tz-Interview

Mazinho: "Ich fahre auf jeden Fall nach Berlin"

+
Mazinho im Interview mit tz-Reporter J. Carlos Menzel Lopez (l.). Mazinho wurde 1994 Weltmeister mit Brasilien, seine beiden Söhne stehen sich nun im Champions-League-Halbfinale in Barcelona gegenüber

München - Am Mittwoch treffen seine Söhne Thiago und Rafinha im Halbfinale der Champions League aufeinander: Die tz sprach mit Mazinho, Weltmeister von 1994.

Mazinho ist überpünktlich. Fünf Minuten zu früh erscheint der Weltmeister von 1994 zum Interview mit der tz in der Pizzeria Casanova in Castelldefels bei Barcelona, wo auch Messi Stammgast ist. Dunkelblaues Hemd, Pulli geschultert und ein breites Lächeln auf den Lippen. Kein Wunder. Mittwoch treffen seine Söhne Thiago und Rafinha im Halbfinale der Champions League aufeinander. Der eine bei Bayern, der andere bei BarÇa. Warum Mazinho der heimliche Gewinner ist, verriet er der tz.

Mazinho, wird das Ihr schwerstes Spiel?

Mazinho: Keineswegs! Ich hoffe nur, dass meine beiden Söhne auf dem Platz stehen. Ich selbst werde die Partie aber wie ein Kind genießen.

Wem drücken Sie die Daumen?

Mazinho: Schwierig, mein Herz ist in zwei geteilt. Schließlich geht es hier um meine Söhne, ich will für beide nur das Beste. Es kann zwar nur einer ins Finale, aber dennoch: Für mich ist es ein Segen, zwei Söhne in derartigen Konditionen zu haben. Ich danke Gott dafür jeden Tag.

Hätten Sie so ein Spiel jemals für möglich gehalten?

Mazinho: Ehrlich gesagt, nein. Für mich war es schon großartig, als Thiago und Rafinha damals in der Königsklasse zusammenspielten und 2012 gegen das Benfica von Rodrigo trafen, einen guten Freund der Familie. Eine Situation wie jetzt hätte ich mir aber nie erträumen lassen.

Wie ist es um den Familiensegen bestimmt? Sprechen die zwei noch miteinander?

Mazinho: Sie sind doch nur Kinder. Und Freunde. Sie reden immerzu miteinander, stehen sich sehr nahe. Klar, den ein oder anderen Spruch gab es schon, aber immer auf gesunder Ebene.

Aber wenn es um den Sieg geht...

Mazinho: … sind sich beide sehr ähnlich. Keiner will verlieren. Nie. Ihre Freundschaft zueinander wird das aber keinesfalls gefährden.

Klingt so, als seien Sie am Mittwoch der stolzeste Papa der Welt.

Mazinho: Kann man so sagen, ja. Und wer weiß: Vielleicht stehen sich beide auch bei der nächsten WM mit Spanien und Brasilien gegenüber.

Wie gefällt es Thiago in München?

Mazinho: Er fühlt sich wahnsinnig wohl. Klub, Umgang, Arbeitsweise, Mitspieler – all das macht ihn sehr glücklich. Und wenn er spielt, natürlich noch mehr.

Die Hoffnungen der Bayernfans ruhen mehr denn je auf seinen Küsten.

Mazinho: Wenn er konzentriert und bei der Sache ist, kann er dem Spiel der Bayern vieles geben.

Trauen Sie ihm zu, die angeschlagenen Bayern gegen Barcelona zu retten?

Mazinho: Eine Mannschaft alleine retten? Das kann nur einer und der heißt Messi. Thiago kann viel beisteuern, aber nicht die Mannschaft alleine tragen.

Ihre Meinung zu den Ärzten?

Mazinho: Schauen Sie sich doch nur die ganzen Spieler an, die erst nicht in einem angemessenen Zeitraum zurückgekommen sind und sich dann erneut verletzt haben. Für uns war es damals um einiges leichter, ihn zu Dr. Cugat nach Barcelona zu holen. Hier war er daheim und von seiner Familie umgeben. Für ihn war es eine schwere Zeit, denn nach den Rückfällen mussten wir ihm regelrecht den Kopf waschen, damit er ohne Angst aufs Feld zurückkehrt. Jetzt ist er aber wieder zurück, das Knie zu 200 Prozent fit und das macht uns glücklich.

Wie genau kam es damals dazu, dass er nach München wechselte?

Mazinho: Ich glaube, dass Barcelona Geld brauchte. Andernfalls hätten Sie wohl kaum einen Spieler verkauft, der in der BarÇa-Akademie groß wurde, die BarÇa-DNA mitbrachte und als Xavi-Thronfolger gehandelt wurde. Kein Klub der Welt lässt so einen Spieler gehen, zumindest nicht ohne davor auf ihn zuzugehen. Dann kam Tottenham, Manchester, Madrid und die Bayern mit Guardiola, die in fußballerischer Hinsicht am interessantesten waren. Und Thiago wollte eben Fußball spielen.

Jetzt sogar gegen seinen Bruder. Wie viele Ticketwünsche mussten Sie schon erfüllen?

Mazinho: Einige. Das Problem ist, dass der Klub mir keine mehr geben mag. Dabei kommen sogar Freunde aus Brasilien. Und soll ich Ihnen mal etwas sagen?

Bitte!

Mazinho: Viele bitten mich sogar schon um Finaltickets. Aber das Gute ist: Egal ob der eine oder der andere Sohn gewinnt – der Papa fährt sicher nach Berlin. Interview:

José Carlos Menzel López

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sammer: Anruf bei Hoeneß nach öffentlicher Kritik
Sammer: Anruf bei Hoeneß nach öffentlicher Kritik
Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Wegen „Robbery“ und Alonso: Dem FC Bayern drohen Probleme
Wegen „Robbery“ und Alonso: Dem FC Bayern drohen Probleme
<center>Brotzeit-Brettl mit Messer</center>

Brotzeit-Brettl mit Messer

6,65 €
Brotzeit-Brettl mit Messer
<center>HEILAND Doppelbockliqueur</center>

HEILAND Doppelbockliqueur

25,50 €
HEILAND Doppelbockliqueur
<center>Brotzeit-Brettl "Brotzeit"</center>

Brotzeit-Brettl "Brotzeit"

4,85 €
Brotzeit-Brettl "Brotzeit"
<center>Bayerisches Schmankerl-Memo</center>

Bayerisches Schmankerl-Memo

9,95 €
Bayerisches Schmankerl-Memo

Kommentare