Besondere Beziehung zu manchen Stars

FC Bayern: Er ist das Transfer-Adlerauge, aber niemand kennt ihn: So tickt Salihamidzic-Schattenmann Neppe

Marco Neppe (l.) sitzt mit Mütze und Maske neben Hasan Salihamidzic auf einem Schalensitz
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Der große Unbekannte: Marco Neppe (l.) ist der wichtigste Mitarbeiter von Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Beim FC Bayern ist Hasan Salihamidzic als Sportvorstand für die Zusammensetzung der Mannschaft zuständig. Der Bosnier vertraut dabei besonders auf das Urteil seines Chefscouts Marco Neppe.

München - Einer der engsten Vertrauten von Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) sitzt bei Geisterspielen in der Allianz Arena stets zwischen „Auswechsel“- und Pressetribüne: Chefscout Marco Neppe (34). Das Duo tauscht sich täglich aus, aktualisiert regelmäßig gemeinsam das sogenannte Schattenteam: Diese Vorgehensweise hat Salihamidzic installiert, seitdem er gemeinsam mit Neppe das Scouting-System bei den Roten revolutioniert hat, um stets eine Elf mit potenziellen Neuzugängen präsentieren zu können.

Salihamidzic ist im Vorstand federführend für Transfer- und Kaderplanung verantwortlich, Neppe als Chefscout in alles eingebunden. Zusammen haben sie Juwele wie Alphonso Davies (20/ kam als 17-jähriger Unbekannter aus Kanada nach München) entdeckt oder Jamal Musiala (18/ kam im Sommer 2019 vom FC Chelsea) verpflichtet.

FC Bayern und der Chefscout: Salihamidzic lobt Neppe in Mitteilung über Musiala-Vertrag

Als der FC Bayern vergangene Woche darüber informierte, dass Musiala seinen ersten Profi-Vertrag in München bis 2026 unterschrieben hat, wurde in der offiziellen Erklärung auch explizit die Arbeit von Neppe gelobt. „Bevor Jamal im Sommer 2019 zum FC Bayern kam, mussten und konnten wir ihn und seine Familie von unserem Projekt überzeugen. Ich bin sehr zufrieden, dass unser System, talentierte Spieler zu entdecken, sie zu entwickeln und dann in die Profimannschaft zu inte­grieren, Früchte trägt. Unser Chefscout Marco Neppe hat hier eine ganz wesentliche Arbeit geleistet“, wurde Salihamidzic zitiert.

Nur wenige Tage später sickerte durch, dass Neppe vom Chefscout zum Technischen Direktor befördert werden soll. Diesen Posten hatte beim deutschen Rekordmeister zuletzt Michael Reschke inne, der 2014 von Bayer Leverkusen nach München kam und Neppe damals mitbrachte. Reschke war der große Förderer Neppes, genauso wie von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt. Alle drei arbeiteten einst gemeinsam in Leverkusen, ehe sich ihre Wege trennten.

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FC Bayern und der Chefscout: Neppe war auch an Transfers von Kimmich oder Coman beteiligt

Neppe schärfte im Haifischbecken FCB von Jahr zu Jahr sein Profil - vor allem deshalb, weil er bei den Transfers der heutigen Triple-Helden Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Niklas Süle, Leon Goretzka sowie Champions-League-Siegtorschütze Kingsley Coman seine Finger im Spiel hatte. Neppe stieg nach Reschkes Abschied im Sommer 2017 unter Salihamidzic zum Chefscout auf. Wenn man in die Branche hineinhorcht, schwärmt so gut wie jeder von Neppe - egal ob Berater, Spieler oder Vereinsverantwortlicher.

Tenor: Marco sei fleißig, smart, kompetent und angenehm im Umgang. Ein Grund, weshalb Spieler wie Kimmich oder Gnabry sich gerne mit ihm austauschen. Was an Neppe ebenfalls geschätzt wird: Er beschäftigt sich auch intensiv mit den Campus-Talenten und ist dort regelmäßig präsent. „Wie wir diskutieren auf allen Ebenen des Scoutings, also vom 15-jährigen Talent bis zur Ebene des internationalen Top-Stars, das ist außergewöhnlich“, sagt Salihamidzic über den Chefscout und baldigen Technischen Direktor.

Über das Fußball- und Transfergeschäft sagt Neppe: „Der Markt ist gläsern. Jeder kennt jeden Spieler.“ Und wer das beste Konzept vorlegen kann und schnell handelt, bekommt dann seine Wunschspieler. (Manuel Bonke)

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