Neuzugang immer besser in Fahrt

Endlich angekommen? Sané aktuell überragend - Extra-Lob von Flick

Leroy Sané und Mats Hummels im Zweikampf.
+
Leroy Sané und Mats Hummels im Zweikampf.

Leroy Sané scheint beim FC Bayern endlich angekommen. Das unterstrich der 25-Jährige mit einer starken Leistung gegen den BVB. Dafür gab‘s sogar ein Extra-Lob von Hansi Flick.

München - Leroy Sané verfügt über ein gesundes Selbstbewusstsein und den nötigen Schuss Humor. Seit Jahren versieht der 25-Jährige jeden Beitrag von sich in den sozialen Medien mit dem Hashtag #inSané. Ein Konglomerat aus dem englischen Wort insane, das so viel wie verrückt oder wahnsinnig bedeutet, und seinem Nachnamen. Im Zusammenhang mit Fußball wird insane als positive Beschreibung für atemberaubende Tore oder Dribblings genutzt. Auch am Samstagabend meldete sich Sané digital zu Wort, schrieb nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund (4:2): „Die drei Punkte bleiben in München! #inSané“.

Und tatsächlich: Das Prädikat unglaublich (gut) hatte sich der Flügelflitzer im Bundesliga-Topspiel redlich verdient. Sané war – ähnlich wie Kingsley Coman auf dem anderen Flügel – einer dieser nervtötenden Irrwische gewesen, die die BVB-Abwehr dauerhaft malträtierten und geduldig nach Lücken suchten. „Er war entscheidend dafür, dass wir den Anschlusstreffer gemacht haben“, sagte Hansi Flick. Sané hatte Nico Schulz vor dem 1:2 mit einem angetäuschten Schuss und einem blitzschnellen Haken ins Leere laufen lassen. Seine Hereingabe mit dem schwächeren rechten Fuß drückte Robert Lewandowski problemlos über die Linie. Wettbewerbsübergreifend bereits Sanés zehnte Torvorlage im 31. Einsatz, dazu kommen acht eigene Treffer.

FC Bayern: Endlich angekommen? Sané überragt zuletzt - und bekommt Extra-Lob von Flick

Flick meinte nach dem BVB-Spiel: „Er hat – wie die gesamte Mannschaft – überragende 70 Minuten gespielt. Genau so stellen wir uns das Ganze auch vor.“ Diese Worte sind die mit Abstand größte Würdigung, die der Bayern-Trainer seinem Königstransfer seit dem Sommer zuteil werden ließ. Zur Erinnerung: Am 19. Dezember 2020, vor rund drei Monaten, hatte Flick noch für ein mittelschweres Erdbeben im Bayern-Kosmos gesorgt, als er Sané beim Gastspiel in Leverkusen zunächst ein- und 36 Minuten später bereits wieder ausgewechselt hatte.

Video: FC Bayern - BVB: Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc sehen sich benachteiligt

Ein Grund dafür: In der internen Hackordnung stand der gebürtige Essener damals hinter Thomas Müller und Serge Gnabry. Sané verstand das Signal von Flick, der bereits zuvor immer wieder das Defensivverhalten des Offensivmannes bemängelt hatte. Sané ließ sich nicht hängen, sondern kniete sich rein.

Den endgültigen Beweis, dass der 25-Jährige beim FC Bayern angekommen ist, lieferte er gegen Dortmund in Minute 88 ab. Emre Can hatte den Ball erobert, Sané jagte hinterher, setzte seinen Körper robust ein und gewann das Duell. Wenige Sekunden später zappelte das Leder nach Leon Goretzkas Schuss im BVB-Kasten. Sané hatte Gegenpressing vom Allerfeinsten gezeigt, Flick dürfte an der Seitenlinie das Herz aufgegangen sein.

FC Bayern: Coman musste gegen BVB vor Sané raus - warum verlängert der Franzose nicht?

Dass der Bayern-Trainer nach 66 Minuten Coman – und nicht etwa Sané – gegen Serge Gnabry ausgetauscht hatte, erwies sich als gute Entscheidung. Und diese zeigte zugleich: Die Kräfteverhältnisse in der Bayern-Offensive haben sich verschoben. Zugegeben, Gnabry ist nach einem Muskelfaserriss noch nicht wieder bei 100 Prozent. Der Weg zurück in die Startelf und vorbei an Sané aber dürfte so leicht nicht werden.

Sané nämlich scheint nach seinem im August 2019 erlittenen Kreuzbandriss endgültig auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Flick hat in den kommenden Wochen also die Qual der Wahl. Das ist sowohl für den Trainer als auch die Klubbosse keine schlechte Situation. Denn: Laut Kicker ziert Coman sich, seinen noch bis 2023 laufenden Vertrag vorzeitig um drei weitere Jahre zu verlängern. Ein erstes Angebot des Klubs hat er demnach abgelehnt, die Verhandlungen sind vorerst unterbrochen.

Coman hat ganz offensichtlich andere Vorstellungen davon, wie ihm der Verein die viel zitierte Wertschätzung (zu Deutsch: Geld) entgegenbringen soll. Zwei starke Flügel-Konkurrenten wie Sané und Gnabry stärken in dieser Angelegenheit allerdings wohl eher die Position des FC Bayern als die von Champions-League-Held Coman. jau

Auch interessant

Kommentare