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Neuer muss sich in Geduld üben: Comeback aufgeschoben – WM in Gefahr?

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Neuers Einsatz gegen Dortmund kam zu früh. Jetzt muss der Stammkeeper des FC Bayern noch länger aussetzen. Könnte jetzt sogar die WM-Teilnahme auf dem Spiel stehen?

München – Vor jeder Trainingseinheit versammelt sich die medizinische Abteilung des FC Bayern im großen Auditorium an der Säbener Straße. Zentrales Thema dieser Tage: Die Schultereckgelenksprellung von Manuel Neuer (36). Dort wird täglich am Comeback-Plan für den Torhüter getüftelt. Hinter den Kulissen wird das Thema als hochsensibel eingeschätzt – auch oder vor allem wegen der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Katar.

FC Bayern: Comeback von Neuer verschiebt sich erneut

Sollte Neuer zu früh und zu intensiv den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, könnte sich die Verletzung verschlimmern und sein Traum von der Wüsten-WM platzen. Alle Beteiligten wissen: Ungeduld bringt in dieser Situation nichts. Es geht darum, sich einen genauen Fahrplan zu überlegen. Darum stand Neuer am Donnerstag nur zehn Minuten auf dem Trainingsplatz und absolvierte torwartspezifische Aufwärmübungen. Am Freitag steigerte er die Trainingszeit auf eine knappe halbe Stunde. Dementsprechend verschiebt sich das Comeback erneut, die Spiele gegen Mainz am Samstag (15.30 Uhr, Sky) und drei Tage später gegen Inter Mailand in der Champions League kommen zu früh.

Die WM im Blick, aber nicht mehr viel Zeit. Neuers Schulter macht weiter Probleme.
Die WM im Blick, aber nicht mehr viel Zeit. Neuers Schulter macht weiter Probleme. © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

„Es dauert noch ein bisschen. Wir schauen für das nächste Wochenende“, erklärte Trainer Julian Nagelsmann am Freitag und betonte, dass er keinen Druck aufbauen wolle: „Das Training gestern war gut, auch im Kraftraum gut. Wir müssen uns den Wochenverlauf angucken.“ Die entscheidende Frage, die Nagelsmann derzeit wöchentlich gestellt bekommt: Gibt es eine reale Gefahr, dass Neuer die WM nicht spielen kann? Die Antwort: „Das weiß ich nicht, weil ich kein Hellseher bin. Wir hätten gerne, dass er so früh wie möglich mitspielt. Wir haben das gegen Dortmund gemacht, das war wahrscheinlich der Tick zu früh.“ Nagelsmann ist zwar fest davon überzeugt, dass der Torhüter die WM spielt, stellt aber auch klar: „Wenn er die anhaltenden Schmerzen in fünf Wochen noch hat, wird er sie nicht spielen. Aber ich gehe davon aus, dass er sie nicht hat. Dafür tun wir alles, aber ich weiß es nicht.“

Ärzte-Stab des FC Bayern macht sich über die Verletzung Neuers Sorgen

Und hier kommen die Protagonisten aus der medizinischen Abteilung des deutschen Rekordmeisters ins Spiel: Allen voran die Mannschaftsärzte Dr. Peter Ueblacker und Dr. Jochen Hahne sowie Fitnesschef Dr. Holger Broich und Rehatrainer Simon Martinello, der die vergangenen Tage mit Neuer auf dem Platz stand und seine Fortschritte aus nächster Nähe beobachten kann. Dass das Orthopäden-Duo eine vermeintlich harmlosere Verletzung, wie es bei Neuer der Fall ist, vor eine größere Herausforderung stellt, wie beispielsweise ein Kreuzbandriss, erklären sie in der aktuellen Folge im Bayern-Podcast. „Es sind nicht die großen Verletzungen, die uns Probleme bereiten, sondern die kleineren: Kapselreizungen, Sehnenreizungen, oder eine Muskelproblematik, die nicht 100 Prozent einzuschätzen sind“, berichtet Ueblacker.

Die Schulter gilt generell als überempfindliches Gebilde. Das Eckgelenk ist die Verbindung zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins und dem Schulterdach, dem höchsten Punkt des Schulterblatts. Ist dieser Bereich lädiert, sind typische Symptome starke Schmerzen, gepaart mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Schulter. Daher muss sich der Torhüter weiterhin in Geduld üben.

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