Schock-Diagnose beim FC Bayern: Nächster Star fällt wochenlang aus

Schock-Diagnose beim FC Bayern: Nächster Star fällt wochenlang aus

Auswärtserfolg in Griechenland

Traum und Wirklichkeit: So hat die tz das Athen-Spiel gesehen - War das wirklich sehr gut, Niko?

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Niko Kovac beim Spiel der Bayern in Athen. 

Nach dem 2:0 des FC Bayern München in Athen sprach Trainer Niko Kovac von einem „sehr, sehr guten Spiel“. Doch war die Partie wirklich sehr gut?

München - Super, super, super! Während Pep Guardiolas Amtszeit in München gehörten Superlative zum Standardrepertoire jeder Pressekonferenz. Und da Niko Kovac bekanntermaßen ein Bewunderer des spanischen Trainers ist, lobt auch der Kroate seine Mannschaft gerne überschwänglich. Einziges Problem: Er tut es auch dann, wenn seine Truppe wenig bis gar nicht überzeugend agiert. 

FC Bayern München in Athen: Niko Kovac: „Sehr, sehr gutes Spiel“

Beispiel? Bitte: Das 2:0 des FCB in Athen klingt auf den ersten Blick nach souveränem Auswärtserfolg, in Wahrheit lieferten die Münchner über weite Strecken der Partie fußballerische Magerkost ab. Umso erstaunlicher, dass Kovac im Anschluss vor die Presse trat und von einem „sehr, sehr guten Spiel“ redete. Traum und Wirklichkeit liegen bisweilen auseinander. Die tz erklärt, welche Aussage der Münchner in welche Kategorie einzuordnen ist. 

Niko Kovac: „Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, den Gegner beherrscht. Auch spielerisch war es eine gute Leistung.“

Von einer dominanten Vorstellung, wie hier vom Trainer dargestellt, kann gerade in Halbzeit eins nicht die Rede sein. Nicht nur, dass sich die Roten nur eine zwingende Torchance erspielten (Gnabry ans Außennetz), sie gerieten auch hinten unerwartet in die Bredouille. Was in Athen erneut auffiel: Gerade vorne agiert Bayern vorhersehbar. Aus dem Zentrum wird der Ball nach außen verlagert, wo mithilfe von Flanken und Eins-gegen-eins-Situationen Gefahr entstehen soll. Alternative Varianten? Fehlanzeige! Hinzu kommt die nach wie vor akute Abschlussschwäche. Das Spiel der Roten ist ausrechenbar - selbst für europäische Durchschnittsteams wie AEK Athen. 

Hasan Salihamidzic: „Die anderen hatten auch nicht eine richtige Torchance. Wir haben nichts zugelassen.“

Ist so nicht ganz richtig. Eine der besten Gelegenheiten in Hälfte eins ging auf das AEK-Konto, als sich Ponce in Hummels’ Rücken wegschlich und von dort aus freie Schussbahn hatte. Auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten schwammen die Gäste, worauf die Griechen Neuers Kasten näher kamen, als ihm lieb war. Die Abwehr des Rekordmeisters steht nicht sattelfest. Sieht auch Mats Hummels so. „Es stimmen grundsätzliche Dinge nicht, weil sie uns immer wieder passieren“, so der Innenverteidiger. „Wir haben manchmal nicht das Gespür dafür, dass es gefährlich werden könnte, wenn wir den Ball verlieren“. Die Zahlen belegen die Anfälligkeit: Neun Liga-Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Zum Vergleich: 2016 hatten die Münchner zur selben Zeit nur vier gefangen. 

Niko Kovac: „Wir fahren nicht hierher, um 3:0 oder 4:0 zu gewinnen.“

Vielleicht jetzt nicht, in der Vergangenheit aber durchaus. Gegen kleine Namen feierten die Bayern zahlreiche Kantersiege und entsandten dadurch klare Zeichen in Richtung Konkurrenz. Basel (7:0), Rom (7:1), Donezk (7:0) - alles Machtdemonstrationen. Und jetzt? Müht man sich über weite Strecken gegen ein Mittelklasse-Team wie AEK ab. Carlo Ancelotti, seinerzeit von der FCB-Kabine abgesetzt, ahnt, weshalb seine ehemalige Mannschaft nicht mehr überzeugt. „Beim FC Bayern hat sich nicht so viel geändert. Ich habe gehört, dass sie immer noch dieselben Probleme haben wie vor einem Jahr“, so Carletto. Der Italiener habe damals nur „das Vertrauen von vier, fünf Spielern“ gespürt. Geht es nach Kovac & Co., ist jedoch weiterhin alles: Super, super, super… 

Lothar Matthäus lässt dagegen kein gutes Haar am Sieg: „Das Spiel war...“.

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