Rummenigge für Reform des Kalenders

Bayern-Nationalspieler im Reisestress: Sané & Co bewältigen über 100.000 Kilometer

Nationalspieler Leroy Sané weiß wie es ist, viel Zeit in Hotels zu verbringen.
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Nationalspieler Leroy Sané weiß wie es ist, viel Zeit in Hotels zu verbringen.

Der FC Bayern stellt zahlreiche Profis zu den Nationalteams ab. In ihren Reisen legen Leroy Sané und Co. insgesamt über 100.000 Kilometer zurück.

München - Während der aktuellen Länderspielpause reisen die 17 A-Nationalspieler des Rekordmeisters mehr als zweimal um die Welt. Am Äquator beträgt der Umfang der Erde nämlich 40 075,017 Kilometer Luftlinie. Die Bayern-Profis legen insgesamt 100 219,41 Kilometer Luftlinie zurück. Die meisten davon gehen auf das Meilen-Konto von Alphonso Davies (20). Der Linksverteidiger flog nach dem 1:2 am Sonntag gegen Frankfurt nach Mexiko City. Dort traf er in der Nacht auf Freitag mit der kanadischen Nationalmannschaft auf den Tabellenführer der WM-Qualifikationsgruppe. Am 11. Oktober steht für Davies & Co. das Spiel in Jamaika an. Von dort fliegen die Kanadier nach Toronto, wo in der Nacht zum Donnerstag noch die Partie gegen Panama auf dem Programm steht. Danach geht es wieder zurück nach München. Macht zusammen 21 698,06 Kilometer Luftlinie.

Fakt ist: Auch wenn es die Spieler mit Stolz erfüllt, für ihre Nation aufzulaufen, so sind die Länderspiele auch eine unfassbare Belastung im ohnehin schon vollgepackten Terminkalender der Stars. Dass FIFA-Berater Arsène Wenger (71) zuletzt für eine WM im Zweijahres-Rhythmus plädierte, passt ins Bild…

Rummenigge: „Müssen den Fußballkalender rationalisieren“

„Ich bin kein Freund von inflationären Entwicklungen, was Wettbewerbe betrifft. Deshalb bin ich auch nicht dafür, dass alle zwei Jahre eine WM stattfindet“, sagt Ex-Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (66), der seit April als Vertreter der Europäischen Klubvereinigung Vollmitglied des UEFA-Exekutivkomitees ist. Sein Vorschlag? „Wir müssen versuchen, den Fußballkalender ein Stück zu rationalisieren, weil die Spieler können nicht mehr leisten, als das, was im Moment schon von ihnen verlangt wird“, betont Rummenigge.

„Entsprechend müssten Spieler, Verbände, Ligen und natürlich die Vereine schauen, was man tun kann, um diesen Spielkalender zu reformieren.“ Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff (53) plädiert für den Stress-Abbau: „Wir müssen uns Gedanken machen über die Gesundheit der Spieler und nicht über eine Erhöhung der Erlöse.“ Das krasseste Beispiel ist die Bilanz von Tottenham-Star Heung-min Son (29). Der Südkoreaner hat seit 2018 insgesamt 223 637 Reisekilometer, 300 Flugstunden sowie 204 Zeitumstellungen auf sich genommen. pk, bok

Die Reise-Bilanz der Bayern-Stars:

Deutschland (Neuer, Süle, Kimmich, Goretzka, Müller, Sané, Gnabry, Musiala): 8.10. Rumänien (H), 11.10. Nordmazedonien (A) = 25 458,24 km (alle zusammen). – Frankreich (Upamecano, Hernandez, Pavard): 7.10. Belgien (A), 10.10. Finale oder Spiel um Platz 3 in der Nations League (A) = 5224,41 km (alle zusammen). – Polen (Lewandowski): 9.10. San Marino (H), 12.10. Albanien (A) = 3028,16 km. – Kroatien (Stanisic): 8.10. Zypern (A), 9.10. Slowakei (H) = 4677,06 km. – Österreich (Sabitzer): 9.10. Färöer (A), 12.10. Dänemark (A) = 4643,96 km. – Senegal (Sarr): 9.10. Namibia (H), 12.10. Namibia (A) = 18 046,43 km. – Kamerun (Choupo-Moting): 8.10. Mosambik (H), 11.10. Mosambik (A) = 17 443,09 km. – Kanada (Davies): 8.10. Mexiko (A), 11.10. Jamaika (A), 14.10. Panama (H) = 21 698,06 km.

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