Stimmen zum Bundesliga-Auswärtsspiel

FC Bayern: Nach dem Rückschlag bei Union läuten die Alarmglocken - Flick sagt „schwere Saison“ vorher

Bayern-Trainer Hansi Flick ist immer top vorbereitet.
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Bayern-Trainer Hansi Flick ist immer top vorbereitet.

Der FC Bayern ist zum Auftakt der Englischen Woche in der Bundesliga in der Alten Försterei bei Union Berlin zu Gast. Die Stimmen zum Spiel.

  • Der FC Bayern will in den letzten drei Spielen des Jahres seine Tabellenführung in der Bundesliga verteidigen.
  • In Ost-Berlin gegen Union kam der Rekordmeister nicht über ein 1:1 hinaus - steht aber weiterhin an der Tabellenspitze.
  • Vor und nach dem Spiel an der Alten Försterei gab es Redebedarf - die Stimmen zum Spiel.

Berlin - Der FC Bayern steht vor dem Jahresendspurt in der Bundesliga. Bevor das Jahr nächste Woche mit Spielen gegen Wolfsburg und in Leverkusen abgeschlossen wird, ging es an die Alte Försterei zu Union Berlin. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 1:1-Unentschieden.

„Wenn wir die drei Spiele erfolgreich bestreiten, ist es ein absolut traumhaftes Jahr“, sagte Trainer Hansi Flick. Nachdem der 55-Jährige unter der Woche einige Stars wie Robert Lewandowski und David Alaba schonen konnte, schickte Flick in Berlin nahezu wieder seine Bestelf ins Rennen.

Ein Torschütze aus dem Moskau-Spiel trat die Reise nach Ost-Berlin hingegen gar nicht an. Niklas Süle bekam in der Königsklasse einen Schlag aufs Knie und blieb nach verpasstem Abschlusstraining vorsorglich in München. Auch Tanguy Nianzou war nicht dabei. Der Franzose zog sich im Abschlusstraining einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel zu. Zudem stand Coco Tolisso auf der Kippe. Der Franzose verpasste verletzungsbedingt die letzten drei Partien, stand aber in Berlin wieder im Kader und wurde eingewechselt.

Unter der Woche sorgte die endlose Vertrags-Posse um David Alaba erneut für viel Wirbel. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich in italienischen Medien über den Abwehrchef. Kurze Zeit später gab es im Fall Alaba eine unerwartete Wende. Darüber und noch viel mehr gab es Redebedarf.

Wir fassen die Stimmen der Beteiligten zum Spiel des FC Bayern bei Union Berlin auf Sky zusammen.

Hansi Flick (Trainer FC Bayern) nach dem Spiel über...

...die gegnerischen Standards: „Das Tor für Union war nicht gut verteidigt. Das war genau der Punkt. Wir wollten, dass einer blockt. Die ersten Minuten waren wir eh nicht auf dem Platz. Da kommt so ein Standardtor dann mal vor. Wenn der erste Ball schon gefährlich wird... das Selbstvertrauen war nicht da.“

...die vielen Chancen von Union: „Man hat eher den sicheren Ball gespielt. Da war ich nicht zufrieden und ich habe es angesprochen in der Halbzeit. Wir wollten mutiger spielen und die Räume besser besetzen. Ich war mit der zweiten Halbzeit zufriedener, aber wir können besser Fußball spielen.“

...das hohe Verteidigen: „Der Gegner kam trotzdem zu Chancen. Unsere Idee ist, den Gegner unter Druck zu setzen. Das hat heute nicht so geklappt. Wir wussten vorher, dass es eine schwere Saison wird.“

...den ausgewechselten Leon Goretzka: „Er hat bei einem Sprint was gespürt. Hoffentlich ist es keine schwere Verletzung.“

...Tanguy Nianzou: „Er hat einen Muskelbündelriss, im hinteren Bereich.“

...Niklas Süle: „Er hat einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Es war heute nicht möglich, vielleicht ist er am Mittwoch wieder dabei.“

Thomas Müller (Spieler FC Bayern) nach dem Spiel über...

...fehlende Konzentration: „Wir geraten zu oft in Rückstand, heute ging das sehr schnell. Wenn man hier in Berlin früh in Rückstand gerät, wird es schwierig. Das hat Union in die Karten gespielt. Man schafft es dann nicht immer, das Spiel zu drehen.“

...fehlende Präzision: „Wir waren technisch zu unsauber. Union hat die Räume sehr eng gemacht, aber wir haben es nicht geschafft uns in der gegnerischen Hälfte fest zuspielen.“

...die Schlussphase: „Wir haben noch gedrückt und wollten den Lucky Punch setzen. Am Ende geht das Remis aber in Ordnung.“

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern) nach dem Spiel über...

...sein Fazit: „Wir haben nicht so gut ausgesehen und haben Torchancen zugelassen. Wir hätten am Ende aber auch den Lucky Punch machen können.“

...den Rückstand: „Es hatte sich abgezeichnet, dass wir das erste Gegentor kassieren. Es gab zu viele Kontersituationen, da müssen wir aufpassen.“

...die vielen Gegentore: „Wir hätten gerne zu null gespielt. Es nervt als Torwart immer.“

...die Müdigkeit: „Wir suchen keine Ausreden, das wäre zu einfach. Wir konnten gegen Moskau rotieren. Es sind einfache Fehler, die uns nicht passieren dürfen. Wir müssen in Zukunft wieder öfter zu null spielen.“

Urs Fischer (Trainer Union Berlin) nach dem Spiel über...

...den vergebenen Sieg: „Die Möglichkeiten wären da gewesen. Wir waren zu unpräzise und haben es nicht konsequent zu Ende gespielt. Auf der anderen Seite hätte es aber auch einschlagen können, deswegen bin ich mit dem Punkt zufrieden.“

...Taiwo Awoniyi: „Er hat eine unheimliche Wucht und macht die Bälle sehr gut fest. Er ist sehr schnell, das hat man heute sehr gut gesehen.“

...Luthe statt Karius im Tor: „Ich habe allen Spielern gratuliert, wir brauchten eine gute Mannschaftsleistung. Er hat wirklich sehr gut gehalten. Die Torhüter waren heute auf beiden Seiten wirklich klasse.“

...Hansi Flick: „Er ist sehr authentisch. Was er sagt, meint er auch so. Man kann ihn nicht genug loben. Was Hansi da geleistet hat, da muss man wirklich ein Kompliment machen.“

...das harte Programm: „Wir wollen sehr gut regenerieren. Stuttgart ist sehr gut unterwegs, das hat man heute gesehen. Die anderen Teams interessieren mich noch nicht.“

...eine Feier nach dem Spiel: „Ich denke schon, dass es noch ein Bierchen geben wird. Danach geht es aber an die Analyse.“

Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin) nach dem Spiel über...

...den Punkt: „Ich glaube, es ist gerecht. Luthe hat am Ende überragend gehalten. Wir hatten aber auch einige Dinger.“

...das Tor: „Wir studieren viele Sachen ein. Ich bin froh, dass es diesmal geklappt hat.“

...seine Standards: „Wir trainieren das zweimal die Woche. Da wollen wir dran bleiben.“

...das Spiel: „Wir wissen, dass Bayern alle drei Tage ein Spiel hat. Heute war es sehr, sehr gut von uns.“

Grischa Prömel (Spieler Union Berlin) nach dem Spiel über...

...sein erstes Bundesligator: „Wir haben das unter der Woche trainiert. Der Trimmi bringt die Bälle genau. Mein Vater hat vor dem Spiel geschrieben, dass ich endlich treffen soll.“

...Union: „Wir sind extrem kompakt und gut organisiert und können Fußball spielen. Die Bayern waren heute schlagbar, da müssen wir weitermachen.“

Lothar Matthäus (Sky-Experte) vor dem Spiel über...

...Leroy Sané: „Er hatte eine schwere Verletzung und kommt in eine erfolgreiche Mannschaft rein. Sané muss mehr kommen, vor allem in der Rückwärtsbewegung. Er ist noch nicht bei hundert Prozent. Er hat zuletzt viel gespielt und braucht eine Pause.“

...Jamal Musiala: „Mal spielt er auf der Sechs, mal auf der Acht oder der Zehn. Er erinnert mich sehr an einen anderen Spieler.“ Auf Nachfrage des Moderators, wen er denn meine, antwortet Matthäus: „Der sitzt ganz nah bei dir.“ Der Rekordnationalspieler vergleich also Musiala mit sich selbst in jungen Jahren.

Hansi Flick (Trainer FC Bayern) vor dem Spiel über...

...Spielvorbereitung/Analyse: „Wolfsburg ist schon vorbereitet, ganz klar. Es ist sehr kurzfristig alles, deswegen müssen wir vorarbeiten.“

...Zwischenziele bis Weihnachten: „Wir wollen die Spiele gewinnen. Die Formkurve unserer Gegner ist weit oben, es gibt keine leichten Aufgaben. Aber wir wollen alle neun Punkte holen, jeder Punkt zählt.“

...die Wichtigkeit ohne Gegentor zu bleiben: „Wir wollen immer zu null spielen, das zeigt, dass wir gut gearbeitet haben. Vorne wollen wir aber auch Tore schießen.“

...Joshua Kimmich: „Er hat wieder trainiert. Man darf aber keinen Schritt zu früh machen. Wir haben aber auch nichts dagegen, wenn es erst ab Januar wieder klappt. Er ist ein wahnsinniger Profi und arbeitet sehr hart. Er hatte sicher auch Zweifel, aber wir geben ihm die Zeit, die er braucht.“

Robert Andrich (verletzter Spieler von Union Berlin) vor dem Spiel über...

...sein gewagtes Outfit: „Naja zum Glück musste ich noch nicht so oft hier stehen, da habe ich gedacht, ich schaue mal tiefer in den Kleidungsschrank.“

...seine Rote Karte: „Zwei Nächte hat es mich geärgert, aber ich versuche daraus zu lernen.“

...die Taktik: „Wir müssen versuchen, wenige Torchancen zuzulassen. Wir müssen aber auch nach vorne mit unseren schnellen Spielern etwas versuchen.“

...Unions Spielstil: „Im Zweikampf eine kleine Nickeligkeit, etwas nerven. Wenn wir den Ball gewinnen, sollten wir versuchen mit kurzen Pässen die Pressing-Linie zu überspielen. Dann ist was drin gegen die Bayern.“

Urs Fischer (Trainer Union Berlin) vor dem Spiel über...

...die Taktik gegen Bayern: „Max wird fehlen, aber ist nicht da. Es gilt das als Mannschaft zu kompensieren, ich traue das meiner Mannschaft zu.“

...die Vorbereitung: „Wir kennen ihre Stärken und Schwächen. Wir müssen ihre Stärken in den Griff bekommen und die eine oder andere Schwäche ausnutzen.“

...sein System: „Das System ist egal. Die Jungs müssen überzeugt sein. Wir müssen Druckphasen aushalten und uns aber auch mit dem Ball befreien.“

...Standards: „Es ist ein sehr wichtiges Element, Standards können Spiele entscheiden. Wir haben es bislang gut gemacht, es gibt aber auch Luft nach oben. Wir haben angesprochen, Standards zu provozieren.“

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