„Geht auf seine Kappe“

„Vercoacht“? Matthäus mit Knallhart-Kritik gegen Bayern-Trainer Nagelsmann

Lothar Matthäus gibt Bayern-Trainer Julian Nagelsmann eine Mitschuld an der Niederlage gegen Frankfurt - vor allem eine Personalentscheidung verwundert ihn.

München - Der FC Bayern* muss seine erste Niederlage unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann* verdauen. Am Sonntag verlor der Rekordmeister sein Heimspiel trotz Führung mit 1:2 gegen das bis dahin sieglose Eintracht Frankfurt. Während Nagelsmann & Co. nun die Pleite aufarbeiten, hat Lothar Matthäus* bereits eine erste Fehleranalyse gestellt. Der Ex-Bayern-Kapitän nimmt vor allem Nagelsmann ins Visier und rät einem Spieler zum Abschied.

Matthäus war am Sonntagnachmittag selbst im Stadion und erlebte die überraschende Niederlage mit eigenen Augen. Die Weltklasse-Leistung von Eintracht-Torwart Kevin Trapp und die schlechte Chancenverwertung der Bayern* seien entscheidend gewesen, in der zweiten Halbzeit fehlte der richtige Plan. Eine Sache war dem Rekordnationalspieler aber ein Dorn im Auge.

FC Bayern: Sky-Experte Matthäus erhebt heftigen Vorwurf gegen Trainer Nagelsmann

„Wenn man Julian etwas vorwerfen kann, dann die etwas verwunderliche Auswechslung taktischer Natur, als er Sabitzer für Süle bringt, diesen allerdings auf die rechte Verteidiger-Position stellt“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. Nagelsmann hatte Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer nach 75 Minuten für Niklas Süle eingewechselt. Nur acht Minuten später erzielte sein Gegenspieler Filip Kostic das spielentscheidende 2:1 für die Frankfurter Eintracht.

„Ich bin ein großer Verfechter davon, dass man Spieler auf ihrer besten Position einsetzt, und die ist bei Marcel mit Sicherheit nicht hinten rechts. Man hat den Gegner damit unnötig stark gemacht“, schrieb der 60-Jährige Matthäus. „Sabitzer ist nun wirklich alles, aber kein Rechtsverteidiger. Seine Stärken liegen nicht in der Defensive. Ich will nicht so weit gehen und sagen, dass sich Nagelsmann vercoacht hat, aber das geht auf seine Kappe“, kritisierte Matthäus.

Sky-Experte Lothar Matthäus kritisiert Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Die taktische Variante mit dem Österreicher „ging nach hinten los“, solche überraschenden Wechsel kenne Matthäus nur von Ex-FCB-Coach Pep Guardiola. Stattdessen hätte er mit Youngster Josip Stanisic gerechnet. Der gelernte Rechtsverteidiger Bouna Sarr musste auf der Bank schmoren. Matthäus sieht in dem Franzosen keinen Bayern-Spieler und legt ihm einen Vereinswechsel nahe.

FC Bayern: Matthäus sieht in Sabitzer nur Ersatzmann

Sabitzer kommt seit seinem Wechsel von Leipzig nach München Ende August noch nicht richtig in Schwung. Für den flexiblen Mittelfeldspieler, der in Sachsen unter Nagelsmann RB-Kapitän war, reichte es nur zu sechs Einwechslungen.

„Wenn alle Spieler fit und in Form sind, ist für den Leipziger Neuzugang in der ersten Elf kein Platz. Seine Top-Position ist zentral. An Kimmich und Goretzka ist aber kein Vorbeikommen. Und die offensiven Flügelspieler sind im Normalfall auch vor ihm gesetzt“, ordnet Matthäus ein. Sabitzer sei aber eine sehr gute Alternative, die den Kader vor allem in der Breite verstärkt. In Zukunft wird Matthäus wohl noch etwas mehr Zeit haben, den FC Bayern zu beobachten: Seine fünfte Scheidung ist offiziell bestätigt. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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