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Verlängert der FC Bayern den Katar-Deal? Hainer gibt Zeitplan für Entscheidung vor

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Von: Vinzent Fischer

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Das Sponsoring von Katar beim FC Bayern missfällt vielen. Präsident Herbert Hainer will sich mit der Entscheidung darüber dennoch Zeit lassen.

München – Der Showdown rund um den Katar-Deal des FC Bayern geht auf die Zielgerade zu. In wenigen Tagen startet die umstrittene WM 2022 im Wüstenstaat (20. November bis 18. Dezember). Zuletzt war die Kritik am Gastgeberland immer lauter geworden, nachdem einer der WM-Botschafter Homosexualität als geistigen Schaden bezeichnet hatte. FCB-Präsident Herbert Hainer (68) hat eine Verlängerung des umstrittenen Sponsorenvertrags mit der Staatsairline Qatar Airways dennoch weiter offengelassen.

FC Bayern: „Danach werden wir entscheiden“ - Hainer will bis nach der WM 2022 warten

„Was wir ganz klar gesagt haben, ist, dass wir uns nach der WM hinsetzen, um mit unseren Partnern zu reden und anhand verschiedener Parameter die Vertragsperiode bewerten, wie es bei jeder anderen Kooperation auch gemacht wird. Danach werden wir entscheiden“, sagte Hainer im Interview mit der Mediengruppe Bayern.

„Unser Ziel ist es, dass sich Dinge durch Gespräche, Transparenz und Hinschauen verändern. Wir suchen hier immer den Dialog“, so der ehemalige Adidas-Chef weiter. Vor allem FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß (70) hatte zuletzt immer wieder die vermeintlichen Verbesserungen und eine Entwicklung Katars hervorgehoben. Dafür hatte er von Menschenrechtsorganisationen und den Bayern-Fans scharfe Kritik kassiert.

FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer
Will mit der Entscheidung über eine Verlängerung des Katar-Deals bis nach der WM abwarten: Bayern-Präsident Herbert Hainer. © Ulrich Wagner/Imago

Goretzka lehnt Verlängerung des Katar-Deals ab: „Im Sinne des Vereins und der Mitglieder“

Der Vertrag mit dem Sponsor endet im kommenden Jahr. Zuletzt hatte sich Nationalspieler Leon Goretzka (27) klar positioniert. „Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass der Verein da auch im Sinne des Vereins und auch der Mitglieder handeln wird“, sagte Goretzka in der ZDF-Doku „Geheimsache Katar“. Auf die Frage, ob er auf ein Ende der Partnerschaft hofft, antwortete der Mittelfeldspieler: „Ich persönlich hätte da nichts gegen.“

Die Zusammenarbeit mit Katar ist beim aktiven Teil der Münchner Fanszene nicht gern gesehen, bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr war es über die Frage zu Streit und chaotischen Szenen gekommen. ZDF-Journalist Jochen Breyer hat den Vorwurf des „Sportswashing“ an Katar nun in einem Tweet erneuert: „Unseren Recherchen zufolge bekommt der FC Bayern pro Jahr 25 Mio. von Qatar Airways. Uns wurde gesagt: ein ‚politischer Preis‘ – rein wirtschaftlich eigentlich zu hoch, aber Katar verfolgt mit dem Deal politische Ziele – und zahlt deshalb so viel.“ (vfi mit sid)

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