Welt des Triple-Siegers tut. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

Auch interessant

Kommentare