Zwei Talente schon wieder weg

Kritik an Leihrückkehrer beim FC Bayern: Wer muss gehen, wer darf bleiben?

Joshua Zirkzee und Chris Richards sind nach Leihe zum FC Bayern zurückgekehrt. Dürfen sie bleiben?
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Joshua Zirkzee und Chris Richards sind nach Leihe zum FC Bayern zurückgekehrt. Dürfen sie bleiben?

Der FC Bayern verspricht sich von Leihen eine Entwicklung seiner Talente. Bei Joshua Zirkzee und Michael Cuisance ging der Plan nicht auf - beide Sorgenkinder stehen vor einem erneuten Abschied. Es gibt aber auch einen Hoffnungsträger.

München - Beim FC Bayern* hat letzte Woche eine neue Zeitrechnung begonnen. Trainingsstart unter dem neuen Coach Julian Nagelsmann*. Während die EM-Fahrer noch im wohlverdienten Urlaub weilen, haben die Ersatzspieler nun die Chance unter dem neuen Trainer auf sich aufmerksam zu machen. Besonders die jungen Talente, die in der vergangenen Saison noch verliehen waren, wollen sich beweisen - wenn sie denn dürfen.

FC Bayern: Zwei Leihrückkehrer schon wieder weg – was wird aus Zirkzee, Cuisance und Richards?

Für die Eigengewächse Adrian Fein und Lars Lukas Mai stand kurz nach ihrer Rückkehr an die Säbener Straße direkt die nächste Leihe an. Mittelfeldspieler Fein wechselt zum Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth und Mai zu Absteiger Werder Bremen. Dasselbe Schicksal könnte auch Joshua Zirkzee* und Michael Cuisance ereilen, deren Auslandsaufenthalte nicht von Erfolg gekrönt waren. Chris Richards* hingegen könnte den nächsten Schritt beim deutschen Rekordmeister gehen.

Joshua Zirkzee zurück im Bayern-Training – Sky-Experte fällt vernichtendes Urteil

Joshua Zirkzee kam 2017 von Feyenoord Rotterdam in die Jugend der Bayern. Der Stürmer erwischte einen Traumstart und erzielte Ende 2019 in seinen ersten beiden Kurzeinsätzen in der Bundesliga jeweils einen Treffer. Doch für die Saison 2020/21 wurde mit Eric Maxim Choupo-Moting ein neuer Angreifer verpflichtet, weshalb es für Zirkzee in der Hinrunde nur noch zu drei weiteren Ligaspielen reichte.

Joshua Zirkzee beim FC Bayern:

  • seit 2017 beim FC Bayern, Vertrag bis 2023
  • 17 Spiele, vier Tore
  • in der Rückrunde 2020/21 an FC Parma verliehen

Für die Rückrunde wurde der Holländer nach Parma verliehen und erlebte den nächsten Rückschlag. Zirkzee kam verletzungsbedingt nur auf vier Einwechslungen und stieg mit dem Klub am Saisonende ab. „Das zieht sich wie ein roter Faden bei ihm durch. Mir fehlt die Gier, da verspringt mal ein Ball und es scheint ihm einfach egal zu sein. Wenn er so weitermacht, verschenkt er sein Talent“, kritisiert Sky-Reporter Torben Hoffmann. Nach Informationen von Sky laufen derzeit Gespräche zwischen dem Zirkzee-Lager und einigen Bundesligisten. Ein Verbleib in München ist demnach äußerst unwahrscheinlich.

FC Bayern will Michael Cuisance verkaufen – Lob von Nagelsmann

Nach einem Jahr Leihe bei Olympique Marseille mischt auch Michael Cuisance wieder im Bayern-Training mit. Der 21-jährige Mittelfeldspieler hat sich in den letzten beiden Jahren zum Münchner Sorgenkind entwickelt. In seiner französischen Heimat konnte Cuisance nach einer wechselhaften Saison nicht überzeugen, weshalb OM erwartungsgemäß die vereinbarte Kaufoption in kolportiert zweistelliger Millionenhöhe verstreichen ließ. In seinem ersten Jahr in München nach dem Wechsel aus Mönchengladbach konnte er sich weder unter Niko Kovac noch unter Hansi Flick durchsetzen und wurde nur elfmal eingesetzt.

Michael Cuisance beim FC Bayern:

  • seit 2019 beim FC Bayern, Vertrag bis 2024
  • elf Spiele, ein Tor
  • in der Saison 2020/21 an Olympique Marseille verliehen

Cuisance will seine zweite Chance nutzen und endlich durchstarten. Der technisch versierte Franzose wirkt im Training hochmotiviert und verdiente sich sogar Lob von Julian Nagelsmann. „Sehr gut Micka, weiter so“, rief der neue FCB-Coach. Sollte Cuisance in den nächsten Wochen überzeugen, darf er womöglich bleiben. Bei einem lukrativen Angebot würden die Verantwortlichen aber wohl einem Verkauf zustimmen. Letztendlich hängt die Entscheidung wohl an Nagelsmann*.

FC Bayern: Chris Richards gilt als Hoffnungsträger – darf er bleiben?

Chris Richards wechselte 2018 vom FC Dallas in die Münchner Jugendabteilung. In der Hinrunde 2020/21 kam der Abwehrmann immerhin auf sieben Pflichtspiele und wusste durchaus zu überzeugen. Für die Rückrunde wurde Richards an die TSG Hoffenheim verliehen, um mehr Spielpraxis zu erhalten. Der Plan ging auf. Der US-Nationalspieler eroberte sich unter seinem ehemaligen Trainer Sebastian Hoeneß, mit dem er mit Bayern II Drittligameister 2020 wurde, auf Anhieb einen Stammplatz. Richards machte dreizehn Pflichtspiele und hat bewiesen, dass er Bundesliga-Niveau hat.

Chris Richards beim FC Bayern:

  • seit 2018 beim FC Bayern, Vertrag bis 2023
  • acht Spiele, kein Tor
  • in der Rückrunde 2020/21 an die TSG Hoffenheim verliehen

Nach den Abgängen in der Abwehr von David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez könnte der 21-Jährige beim FC Bayern eine neue Rolle einnehmen. Zudem will Nagelsmann eine Dreierkette einstudieren. Das könnte Richards entgegenkommen, er kennt das System aus Hoffenheim. Eine finale Entscheidung fällt auch hier erst zum Ende des Transferfensters und hängt stark von Nagelsmann ab. Mit Hoffenheim stünde jedenfalls ein Abnehmer parat.

FC Bayern sucht neuen Müller und Lahm – Nagelsmann soll die Talente fördern

In den nächsten Wochen wird zu beobachten sein, ob sich die Leihrückkehrer beim FC Bayern dauerhaft durchsetzen können. Sky-Reporter Hoffmann hat allerdings seine Zweifel. „Da bin ich gespannt, wer das auf Strecke schaffen wird. Sie konnten in ihren Leihen nicht wirklich überzeugen“, sagt der Ex-Profi.

Nagelsmann arbeitet gerne mit jungen Spielern. Der FC Bayern hofft, dass unter dem neuen Trainer einige Talente den Sprung nach oben schaffen. „Das ist der Auftrag, dass er die Verzahnung vom Campus schafft. Das Potenzial zu nutzen und die Spieler oben heranzuführen. Das ist ein langer Weg, ein Prozess, den wird Nagelsmann aber voranbringen“, erklärt Hoffmann. Mal sehen, wie viele Nachwuchsstars am Ende der Transferperiode in München übrig bleiben. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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