Mehr als acht Jahre beim FCB

FC Bayern: Langjähriger Mitarbeiter packt über umstrittenen Coach aus - „FC Bayern in die Moderne geführt“

Michael Henke (Mitte) zwischen Ottmar Hitzfeld (l.) und Uli Hoeneß (r.) im Jahr 2003.
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Michael Henke (Mitte) zwischen Ottmar Hitzfeld (l.) und Uli Hoeneß (r.) im Jahr 2003.

Michael Henke erlebte beim FC Bayern neben Trainer-Ikone Ottmar Hitzfeld auch Jürgen Klinsmann und sprach offen über die kurze Amtszeit des Schwaben.

  • Als Co-Trainer und Chef-Analytiker war Michael Henke mehr als acht Jahre beim FC Bayern im Amt.
  • Der 63-Jährige bekam damals auch die Klinsmann-Verpflichtung sowie dessen Entlassung mit.
  • Der oftmals kritisierte Trainer soll den Verein an vielen Stellen modernisiert haben.

München - Vor allem an der Seite von Trainer-Ikone Ottmar Hitzfeld wurde Michael Henke in der Bundesliga bekannt, für den FC Bayern München war er jahrelang als Co-Trainer sowie Chef-Analytiker tätig. Während seiner Zeit beim Rekordmeister erlebte er große Siege und bittere Niederlagen. Der 63-Jährige sprach in einem Interview auch über den wohl umstrittensten Bayern-Trainer der letzten Jahre.

FC Bayern: Langjähriger Assistenz-Trainer Henke lobt Klinsmann - „FC Bayern in die Moderne geführt“

Unter Hitzfeld und Henke gewannen die Bayern fünf Meisterschaften, dreimal den DFB-Pokal und holten 2001 den Champions-League-Pokal nach München. Als Hitzfeld zum zweiten Mal beim FC Bayern gehen musste, wurde Henke unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann zum Chef-Analytiker beim FCB. Henkes Erinnerungen an die Zeit sind trotz der sportlich schwachen Saison positiv.

„Klinsmann hat sofort viele neue Impulse reingebracht - und zwar längst nicht nur die Buddhas auf dem Dach“, berichtet der heutige Sportdirektor des FC Ingolstadt dem Portal SPOX. Der Heilsbringer sorgte damals für einen raschen Umbau des Vereinsgeländes und schuf Aufenthaltsräume, die heute noch genutzt werden. „Ordentliches Essen“ am Trainingsgelände sowie ein Zugang zu Sportpsychologen habe man ihm ebenso zu verdanken wie eine eigene Analyseabteilung.

„Klinsmann war seiner Zeit voraus“, meint der Fußballlehrer Henke über den Trainer, der in der Bundesliga nie in seiner Rolle ankam. Bei Hertha BSC scheiterte er in der vergangenen Saison krachend und hinterließ bei den Berliner einen Scherbenhaufen. Der Schwabe soll „den FC Bayern in die Moderne geführt“ haben, wovon der Verein „bis heute profitiert“. Vor Klinsmann bestand das Analyse-Team der Bayern aus „ein paar Scouts, die sich Spiele und Spieler angeschaut haben“, wie Henke sich erinnert. Damals seien die Vorgänge angesichts der technischen Begebenheiten „deutlich aufwendiger“ gewesen als heute.

FC Bayern: Kritik an Kommunikation unter Klinsmann - „war nicht optimal“

Trotz des vielen Lobes soll Klinsmann jedoch „weniger Trainer, sondern eher Stabschef eines riesigen Trainerteams“ gewesen sein. Henke habe sich als „Dienstleister“ gesehen, auch waren die Abläufe im internationalen Funktionsteam des Ex-Bundestrainers ausbaufähig. „Der Kommunikationsprozess an sich war aber nicht optimal“, meint Henke. Er habe die Themen auf Deutsch ausgearbeitet und diese in „mäßigem Englisch“ an Klinsmann und sein mehrsprachiges Team weitergegeben. „Bei so einem Prozess gibt es automatisch inhaltliche Verluste“, meint Henke.

Bei den Fans ist der Trainer Klinsmann aufgrund seiner exzentrische Persönlichkeit und der erwähnten Buddha-Statuen im Gedächtnis geblieben. Henkes Blick hinter die Kulissen zeigt jedoch, dass der bis heute umstrittene Ex-DFB-Spieler und Weltmeister damals schon Ansichten teilte, die heute als gängig angesehen werden. (ajr)

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