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Bayern-Juwel feiert Premiere - nur wenige Minuten später stirbt sein prominenter Opa

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Von: Uli Kellner

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Lucas Copado feierte gegen Gladbach sein Bundesliga-Debüt.
Lucas Copado feierte gegen Gladbach sein Bundesliga-Debüt. © MIS / Imago

Er war ein echtes Unikat, seinen Namen kennt die Münchner Fußball-Szene bestens. Nun ist Anton Schrobenhauser tot - sein Herzenswunsch ging aber noch in Erfüllung.

Unterhaching – Bevor Anton Schrobenhauser für immer die Augen zumachte, ging für ihn ein letzter Herzenswunsch in Erfüllung. In Fröttmaning, 20 Kilometer nördlich von Schrobenhausers Anwesen, kam Lucas Copado zu seinem Profidebüt im Trikot des FC Bayern; der Enkel des Unterhachinger Bauunternehmers wurde in der Schlussphase des Gladbach-Spiels eingewechselt.

Nach langer schwerer Krankheit hatte sich abgezeichnet, dass es mit der Kraft des 66-Jährigen zu Ende gehen würde. Copado jr., der am 10. Januar seinen 18. Geburtstag feiert, noch ein paar Minuten auf dem Rasen erlebt zu haben, sei ihm ein Anliegen gewesen. Danach konnte er gehen. Offiziellen Angaben zufolge trat sein Tod am späten Freitagabend ein.

Anton Schobenhauser: Macher bei der SpVgg Unterhaching

Unterhaching verliert mit Schrobenhauser einen seiner prominentesten und einflussreichsten Bewohner, die örtliche Spielvereinigung ihren früheren Macher. Schrobenhauser, in den 70ern dritter Torwart beim FC Bayern (hinter Sepp Maier und Walter Junghans), hatte Haching als Mäzen und Funktionär bis hinauf in den Profifußball gepusht. Sein Geschick als Schatzmeister trug dazu bei, dass die Rot-Blauen 1999 sogar in die Bundesliga aufstiegen und zwei Spielzeiten lang für Furore sorgten (inklusive Meisterschützenhilfe für den FC Bayern). Zuvor hatte Schrobenhauser auch als Trainer gewirkt und nachhaltige Jugendfußballprojekte angestoßen und unterstützt („Kids to Life“).

Fußballverrückt: Schrobenhauser als Torwart beim FCB und als Haching-Trainer.
Fußballverrückt: Schrobenhauser als Torwart beim FCB und als Haching-Trainer. © Imago

„Die Nachricht von Antons Tod hat den gesamten Verein zutiefst getroffen“, erklärte Präsident Manfred Schwabl im Nachruf auf der Vereins-Homepage. Schwabl selber wurde ja quasi von den Hachinger Urvätern Schrobenhauser und Engelbert Kupka ins Funktionärswesen eingeführt, zunächst als Nachwuchskoordinator, später als Präsident. Was ihm am einstigen Macher imponierte, betonte er im Gespräch mit unserer Zeitung: „Toni hatte das Herz am rechten Fleck, war oft sehr emotional, aber das bin ich auch. Wir haben uns ab und zu gefetzt, aber auch wieder ausg’redt. Alles immer im Sinne der Sache. Ohne Visionäre wie ihn geht nichts im Fußball.“

Gesehen hatten sich Schwabl und sein Ex-Mentor letztmals im Herbst. Auch krankheitsbedingt habe sich Schrobenhauser immer mehr zurückgezogen. Aber, sagt Schwabl voller Hochachtung: „Er war ein Kämpfer, hat nie gejammert – auch das war typisch Toni.“ (Uli Kellner)

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