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Überraschung im Fall Hernandéz! Drohende Haftstrafe rückt nun noch näher

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Von: José Carlos Menzel López

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Überraschung im Fall Hernandez! Der FCB-Star flog bereits am Montag nach Madrid, um dort bei der spanischen Justiz vorstellig zu werden. Das hat nun Folgen.

München/ Madrid - Am Dienstag wird’s ernst für Lucas Hernández! Dachte man zumindest. Denn: Wie die tz exklusiv berichtete, sollte der Bayern-Verteidiger aufgrund der Missachtung eines Kontaktverbots zu seiner Ehefrau Amelia am Dienstag um 11 Uhr vor dem 32. Strafgericht in Madrid erscheinen – Hernández wurde laut offizieller Mitteilung der spanischen Justiz aber bereits am Montag vorstellig.

Während seine Kameraden beim FC Bayern am Vormittag nach dem 5:1-Sieg am Sonntag in Leverkusen eine Regenerationseinheit absolvierten, flog Hernández früher als geplant in die spanische Hauptdtadt. Dort wurde ihm sein Vollstreckungsbescheid formell zugestellt, demzufolge er innerhalb der nächsten zehn Tage zur Verbüßung einer sechsmonatigen Haftstrafe in die JVA seiner Wahl einrücken soll. Da er einen Tag früher nach Madrid reiste, müsste er nun auch einen Tag früher, also am 28. Oktober, seine Strafe antreten. Muss Hernández tatsächlich in Haft?

FC Bayern: Überraschung im Fall Hernandéz! Warum dem FCB-Star aber trotzdem eine Haftstrafe droht

Unklar. Fakt ist: Das Urteil ist rechtskräftig. Daher haben seine Anwälte bereits bei der nächsthöheren Instanz, in diesem Fall die Audiencia Provincial de Madrid (vergleichbar mit einem Landgericht, d. Red.) Rechtsmittel eingelegt. Die entscheidende Frage ist nun: Wie schnell mahlen die juristischen Mühlen beim Landgericht? Die Erfahrung sagt: eher nicht so zügig.

Wird der Berufung nicht spätestens vor dem 28. Oktober stattgegeben, so muss der Weltmeister in den Reihen des Rekordmeisters seine Haftstrafe zumindest antreten. Da Hernández zwei Vorstrafen aufgrund von Körperverletzung im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt aufweist, kann die sechsmonatige Haftstrafe – eigentlich – nicht ausgesetzt werden. Nun sind seine Anwälte gefragt.

Das Hauptargument, auf das die Lucas-Seite seine Berufung stützen dürfte, ist das Eingeständnis seiner heutigen Gattin. Schließlich willigte Amelia ein, gemeinsam mit dem Fußball-Star trotz der bestehenden Kontaktsperre zu verreisen. Ein Blick in die Jurisprudenz zeigt jedoch, dass dies in Spanien keineswegs als strafmildernder Umstand angesehen wird.

FC Bayern: Hernandéz droht Haft - muss FCB sechs Monate auf ihn verzichten?

Das Tribunal Supremo (vergleichbar mit dem deutschen Bundesgerichtshof) wies 2020 etwa ein Berufungsverfahren zurück, in dem der Beschuldigte – ähnlich wie Hernández – mit dem Eingeständnis der Partnerin ein Kontaktverbot missachtet hatte. Im Urteil heißt es: „Das Strafgesetzbuch sieht unter den allgemeinen Rechtfertigungsgründen nicht das Eingeständnis des Opfers vor.“ Ein Präzedenzfall, auf den sich das Landgericht nun stützen könnte.

Was das für die Bayern heißt? „Ich bin froh, wenn er am Mittwoch in Lissabon wieder zur Mannschaft stößt und dann spielen kann“, meinte Cheftrainer Julian Nagelsmann im BR. „Da spreche ich jetzt auch nicht großartig mit ihm. Es ist ein privates Thema, was er auch privat halten soll.“ Thomas Müller meinte nach dem 5:1 in Leverkusen: „Mich hat es für Lucas gefreut, dass er heute eine solche Leistung gezeigt hat. Ich kenne die Brisanz nicht genau, aber es könnte einen schon beschäftigen, deshalb: Hut ab für eine solche Leistung.“

Vorstandsboss Oliver Kahn fügte an: „Man muss verstehen, dass das eine private Sache von Lucas ist. Darüber hinaus geht es um juristische Verfahren. Ich denke, es gibt auch ein großes Verständnis dafür, dass wir uns im Rahmen dieser Verfahren dazu auch nicht äußern werden.“ Die Zeit tickt für Lucas. Neun Tage noch… José Carlos Menzel López

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