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DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel

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Bei James und Coutinho lief es nicht gut

Sané und die Last des Preisschildes: Prominente Vorgänger sind gescheitert - Doch er hat einen Vorteil

Mit Leroy Sané hat der FC Bayern seinen Königstransfer für diesen Sommer sehr wahrscheinlich schon getätigt. Das Attribut sollte jedoch Warnung genug sein.

  • Mit Leroy Sané* hat der FC Bayern* mal wieder einen Star für viel Geld verpflichtet.
  • Diese Rechnung ging in den vergangenen Jahren kaum einmal auf.
  • Aber im Gegensatz zu anderen teuren Zugängen hat der Neu-Münchner einen Vorteil.

München - Im Fußball gibt es Statistiken zu allem. Ballbesitz, Zweikampfwerte und Passquoten sind Standard, interessanter sind längst Dinge wie Effizienz vor dem Tor, angekommene Flanken, Treffer mit links oder rechts oder aus bestimmten Winkeln. Es geht um die Details, und wer die vergangene Woche beim FC Bayern verfolgt hat, würde sich über eine Erweiterung des Kategorien-Katalogs nicht wundern. Sie würde den Titel „Sané-Tore“ tragen. Im Training, wohlgemerkt.

Seit Montag also ist er da, der Superstar in Reihen des FC Bayern. Das Interesse an seinen ersten Trainingseinheiten war groß, die ganze Woche. Jeder Pass, jede Übung, jeder bange Blick ans operierte Knie wurde registriert, von Fotografen festgehalten und blitzschnell verbreitet. Die einhellige Meinung: Sané, 49 Millionen Euro schwer, macht einen guten Eindruck, ist spritzig, motiviert und technisch eins a.

Sané beim FC Bayern: Ausgangssituation erinnert an James oder Coutinho

Diese oder ähnliche Worte las man aber auch, als etwa James Rodriguez und Philippe Coutinho ihre ersten Schritte in München machten. Beide als Stars verpflichtet, mit dickem Preisschild behangen - und wie sich später rausstellte: kein echter Mehrwert für den FC Bayern.

James startete im Juli 2017, an seinem Geburtstag. Die Kollegen gaben gleich ein Ständchen zum Besten, und man war guter Dinge, dass der Torschützenkönig der WM 2014 dem Team auf und neben dem Platz den nötigen Glanz verleihen würde. Zwei Mal 6,5 Millionen Euro hatte man sich die Leihe von Real Madrid kosten lassen, zwei Jahre später wären 42 Millionen Euro Ablöse fällig gewesen. Man zahlte sie nicht. James war - wie jetzt Coutinho, der 120 Millionen Euro teuer gewesen wäre - nur eine kleine Episode an der Säbener Straße. Als Star gekommen, als unzufriedener Ersatzspieler gegangen.

Sané beim FC Bayern: Langfristiger Vertrag sollte Flügelspieler Sicherheit geben

Freilich geht man bei den Bayern davon aus, dass Sané mit Umfeld, Druck und Bürde des Star-Status besser zurechtkommt als seine beiden prominenten Vorgänger. Auch der Ex-Schalker Joel Matip - heute in Diensten des FC Liverpool - sagte am Donnerstag: „Er ist ein Topspieler. Er wird den Bayern leider viel Freude machen.“

Der Nationalspieler ist in Deutschland aufgewachsen, kennt die Liga, seine Mitspieler, weiß genau, worauf er sich eingelassen hat. Zudem muss er bei den Bayern, die ihn gleich für fünf Jahre gebunden haben, nicht um ein langfristiges Engagement kämpfen.

Transfer mit großen Hoffnungen: Philippe Coutinho (M.) hätte zum teuersten Bayern-Profi überhaupt aufsteigen können.

Sané beim FC Bayern: Hernandez und Tolisso als mahnende Beispiele

Wie schwer es trotzdem ist, hohen Transfersummen gerecht zu werden, können in München zahlreiche Spieler erzählen. In der laufenden Saison blieb vor allem Lucas Hernandez - von Verletzungen gebeutelt - weit hinter den Erwartungen zurück, die die Summe von 80 Millionen Euro aufgebaut hatte.

Auch Corentin Tolisso, hinter dem Weltmeister und Sané mit 41,5 Millionen Euro bisher der drittteuerste Transfer der Vereinsgeschichte*, spielte in den vergangenen drei Jahren nicht die große Rolle, die für ihn vorgesehen war. Für Mario Götze - 2013 für 37 Millionen Euro geholt - war die Münchner Zeit ein echter Karriere-Hemmer. Die letzten „Teuren“, die richtig einschlugen: Arturo Vidal (39 Millionen Euro im Jahr 2015) und natürlich Javi Martinez (40 Millionen Euro/2012).

Sané beim FC Bayern: Ihm sollen eher Talente als weitere Stars folgen

Es ist sicher kein Zufall, dass Karl-Heinz Rummenigge erst im Laufe der Woche ankündigte, den Kader „in den nächsten zwei Jahren mit Talenten verbreitern“ zu wollen - „nicht mit Stars!“ Sané wird die Augen also wohl lange auf sich ziehen – und damit zurechtkommen müssen, dass jede seiner Bewegungen seziert werden wird. Ein gutes Spiel - und er ist genial. Ein schlechtes - und er ist ein Flop. So ist das Leben als Star beim FC Bayern.

In der Statistik zählen aber am Ende: Tore, Tore, Tore. (Hanna Raif) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © AFP / CHRISTOF STACHE

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