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FC Bayern dominant wie nie - Europas Konkurrenz blickt neidisch nach München

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Von: José Carlos Menzel López

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Ein allzu bekanntes Bild: Jubelnde Bayern-Spieler. Hier feiert Robert Lewandowski (M.) mit Malik Tillman (l.) und Jamal Musiala.
Ein allzu bekanntes Bild: Jubelnde Bayern-Spieler. Hier feiert Robert Lewandowski (M.) mit Malik Tillman (l.) und Jamal Musiala. © Tobias Hase/dpa

Die Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga ist kein neues Phänomen - schon jahrelang thront der FCB an der Spitze. Diese Art sportlicher Konstanz sucht europaweit ihresgleichen.

München - Kaum ist die Hinserie zu Ende gespielt, stimmt die Bundesliga wieder ihre mittlerweile traditionellen Klagelieder an. Insbesondere im Westen der Republik ist das Leid im Winter meistens schon so groß, dass Jahr für Jahr derselbe Kummer gepredigt wird. Bayern ist zu stark. Bayern hat zu viel Geld. Und Bayern kauft unsere ganzen Spieler weg.

Jammern könnten auch die Bayern mit Blick auf ihre europäischen Konkurrenten, die teilweise nicht nur von ganzen Staaten finanziert werden, sondern – siehe David Alaba – ebenfalls ihre Spieler dank exorbitanter Gehälter abwerben. Und auch wenn der FC Bayern nicht an die wirtschaftliche Macht so mancher Scheichklubs heranreicht, so spricht der Blick auf die sportliche Seite eine ziemlich eindeutige Sprache. So konstant erfolgreich wie Bayern ist in Europas Top5-Ligen nämlich kein anderer Verein.

Nur in Italien gab es eine ähnliche Dominanz - doch Juve konnte sich nicht halten

Im Ligabetrieb sowieso nicht. Lediglich in Italien kürte sich Juventus Turin von 2012 bis 2020 wie Bayern aktuell neun Mal in Folge zum Meister, was jedoch insbesondere im wirtschaftlichen Absturz der beiden Mailänder Großkaliber AC und Inter begründet lag. Kaum schlossen ihre langjährigen Mäzene Silvio Berlusconi und Massimo Moratti 2017 und 2014 den Geldhahn, ging es mit beiden Klubs bergab. Und nun? Befindet sich die Führung der Turiner wegen vermeintlich fiktiver Gewinne im Fokus der italienischen Finanzpolizei, in der Tabelle liegt Juve auf Platz sieben zwölf Punkte hinter dem Tabellenführer namens – genau – Inter Mailand.

Im Rest Europas bietet sich ein ähnliches Bild. In Spanien liegt Vorjahresmeister Atlético Madrid nach drei Pleiten in Folge auf Rang fünf, das schuldengeplagte, in die Europa League abgerutschte Barcelona der Post-Messi-Ära sogar auf Platz sieben. In Frankreich dominiert heuer wieder der Katar-Klub Paris St. Germain, der Titelverteidiger Lille befindet sich auf Tabellenplatz elf. Und was ist eigentlich aus Bayerns früherem CL-Dauerkontrahenten Lyon geworden? Olympique tummelt sich mittlerweile in der Europa League und belegt in der Liga den tristen Platz 13. Ganz zu schweigen vom englischen Rekordmeister Manchester United, der seit dem Abschied der Trainerlegende Sir Alex Ferguson keinen Ligatitel mehr gewonnen hat und in der Premier League auf Rang sechs 17 Punkte hinter Stadtrivale und Spitzenreiter City liegt.

„Der Erfolg des FC Bayern muss mit mehr als nur dem Geld erklärt werden“

„Der Erfolg des FC Bayern muss mit mehr als nur dem Geld erklärt werden“, unterstrich FCB-Präsident Herbert Hainer jüngst im Doppelpass. „Wir schaffen es auch, Kimmich und Goretzka zu halten, obwohl genügend Angebote aus dem Ausland da sind.“ Warum? Weil Bayern „leistungsgerecht“ bezahle, vor allem aber – national wie international – eine konstante Erfolgsgarantie bietet. In den vergangenen zehn Jahren hat es der bayerische Vorzeigeklub sieben Mal mindestens ins Halbfinale der Champions League geschafft, diese in zwei Fällen sogar gewonnen. Dazu kommen neun von zehn Meistertiteln, fünf von zehn DFB-Pokalen. Langjährige Konstanz, wie sie in Europa ihresgleichen sucht.

Und wo liegt nun die Lösung für die Liga-Langeweile? „Auch wir wollen doch einen stärkeren Wettbewerb in Deutschland haben. Aber wir können uns doch nicht selbst schwächer machen“, so Hainer mit Blick auf die jammernde „Konkurrenz“. Vielleicht muss diese auch schlichtweg kreativer zu Werke gehen. Beispiel Spanien: Dort liegt der FC Sevilla mit einem Gehaltsetat von rund 200 Millionen Euro auf Platz zwei sechs Punkte hinter dem Tabellenführer Real Madrid mit einem Budget von über 700 Millionen. Ein Spiel weniger gespielt haben die Andalusier ebenfalls. Kämpfen statt klagen. José Carlos Menzel López

Der FC Bayern plant seinen Kader für die kommenden Jahre. Ohne Niklas Süle und Kingsley Coman? FCB-Präsident Herbert Hainer wird deutlich.

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