Wer nach dem Schweinsteiger-Abgang wo steht

Die neue Hierarchie des FC Bayern

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Oberste Reihe: Lahm, Neuer, Müller. Darunter: Robben, Boateng, Alonso, Alaba. Darunter: Vidal, Thiago, Rafinha, Lewandowski, Götze. Darunter: Rode, Kimmich, Bernat, Costa, Benatia, Starke, Ulreich, Dante, Hojbjerg.

München - Franck Ribéry, Holger Badstuber und Javi Martínez sind derzeit verletzungsbedingt raus, ansonsten hat sich durch den Schweinsteiger-Abgang einiges getan: Wir zeigen die neue Hierarchie des FC Bayern.

Es war ein Sieg der Mentalität, ein Sieg des Willens. Der FC Bayern rappelte sich gegen Hoffenheim zweimal sehr sehenswert wieder auf, drehte einen Rückstand, suchte auch mit zehn Leuten den Weg nach vorne. Philipp Lahm sagte: „Die Mannschaft hat Leidenschaft gezeigt!“ Man hatte den Eindruck, das Team trieb sich von innen heraus an, der Impuls kam von den Spielern auf dem Platz.

Matthias Sammer hatte genau das gefordert. Er wollte vor der Saison mehr Verantwortung sehen, kein Verstecken mehr hinter dem Trainer und seinen Ideen. Im kicker konkretisierte er nun, erklärte: „Die Mannschaft muss viele Dinge in der Kabine von selbst regeln. Das ist das Geheimnis großer Mannschaften, das sind die letzten drei, vier Prozent, um die absolute Souveränität und Stärke darzustellen.“

Das Einfordern von mehr Eigeninitiative fällt dabei in eine Zeit, in der ein Leader nicht mehr da ist: Bastian Schweinsteiger. Gemeinsam mit Philipp Lahm galt er einige Jahre als Antreiber und Wortführer innerhalb der Kabine und auf dem Feld. „Durch seinen Wechsel hat sich die Verantwortung nun auf mehrere Schultern verteilt“, sagte Jerome Boateng zuletzt im tz-Interview. Der Abwehrmann sieht Thomas Müller in einer neuen Funktion, sich selbst ebenfalls. Es ist eine neue Machtstruktur, die sich beim FC Bayern etabliert hat. Die tz hat diese Hierarchie einmal grafisch dargestellt. Was auffällt in der Mannschaft, ist die Art und Weise, wie die einzelnen Spielerpersönlichkeiten vorangehen. Die einen, Philipp Lahm, Manuel Neuer, Thomas Müller oder auch Arjen Robben ergreifen auf und neben dem Platz das Wort, die anderen dirigieren, beeindrucken durch Körpersprache, wie Jerome Boateng, Xabi Alonso und David Alaba. Es bleibt abzuwarten, wie sich Arturo Vidal oder auch Douglas Costa in diesem Korsett einordnen. Starke, engagierte Leistungen, wie sie beide gleich nach ihrer Verpflichtung gezeigt haben, helfen da natürlich ungemein.

Problematisch stellt sich die Situation bei Franck Ribéry, Holger Badstuber und Javi Martínez da. Alle drei waren zu ihren besten Zeiten prägende Figuren in der Mannschaft, mittlerweile fallen sie schon lange aus. Durch ihre Reha-Maßnahmen außerhalb des Trainingszentrums verlieren sie den täglichen Kontakt zum Team. Dieser Rückstand lässt sich allerdings genauso schnell auch wieder aufholen. Fragt sich nur, ab wann.

mic

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