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FC Bayern: „Er muss sich ändern“ - Motikas Karriere in Belgrad wackelt

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Von: Moritz Bletzinger

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Nemanja Motika muss sich in Belgrad der Charakterfrage stellen – beim FC Bayern verlor er sie.
Nemanja Motika muss sich in Belgrad der Charakterfrage stellen – beim FC Bayern verlor er sie. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Imago

Einst schickte er Kampfansagen an Coman und Sané, heute drückt er die Bank bei Roter Stern Belgrad. Nemanja Motikas Karriere ist ins Stocken geraten.

München – Im Winter verließ der Nemanja Motika den FC Bayern. Der Offensivmann wollte Einsatzzeit bei den Profis, sah aber keine Perspektive in München. Jetzt sitzt er bei Roter Stern Belgrad auf der Bank. Und kassiert Kritik von seinem Trainer.

Nur zweimal kam der 19-Jährige bislang für die Profis zum Einsatz: Einmal im Pokal, einmal in der Europa League – jeweils als Joker. Insgesamt kommt er auf 20 Minuten Spielzeit. Roter Stern Belgrad hatte 1,5 Millionen für den serbischen Youngster auf den Tisch gelegt. Stand jetzt sind das 75.000 pro Profiminute.

Motika nach Bayern-Abgang unter Druck: „Er dachte, alle würden vor ihm auf die Knie gehen“

Der Verein ist bisher nicht glücklich mit Motika. Belgrads Generaldirektor Zvezdan Terzic nimmt den Youngster öffentlich in die Mangel. „Wenn man mich fragt, ob ich zufrieden bin, dann lautet die Antwort ‚Nein. Er muss sich fragen, in welche Richtung sich seine Karriere entwickeln soll.“ Der „Kicker“ zitiert das aus einer Rede Terzics an der Belgrader Wirtschaftsfakultät.

„Er kam aus Deutschland und dachte, in Serbien würden alle vor ihm auf die Knie gehen“, schimpft Terzic und fordert: „Er muss reifer werden. Er muss jede Chance nutzen, um sich anzubieten – in jedem Training und in der Jugendakadamie.“

Motika steht in der serbischen Hauptstadt besonders im Fokus, schließlich gilt er als eines der größten Talente des Landes. Diesen Status will ihm Terzic auch überhaupt nicht absprechen. Er mahnt aber zugleich: „Wir glauben an ihn und haben es nicht eilig.“

Viel Wirbel beim FC Bayern: Demichelis suspendierte Motika – Berater fällte Knallhart-Zeugnis

Es ist ein Déjà-vu: Schon beim FC Bayern glänzte Motika zwar regelmäßig auf dem Platz, galt aber als schwierig. Unter Martin Demichelis war der Serbe Topscorer beim FC Bayern II, wurde aber dennoch aus dem Kader gestrichen. Eine Denkpause, die der Trainer damals nicht öffentlich breittreten wollte. „Es sind interne Dinge passiert“, deutete Demichelis lediglich an.

Auch mit vollmundigen Ansagen zog Motika die Aufmerksamkeit auf sich. „Ich kann mich bereits mit Spielern wie Sané und Coman messen“, glaubte er noch wenige Monate vor seinem Abgang: „Ich will ihre Plätze in der Startelf gefährden.“ Kurz darauf wechselte er zum Berater von Leroy Sané. Sein Ex schoss hinterher: „Leider hat sich Nemanja offenbar nach vier, fünf Monaten, in denen er einige gute Spiele in der vierten Liga gezeigt hat, von dieser nachhaltigen Planung verabschiedet und Bodenhaftung verloren.“

„Er muss sich ändern“: Motika gefährdet Karriere bei Roter Stern Belgrad

Fußballerisch ein Juwel, charakterlich weit weg vom Profi-Geschäft: Dieses Attest erhielt Motika bereits beim FC Bayern. Bei Roter Stern Belgrad scheint die Meinung momentan ähnlich zu sein. Der Klubboss mahnt: „Er muss sich ändern.“ Das sollte Motika tun, sonst könnte seine Karriere beim serbischen Hauptstadtklub vorbei sein, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. (moe)

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