Rekordnationalspieler im Interview

FC Bayern: Lothar Matthäus ist jetzt doch Greenkeeper in der Allianz Arena

Lothar Matthäus stellte für das Vereinsmagazin des FC Bayern seine Greenkeeper-Fähigkeiten unter Beweis
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Lothar Matthäus stellte für das Vereinsmagazin des FC Bayern seine Greenkeeper-Fähigkeiten unter Beweis.

Lothar Matthäus spricht im Vereinsmagazin des FC Bayern über den legendären Greenkeeper-Spruch von Uli Hoeneß, die Liebe zum Fußball und Smartphone-Nutzung im Social-Media-Zeitalter.

München - „Solange ich und der Kalle Rummenigge etwas zu sagen haben, wird der nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.“ Diese Ansage aus dem Jahr 2002 von Bayern-Patron Uli Hoeneß in Richtung seines langjährigen Kapitäns Lothar Matthäus hat in der Fußballwelt Kult-Status erreicht. Von allen Streitgesprächen mit Bayern-Verantwortlichen hätte ihn diese Aussage am meisten getroffen, berichtet Matthäus in der aktuellen Ausgabe des FC-Bayern-Magazins „51“.

FC Bayern: Matthäus am Ziel der Träume? Endlich Greenkeeper in der Allianz Arena

„Wir haben uns zu meiner aktiven Zeit öfter mal angeschrien, aber wir sind beide Menschen mit großem Herz, von daher kam es auch immer wieder schnell zur Versöhnung, weil wir ja wussten, dass wir eigentlich das gleiche Ziel haben. Über die Greenkeeper-Aussage können wir nun auch längst beide lachen. Uli hat mir erst jetzt wieder gesagt, dass ihm dieser Ausspruch schon am nächsten Tag leid tat“, sagt der Rekord-Nationalspieler heute darüber – und beweist Selbstironie. Für das Titelbild des Mitglieder-Magazins schwang sich Lothar kurzerhand auf einen Rasenmähertraktor und pflügte über den heiligen Rasen der Allianz Arena.

Matthäus, der am 21. März seinen 60. Geburtstag feiert, hatte zu seiner aktiven Zeit selbst den einen oder anderen emotionalen Ausraster vor laufender Kamera, als er beispielsweise 1994 nach einem 2:2 in Karlsruhe total ausflippte und auf Schiedsrichter Hellmut Krug verbal losging. „Im Nachhinein hätte ich da anders reagieren müssen. Aber in der Situation kam alles zusammen, ich musste Dampf ablassen. In dem Spiel wurde unter anderem Sammy Kuffour vom Platz gestellt, mein Ziehsohn, über den ich immer die schützende Hand gehalten habe. Wir standen enorm unter Druck“, sagt Matthäus heute und erklärt: „Das war bekloppt, da bin ich ehrlich. Da sind mir die Gäule durchgegangen. So was ist aber nicht nur mir passiert – wenn ich da an Uli Hoeneß oder Oliver Kahn denke. Fußball ist am Ende auch Emotion, auch dafür gehen die Leute ins Stadion.“

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Auch zum Thema Social Media äußert sich der Weltfußballer von 1991: „Ach, Uli wusste damals auch immer, wenn wir noch nachts um zwei Uhr im P1 waren. Die Geschwindigkeit heute ist sicher eine andere, und der Ton ist aggressiver. Ich finde, man muss es selbst kontrollieren. Bei mir bleibt das Smartphone auch mal in der Tasche, weil es mich immer traurig macht, wenn sich Leute gegenübersitzen, aber nicht mitei­nander reden und nur aufs Display starren. Oft geht mir das Persönliche heute zu sehr verloren.“

Übrigens: An einen anderen Deutschen Meister als den FC Bayern glaubt Matthäus in absehbarer Zeit nicht.

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