Reichlich „Luft nach oben“

Nicht reif für das Münchner Pressing? Neuzugänge des FC Bayern bislang nur Mitläufer

Aufsteigende Form: Leroy Sané (Mitte) wirbelte und traf gegen Mainz zum Ausgleich
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Aufsteigende Form: Leroy Sané (Mitte) wirbelte und traf gegen Mainz zum Ausgleich.

Die Leistungsträger beim FC Bayern sind jene der vergangenen Saison. Die Neuzugänge? Haben noch ziemlich Luft nach oben. Wurde bei der Transferpolitik gepatzt?

  • Die Neuzugänge 2020 haben beim FC Bayern allesamt noch nicht in die persönliche Erfolgsspur gefunden.
  • Leroy Sané zeigt zumindest aufsteigende Tendenz. Und der Rest? Manch einer steckt in einem Teufelskreis.
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München - Zahlen lügen nicht! Blickt man auf die Einsatzzeiten der FC-Bayern-Stars, fällt auf: Die 13 Spieler mit den meisten Anteilen unter Hansi Flick waren schon in der vergangenen Saison dabei. Erst auf Platz 14 kommt mit Leroy Sané (24) der Königstransfer des Rekordmeisters. Auch aufgrund von Verletzungen kommt der Flügelflitzer bisher nur auf die Hälfte aller möglichen Einsatzminuten. Er ist damit das prominenteste Beispiel für eine bittere Erkenntnis: Die Sommer-Transfers helfen dem FC Bayern (noch) nicht weiter!

Gleich sieben Mal schlug Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor der laufenden Spielzeit auf dem Transfermarkt zu. Neben Sané kamen Alexander Nübel, Marc Roca, Bouna Sarr, Eric Maxim Choupo-Moting, Douglas Costa und Tanguy Nianzou. Keeper Nübel wurde als perspektivischer Nachfolger von Manuel Neuer geholt, Nianzou laboriert bereits an der zweiten schweren Oberschenkelverletzung. Aber: Von den Übrigen kommt zu wenig.

FC Bayern: Mission bayerisches Pressing - Einige Neuzugänge stecken im Teufelskreis

Einerseits, weil Flick sie nur selten ranlässt. Andererseits, weil Sarr, Roca und Co. bei ihren bisherigen Einsätzen nicht gerade Bewerbungen in eigener Sache ablieferten. Ein Teufelskreis! „Für sie ist es nicht ganz einfach, es fehlt das eine oder andere Training“, erklärte Flick nach dem Mainz-Spiel. Analysen und theoretische Taktik-Schulungen könnten die Arbeit auf dem Rasen eben nicht ersetzen. Das klingt plausibel, das bayerische Pressing muss bis ins kleinste Detail abgestimmt sein – sonst knallt’s.

Nur: Bis Ende Mai wird der FC-Bayern-Trainer die Trainingseinheiten nicht nachholen können, die für die Integration der Neuen nötig wären. Dabei bräuchte Flick angesichts des knallharten Programms mehr als seinen erweiterten Stamm von bisher 15 Spielern. Schließlich lebt der Traum von einer Wiederholung des letztjährigen Triple-Erfolges:

FC Bayern: Flick mit Ansage an die Neuzugänge - Und den Rest des Münchner Kaders

Das Pensum, was Sarr, Roca, Costa und Choupo-Moting bislang absolvieren durften, wirft zudem die Frage auf, warum talentierten Nachwuchsleuten wie Chris Richards (20), Joshua Zirkzee (19) oder Adrian Fein (21, mittlerweile an die PSV Eindhoven verliehen) überhaupt die Routiniers vor die Nase gesetzt wurden. Jugendwahn sieht – Jamal Musiala ausgeklammert – jedenfalls anders aus.

Flick meinte: „Wir wissen, dass jeder Einzelne Luft nach oben hat. Das gilt aber nicht nur für die Neuen.“ Nach dem Mainz-Spiel kam sogar die Frage auf, ob der FCB im Winter tätig wird auf dem Markt. „Diese Dinge besprechen wir intern“, meinte Flick. Vorstandschef Karl-Heinz Rummennigge hat Wintertransfers aber bereits ausgeschlossen.

So wird es an Sané sein, die Bilanz der Neuzugänge aufzupolieren. Sein Treffer gegen Mainz in bester Arjen-Robben-Manier war ein guter Anfang. Sané selbst meinte: „Na klar geht noch mehr, aber ich nehme mir Zeit und versuche, in den Rhythmus zu kommen.“

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