1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Nagelsmann-Berater schäumte vor Wut: Veränderte Brazzo heimlich den Vertrag?

Erstellt:

Von: Christoph Klaucke

Kommentare

Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic musste in den Vertragsverhandlungen zu Nagelsmann nachsitzen.
Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic musste in den Vertragsverhandlungen zu Nagelsmann nachsitzen. © Frank Hoermann/Imago

Julian Nagelsmann wechselte im Sommer zum FC Bayern. Seine Berater mussten kurz vor Vertragsabschluss aber nochmal mit FCB-Vorstand Salihamidzic nachverhandeln.

München - Julian Nagelsmann ist seit Sommer Trainer beim FC Bayern. Sein Wechsel von RB Leipzig nach München war historisch: Noch nie hat ein Klub so viel Geld für einen Fußballlehrer auf den Tisch gelegt, von bis zu 25 Millionen Euro Ablöse war die Rede. Mit Leipzig einigte sich der Rekordmeister bekanntlich recht schnell, allerdings musste offenbar mit der Nagelsmann-Seite noch nachverhandelt werden.

FC Bayern: Nagelsmann-Berater knöpft sich mitten im Flur Salihamidzic vor

Der FC Bayern verkündete bereits offiziell am 27. April, dass Nagelsmann neuer Cheftrainer bis 2026 wird. Kurios: In der neuen Amazon-Doku „FC Bayern - Behind the Legend“ wird der Vertrag erst am 2. Mai fertig verhandelt. Wie kann das sein, dürften sich nun einige Bayern-Fans fragen? Die Bayern standen im Frühjar unter Druck, da die Vertragsauflösung von Hansi Flick zeitgleich offiziell bestätigt werden sollte. Grundsätzlich waren sich der Klub und Nagelsmann schon einig, aber eben nicht in allen Details.

Die Doku zeigt eine Szene vom 2. Mai, als an der Säbener Straße plötzlich angespannte Stimmung herrschte. Die Nagelsmann-Berater Volker Struth und Sascha Breese stolperten bei der Vertragsdurchsicht vor der Unterschrift auf einen Passus, der ihnen offensichtlich missfiel.

„Jetzt haben wir ein Problem. Der Passus muss wieder raus!“

Nagelsmann-Berater Volker Struth zu Hasan Salihamidzic

FC Bayern: Nagelsmann-Berater verärgert - hat Brazzo heimlich den Vertrag geändert?

„Jetzt hast du nochmal was geändert, jetzt haben wir ein Problem. Du hast noch einen neuen Passus dazu genommen, den musst du wieder raus tun“, sagte Struth aufgebracht zu FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic in einem Flurgespräch. Brazzo spielte zunächst den Unschuldigen, dann wurde hinter verschlossenen Türen nachverhandelt.

„Wir müssen den Passus so abändern, damit es für beide passt“, erklärte der Technische Direktor Marco Neppe. „Gut, in der Mitte einigen, fertig“, antwortete Salihamidzic entschieden. Die Anwälte beider Parteien mussten also nochmal nachjustieren, ehe Nagelsmann dann am späten Nachmittag endlich seine Unterschrift unter das Arbeitspapier setzen konnte. „Herzlichen Glückwunsch!“, gratulierte Brazzo dem neuen Trainer, dieser erwiderte gewohnt schlagfertig: „Danke, ebenso!“

Nach Bild-Informationen ging es um die offenbar missverständliche Formulierung des Vertragspassus, der regeln soll, dass Nagelsmann bei vorzeitiger Trennung Anspruch auf sein ausstehendes Gehalt hat.

Video: Vertragsdetails enthüllt: Nagelsmann verzichtete für Wechsel zu Bayern auf Teil seines Gehalts

FC Bayern: Salihamidzic rechnet Nagelsmann Gehaltsverzicht hoch an

Nagelsmann kam seinem neuen Arbeitgeber ohnehin schon entgegen, um seinen Traum vom Bayern-Trainer zu verwirklichen. Wie Berater Struth in seinem Buch zuletzt enthüllte, verzichtete der 34-Jährige auf 15 Prozent seines zunächst vereinbarten Gehalts. Das bestätigte in der Doku auch Salihamidzic.

„Der Klub macht einen großen Aufwand. Aber der Julian ist total fair, er bezahlt die Ablösesumme mit, um dem Klub die Möglichkeit zu geben diese Ablösesumme zu stemmen. Das ist schon ganz was Großes“, lobte Salihamidzic. Das Problem war die hohe Ablöse für Nagelsmann. Ex-Klub Leipzig forderte rund 30 Millionen Euro, die Bayern gingen zunächst von zehn Millionen aus. Am Ende einigten sich die Klubs offenbar bei 20 bis 25 Millionen Euro für den Rekord-Trainer. (ck)

Auch interessant

Kommentare