Viele Gegentore, wenig Intensität

Vor Kracher in Gladbach: Flick liest seiner Mannschaft die Leviten - nur einen Star nimmt er aus

Der FC Bayern hat den 14. Spieltag der Bundesliga beschlossen, nun eröffnet er die 15. Runde. Trainer Hansi Flick fordert von seiner Mannschaft ein ganz anderes Gesicht als gegen Mainz.

München - Hansi Flick ist genervt. Seit Wochen werden dem Trainer des FC Bayern die gleichen beiden Fragen gestellt: Warum gerät seine Mannschaft Spiel für Spiel in Rückstand? Und wie gedenkt der Triple-Trainer, seinen Stars diese Schwäche auszutreiben? Beim 5:2-Sieg am Sonntag gegen Mainz lag der deutsche Rekordmeister zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren zurück.

Kein Wunder, dass sich Flick auch vorm Topspiel an diesem Freitag bei Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr, hier im Live-Ticker) mit dieser Fragestellung auseinandersetzen musste. Seiner Antwort verlieh der Fußballlehrer Nachdruck, indem er am Mikrofon lauter und in Richtung seiner Mannschaft deutlicher wurde als sonst.

Fordert eine andere Körpersprache seiner Mannschaft: Bayern-Trainer Hansi Flick wurde vor dem Gladbach-Spiel deutlich.

FC Bayern gegen Gladbach: Flick fordert andere Haltung von seiner Mannschaft

„Das ist eine Frage, die wir uns auch immer stellen“, begann Flick und ließ seinem Rückstands-Frust freien Lauf: „Wir haben es in der Mannschaft auch ganz klar angesprochen. Wir müssen mit einer anderen Haltung ins Spiel gehen und eine andere Intensität haben. Wir müssen in den Zweikämpfen präsenter sein als in den Spielen zuvor. Auch gegen den Ball und auch den Meter mehr machen und nicht einfach den Gegner laufen lassen und hinten auf Manu hoffen!“ Flick schlägt Abwehr-Alarm!

Fakt ist: Die Bayern haben es Welttorhüter Manuel Neuer und seinen Glanzparaden zu verdanken, dass sie nach wie vor an der Tabellenspitze stehen. Ohne seinen Kapitän hätte der Champions-League-Sieger mehrere Punkte abgeben müssen. Der Münchner Cheftrainer nimmt daher nicht nur seine Abwehrspieler, sondern auch deren Vorderleute in die Pflicht: „Es fängt vorne an in der Offensive und hört hinten auf. Es ist in der Offensive wichtig, dass wir Spieler haben, die gut aufbauen können, damit wir den Ball so nach vorne tragen, dass möglichst eine Torchance herauskommt. Wir brauchen eine andere Einstellung - von Anfang an und nicht erst in der 48. Minute!“

FC Bayern gegen Gladbach: Rekordmeister soll „auf dem Platz voll da“ sein

Was Flick derzeit von seiner Mannschaft vermisst, ist die körperliche Präsenz im Pressing und Gegenpressing. Die enorme Physis hat das Bayern-Spiel in der vergangenen Saison ausgezeichnet - und die Münchner auf den europäischen Fußball-Thron gehoben. Seine Forderung ist daher klar: „Es gilt, auf dem Platz voll da zu sein. Viel mit Auge machen oder den einen oder anderen Meter weniger gehen - das funktioniert nicht, schon gar nicht gegen Gladbach.“

Im Spiel gegen die Fohlen soll Joshua Kimmich als Sechser wieder für Stabilität zwischen Defensive und Offensive sorgen, wie Flick am Donnerstag verriet. Erhält Sorgenkind Benjamin Pavard also trotz Formtief erneut die Chance? Eine Antwort ließ sich der Bayern-Trainer nicht entlocken, dafür stellte er sich vor den Franzosen: „Ihm fehlt vielleicht aktuell ein bisschen das, was man als Rechtsverteidiger braucht - die Bereitschaft, die Linie rauf und runter zu marschieren. Vielleicht ist er gerade nicht ganz bei 100 Prozent.“ Trotzdem bekomme Pavard jede Unterstützung: „Das ist Aufgabe des Trainers, des Vereins, aber natürlich auch von ihm.“

Ob Flick seinen Rechtsverteidiger bewusst starkredet? Winter-Zugänge wird es in München nämlich keine geben, auch wenn die rechte Abwehrseite derzeit Sorgen macht. Flick erklärte dazu: „Grad mit Corona ist es nicht ganz so einfach. Ich bin überhaupt keiner, der vorangeht und sagt: ‚Ich möchte neue Spieler haben.‘ Ich weiß, dass es sehr schwierig ist. Der Kader, den wir haben - den werden wir bis Ende der Saison haben.“ Bis dahin sollten die Münchner auch die Gegentor-Flut abgestellt haben. (bok)

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

Auch interessant

Kommentare