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Matthäus legt Finger in die Wunde: „Die klassische FC-Bayern-DNA fehlt“

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Von: Florian Schimak

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Der FC Bayern ist wie bereits im Vorjahr im Viertelfinale der Champions League gescheitert. Für Lothar Matthäus läuft beim Rekordmeister grundsätzlich etwas schief.

München - Der Traum vom Titel in der Champions League ist für den FC Bayern München - wie bereits im Vorjahr - im Viertelfinale ausgeträumt. Da man dieses Mal aber nicht an der Superstar-Truppe von PSG, sondern an Außenseiter FC Villarreal scheiterte, liegt für Lothar Matthäus bei den Münchnern einiges im Argen.

Im kicker schießt der Rekordnationalspieler scharf gegen die FCB-Führung! Vor allem die Aussagen direkt nach dem Spiel hätten Matthäus verwundert. „Die klassische FC-Bayern-DNA fehlt“, schreibt der 60-Jährige: „Nicht, dass es wieder heißt, ich schieße gegen Oliver Kahn oder Hasan Salihamidzic, das hat damit nichts zu tun. Es geht nicht um Personalien, sondern den FC Bayern. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben diesem Verein mit ihrer Art am besten geholfen, auch von der menschlichen, einer väterlichen Seite.“

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Ein entscheidender Teil sei beim FC Bayern dabei in der jüngeren Vergangenheit abhandengekommen. „Alles wirkte persönlicher, das Familiäre und Miteinander ist weggebrochen, zuletzt gab es das unter Hansi Flick“, schreibt Matthäus in seiner kicker-Kolumne weiter.

Auch mit Kritik am Führungsstil von Kahn spart der Weltmeister von 1990 nicht. „Oliver Kahn hat als Spieler Klartext geredet. Es wäre schön, wenn er dahin zurückkehren würde“, so Matthäus: „Er kann nicht sagen, dass man mit der eigenen Leistung zufrieden ist und bei Villarreal die Taktik nicht gesehen hat. Wenn dies das Anspruchsdenken des FC Bayern ist, dann ist er in die falsche Richtung gerudert.“

FC Bayern: Frühes CL-Aus hat sich laut Matthäus bereits vor Monaten angedeutet

Rumms! Das hat gesessen! Das frühe Aus in Königsklasse habe sich in den letzten Monaten angedeutet. Bereits bei der Jahreshauptversammlung und der Katar-Diskussion sah Matthäus Führungsprobleme bei den Bayern. Hinzu kamen die Corona-Problematik und die Vertragsdiskussionen um Leistungsträger wie Manuel Neuer, Robert Lewandowski und Thomas Müller.

„So etwas kann eine Kabine nicht ausblenden“, schreibt Matthäus: „Die Unruhe außerhalb des Platzes überträgt sich aufs Spielfeld, wenn Vertragsverlängerungen ein größeres Thema sind als ein Sieg gegen den FC Augsburg.“

Dennoch, dabei ist sich Matthäus sicher, wird der FC Bayern zum Ende der Saison die zehnte Meisterschaft in Folge feiern. „Im Hinterkopf bleibt dennoch, dass man nicht gegen Liverpool, Manchester City oder Real Madrid, sondern gegen den FC Villarreal ausgeschieden ist. Ein großer Wermutstropfen!“ (smk)

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