„Leroy muss das wollen“

Nagelsmann-Neuzugang plötzlich gefragt: Bringt ER Sané wieder in die Spur?

FC Bayern Training, Muenchen: Teampsychologe Maximilian Pelka im Gespräch mit Leroy Sane
+
FC Bayern: Teampsychologe Maximilian Pelka suchte beim Training das Gespräch mit Leroy Sané.

Schwache Leistungen und Pfiffe der Fans: Bleibt Leroy Sané erstmal auf der Bank? Das wird Nagelsmann auch mit dem neuen Teampsychologen der Bayern diskutieren.

München - Keinen Monat ist es her, dass Dr. Maximilian Pelka seine Arbeit als Teampsychologe des FC Bayern aufgenommen hat. Er war wie Trainer Julian Nagelsmann von Leipzig nach München gewechselt. Nun ist der 33-Jährige bei Leroy Sané (25) direkt gefordert. Die Pfiffe und der hämische Applaus nach seiner Auswechslung haben dem nominellen Superstar zugesetzt.

Sané, der in der Branche ohnehin als sensibler Typ gilt, beschäftigt die Reaktion der Fans nach wie vor. Cheftrainer Nagelsmann steht in den nächsten Partien vor der Länderspielpause vor der schwierigen Frage: Leroy angesichts seiner schwachen Vorstellungen auf der Bank lassen oder sein Selbstbewusstsein mit Einsätzen stärken? Diese Thematik wird Nagelsmann auch mit seinem Teampsychologen diskutieren: Hilft Pelka Sané aus der Krise?

FC Bayern: Neuer Mental-Coach in München - Einzelgespräche mit Leroy Sané?

Auffällig: Der Teampsychologe sucht auch auf dem Trainingsplatz immer wieder das Gespräch mit dem Flügelspieler. Es geht Pelka darum, mit Einzelgesprächen den persönlichen Kontakt zum Spieler aufzubauen. Allerdings muss Sané bereit sein, sich darauf einzulassen. Erst dann kann er sich vertraulich mit Pelka über Geschehnisse im Training oder Spiel unterhalten.

Interessant: Bei der Entscheidung, einen Mental-Trainer im Verein zu installieren, waren auch die Spieler involviert. „Ich habe mich schon in den vergangenen Jahren immer wieder mit unseren Spielern über das Thema Mental-Coach ausgetauscht. Es geht darum, dass wir als Verein besser werden und so die Spieler unterstützen, besser zu werden. Ein Mental-Coach ist ein Angebot, das jeder individuell nutzen kann“, so Sportvorstand Hasan Salihamidzic zur tz.

FC-Bayern-Kollegen verteidigen Leroy Sané: „Von uns wird Leroy immer geschützt“

Sané erhält in dieser schwierigen Phase nicht nur Unterstützung vom Teampsychologen, sondern von vielen Seiten. Selbst Köln-Trainer Steffen Baumgart stellt sich hinter den Linksfuß und polterte bei ran: „Mich stören einfach die Jungs, die da draußen pfeifen und wenn man sich die anguckt, dann können die nicht mal drei Meter geradeaus laufen. Mir gefällt das nicht, dass Leute von außen der Meinung sind, sie müssen sich kundtun und Leute auspfeifen und nicht annähernd in der Lage sind, das zu leisten, was der Junge leistet.“

Mitspieler Joshua Kimmich (26) bezeichnete die Aktion als „frech“ und „bitter“. Auch Salihamidzic kritisierte das Verhalten der Fans scharf. „Klar, Leroy hat kein Riesenspiel gemacht. Aber wir erwarten immer, dass die Spieler von unseren Fans unterstützt werden. Wir können nicht einen Einzelnen auspfeifen lassen in der Allianz Arena. Das geht gar nicht“, sagt er und versicherte: „Von uns wird Leroy immer geschützt.“

„Leroy muss das wollen“: FC-Bayern-Bosse wollen Sané aus der Krise helfen

Lediglich FCB-Vorstandschef Oliver Kahn bewertete die Fan-Wut gegen Sané etwas kühler: „Ich wurde anfangs auch ausgepfiffen, als ich frisch in München war. Das ist nichts Schönes. Es geht jetzt aber darum, es wegzustecken und zu verarbeiten.“

Es sei die Aufgabe des Klubs, sich um die Spieler zu kümmern. „Was können wir tun, dass Leroy seine Leistung bringen will? Es gehören immer zwei dazu“, stellt Kahn aber auch fest. „Leroy muss das wollen. Wir sind jederzeit bereit, ihm zu helfen.“ Darum schrieb auch Trainer Julian Nagelsmann seinem Schützling unmittelbar nach der Köln-Partie eine SMS: „Ich werde ihn jetzt nicht plakativ in den Arm nehmen, sondern will ihm helfen, wieder an sein Top-Level heranzukommen.“ (bok/pk)

Auch interessant

Kommentare