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Uli Hoeneß legt in WM-Debatte um Katar nach: „Wir Deutschen sind die größten Verächter“

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Von: Vinzent Fischer

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Am Sonntag beginnt die WM 2022 in Katar. FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die Vorwürfe gegen den Wüstenstaat erneut relativiert.

München – Uli Hoeneß und Katar: Der langjährige Präsident des FC Bayern gilt als einer der lautstärksten Verteidiger des Wüstenstaats hierzulande. Doch je näher die Winter-WM rückt, desto mehr Kritik sieht sich der FCB-Ehrenpräsident ausgesetzt. Jetzt hat Hoeneß mit neuen Äußerungen zur WM 2022 in Katar aufhorchen lassen.

„Ein wunderschönes Fußball-Ereignis“: FCB-Ehrenpräsident Hoeneß verteidigt WM 2022 in Katar erneut

In einer Podiumsdiskussion mit der Journalistin und Filmemacherin Julia Leeb und dem Ex-Profi Thomas Hitzlsperger legte der 70-Jährige nach. „Wir Deutschen sind die größten Verächter dieser WM. Aber es geht hier um ein wunderschönes Fußball-Ereignis“, gibt sich Hoeneß laut BR wiederholt Katar-freundlich: „Natürlich gibt es dort Probleme, die werden von unseren Spielern auch angesprochen.“

Machte erneut mit einer kontroversen Aussage zur Fußball-WM in Katar auf sich aufmerksam: FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Machte erneut mit einer kontroversen Aussage zur Fußball-WM in Katar auf sich aufmerksam: FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. © IMAGO / Future Image

Zuletzt hatte die Aussage des offiziellen WM-Botschafters Katars, Khalid Salman, für weltweites Entsetzen gesorgt. In der ZDF-Dokumentation „Geheimsache Katar“ bezeichnete Salman Homosexualität als „geistigen Schaden“ und Schwulsein als „Sünde“ bezeichnet. Der Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, forderte daraufhin einen Teil-Boykott der Weltmeisterschaft.

WM 2022: Hoeneß relativiert Vorwürfe gegen Katar – „Es geht um Fußball“

Heftige Kritik erhielt Katar außerdem für den Umgang mit Gastarbeiter, die auf den Baustellen für die WM-Stadien tätig waren. Berichten zufolge sollen Tausende während der Arbeit verstorben sein. „Die haben da null Empathie“, rechnet ein Menschenrechts-Experte deshalb mit Katar ab. Gekaufte Stimmen bei der WM-Vergabe, Einschränkung der Pressefreiheit und Unterdrückung von Kritikern im Land – die Liste der Verfehlungen Katars ließe sich noch lange fortführen.

Natürlich könnten sich die Fußballer und Funktionäre nicht von den politischen Ereignissen abkoppeln, „aber so wie das die letzten Wochen bei uns diskutiert wurde, ist das nicht in Ordnung. Es geht um Fußball“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern weiter.  „Jetzt lassen wir die doch mal kicken“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Hoeneß: „Der Ball, der darf nicht vergessen werden.“ Er forderte darüber hinaus, bei der FIFA müsse „ausgemistet“ werden.

Zusammenarbeit von FC Bayern und Katar von Menschenrechtsexperten kritisiert

Der Umgang des FC Bayern mit Katar wurde von Menschenrechtsexperten zuletzt ebenfalls kritisiert. Mit der Staatsairline „Qatar Airways“ hat der Rekordmeister einen hochdotierten Sponsoring-Vertrag abgeschlossen, der im kommenden Jahr ausläuft. Zahlreiche Vereinsmitglieder fordern nun, den Katar-Deal nicht zu verlängern. Auch FCB-Star Leon Goretzka hatte sich deutlich positioniert. Doch die Bayern-Bosse halten sich weiter bedeckt. (vfi)

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