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Analyse zur Lage beim Rekordmeister

Umbruch dringend nötig? So müssen die Bayern ihre Transferpolitik ändern

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Über die mittelfristige Kaderplanung werden die Verantwortlichen des FC Bayern München noch grübeln.

Die Bundesliga nach Belieben dominiert, den DFB-Pokalgewinn vor Augen - doch in der Champions League hat es mal wieder nicht gereicht. Da werden Stimmen nach einem Umbruch laut. Doch ist der nötig?

München - Nach dem Triple-Gewinn 2012/13 hätte es endlich wieder eine perfekte Saison werden können: Mit Trainer-Rückkehrer Jupp Heynckes die Runde nach schwachem Start noch zum Guten gewendet und souverän die Meisterschaft gewonnen, dazu stehen die Roten im DFB-Pokalfinale in Berlin vor der machbaren Aufgabe Eintracht Frankfurt - nur in der Champions League war dann doch wieder vorzeitig Schluss. Im Halbfinale gegen Real Madrid hieß es nach großem Kampf am Ende 3:4 nach Hin- und Rückspiel. Nun werden Stimmen laut, die Bayern müssten einen Umbruch im Kader einleiten, um sich für die Zukunft aufzustellen und wieder internationale Titel zu gewinnen. Doch stimmt das überhaupt?

Fakt ist: National werden die Bayern mit dem bisherigen Kader, der zur neuen Saison mit Serge Gnabry (ausgeliehen an TSG 1899 Hoffenheim), Leon Goretzka (kommt von Schalke 04) und Renato Sanches (ausgeliehen an Swansea City) verstärkt wird, vermutlich auch mittelfristig nicht in arge Bedrängnis kommen. In der Liga ist das Team dafür zu ausgeglichen auf allen Positionen besetzt, im Pokal ist aufgrund der KO-Spiele zwar immer etwas Unsicherheit mit dabei, doch auch hier dürfte erst einmal nichts anbrennen.

Wer der reichen Klubs stand dennoch im CL-Halbfinale?

International sieht die Sache schon anders aus, zumal die mit Fernsehgeldern und Scheich-Millionen aufgepumpten Spitzenklubs aus England, Spanien und Frankreich den europäischen Fußballthron zukünftig offenbar unter sich ausmachen wollen - und dafür bereit sind, mehr als nur in Einzelfällen jenseits die Marke von 100 Millionen Euro für einen Transfer zu gehen. Müssen die Bayern da mitmachen, um noch mithalten zu können?

Auch wenn nach dem Ausscheiden gegen Real Madrid die Rufe nach einem Weltklasse-Stürmer laut und der große Umbruch im überalterten Kader gefordert wird, steht fest: Weder der FC Barcelona noch Paris St. Germain oder die Topklubs aus England haben es - abgesehen von Liverpool - ins Halbfinale der Champions League geschafft. Und auch das Ausscheiden gegen Real Madrid war trotz einiger Ausfälle bei den Bayern alles andere als eindeutig.

Ein Teil der Bayernzukunft steht bereits auf dem Platz

Deshalb gilt: Die bisherige Transferpolitik der Bayern kann so schlecht nicht sein. Jetzt kommt es allerdings darauf an, den Umbruch zwar sanft, aber bestimmt weiterzuführen. Das bedeutet, dass Franck Ribery und Arjen Robben auf den Flügeln in Zukunft weniger Spielzeit bekommen dürften, um Kingsley Coman und Serge Gnabry aufzubauen. 

Daneben kommt es darauf an, die Jugend wieder verstärkt zu fördern. Hier könnte eigentlich ein Trumpf der Bayern liegen, wenn man sich die langfristige Entwicklung von Eigengewächsen wie Thomas Müller, Joshua Kimmich und Co. in den vergangenen Jahren anschaut. Sie gehören zur absoluten Spitzenklasse. Deshalb wurde hier zurecht zuletzt stark investiert. 

In Niklas Süle, James und Corentin Tolisso haben zudem drei Neuverpflichtungen der Saison 17/18 im CL-Halbfinale gezeigt, warum es richtig war, sie zu holen. Ihnen gehört die Zukunft. Da könnte man auch die Abgänge von Sebastian Rudy und Arturo Vidal durchaus verkraften.

Gleichzeitig ist es wichtig, die bisherigen Spieler zu fördern - und möglichst frühzeitig auf etwaige Abgänge vorbereitet zu sein. Spekulationen über eine Rückkehr von Thiago zum FC Barcelona scheinen dabei ebenso wenig Hand und Fuß zu haben, wie die Frage nach der Wechselwilligkeit von Robert Lewandowski oder der von David Alaba. 

Sollte allerdings einer dieser Leistungsträger gehen, ist dringend Handlungsbedarf geboten, um die Qualität und die Breite des Kaders nicht absinken zu lassen. Das gilt auch für eine drohende Überalterung im Kader. Beides würde in der Tat dann vermutlich Geld kosten, vielleicht mehr Geld als je zuvor. Boss Karl-Heinz Rummenigge sagte bereits Anfang des Jahres, dass auch die Bayern irgendwann mal einen Transfer zwischen 80 und 100 Millionen werden machen müssen. Der Transfermarkt sei eben so. Bislang ist Tolisso mit 41,5 Millionen Euro der Rekordeinkauf an der Säbener Straße. Präsident Uli Hoeneß steht allerdings bekanntermaßen solchen Summen eher kritisch gegenüber.

Manchmal folgt der Fußball einfach seinen eigenen Gesetzen

Eines Tages wird es aber dennoch soweit sein. Ob sich dann aber - wie diese Woche von Bildplus berichtet - ein Karim Benzema, ein Antoine Griezmann oder ein Paulo Dybala schon zur neuen Saison für die entsprechende Summe auf den Weg in den Süden Deutschlands machen, ist derzeit noch unklar. Auch wenn natürlich ein weiterer starker Außenverteidiger, eine Alternative für die Sechs oder ein weiterer Stürmer auf Top-Niveau dem Kader sicher zuträglich wäre.

Fakt ist aber auch: Bei den Summen, die inzwischen schon für Spieler aus der zweiten Reihe, vor allem in England, gezahlt werden, ist längst nicht mehr alles Gold, was glänzt. Geld muss nicht unbedingt Tore schießen. Und geschickte Verhandlungen bescheren manchmal auch beste „Einkäufe“ - wie den ablösefreien Goretzka. Und manchmal, ganz manchmal, entscheiden auch Glück oder Pech über Sieg oder Niederlage - wie beim Ausscheiden der Bayern gegen Real. Das ist nicht planbar und das ist auch kein Beinbruch. Das ist Fußball.

phk

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