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Der FC Bayern vergrault seinen besten Innenverteidiger: Kommentar zum unnötigen Süle-Transfer

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Von: Marius Epp

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Niklas Süle gibt in der Rückrunde seine Abschiedstour für den FC Bayern. Ein unnötiger Abschied, findet tz.de-Autor Marius Epp.
Niklas Süle gibt in der Rückrunde seine Abschiedstour für den FC Bayern. Ein unnötiger Abschied, findet tz.de-Autor Marius Epp. © Stefan Matzke/sampics

Den Abgang von Niklas Süle hat sich der FC Bayern selbst eingebrockt. Das könnte noch zum Eigentor werden, kommentiert tz.de-Reporter Marius Epp.

München - Auf dem Spielfeld wirkt Niklas Süle befreit, ja sogar beschwingt, nachdem sein Abschied vom FC Bayern feststeht.

Beim Heimspiel gegen Greuther Fürth musste der Nationalspieler zunächst auf der Bank Platz nehmen, weil Trainer Julian Nagelsmann auf Dayot Upamecano und Lucas Hernandez setzte. In der 53. Minute kam Süle für Hernandez - und veränderte die Statik im Bayern-Spiel auf Anhieb.

Der Wechsel zeigte: Vor allem im Spielaufbau ist Süle momentan der mit Abstand beste Münchner Innenverteidiger. Hin und wieder hatte er ein Lächeln im Gesicht, als wäre er wild entschlossen, zu zeigen: Es war ein Fehler, mich gehen zu lassen.

FC Bayern: Niklas Süle überzeugt gegen Fürth

Endlich trieb einer an, gab Kommandos, spielte mutige Pässe und führte kompromisslose Zweikämpfe. Das zweite Lewandowski-Tor legte er per Kopf auf. Auch in den vergangenen Wochen war Süle Nagelsmanns konstantester Mann in einer Abwehrreihe, die sich alles andere als sattelfest präsentiert. Der Coach kennt ihn seit den Hoffenheim-Tagen, vertraut ihm zu 100 Prozent und hat für seinen Verbleib gekämpft. Warum wechselt er dann?

Wer ihm Geldgier unterstellt, weiß spätestens nach dem Wechsel zum BVB, dass er auf dem Holzweg ist. Süle möchte kein Geld, Süle möchte Wertschätzung. Und die konnte (oder eher wollte) ihm von der Bayern-Vereinsführung niemand geben.

Keinerlei Rückendeckung, als die Öffentlichkeit sich auf sein vermeintliches Übergewicht stürzte. Kein Dankeschön für 162 Spiele im Bayern-Trikot, stattdessen nachtretende Bosse (Hainer: „Glaube nicht, dass es ein sportlicher Aufstieg ist“) und Ex-Bosse (Rummenigge: „Er hat sich nie wirklich durchgesetzt“).

FC Bayern gibt Niklas Süle ohne Not ab

Kein Zweifel: Auch Süle hatte schwächere Phasen, zuletzt in der Hinrunde. Doch wozu er fähig ist, wenn man ihm vertraut, hat er oft genug unter Beweis gestellt - er bringt den Körper, das Tempo, die Spieleröffnung und das fußballerische Können eines Weltklasse-Verteidigers mit. Qualitäten, an denen sich künftig Borussia Dortmund erfreuen wird.

Ob Upamecano, Hernandez und ein möglicher Süle-Ersatz wirklich die bessere Wahl sind? Natürlich haben auch die beiden Franzosen noch viel Potenzial nach oben, doch im Moment sieht es danach aus, als hätte der FC Bayern ein Eigentor geschossen - und seinen besten Innenverteidiger, der zudem noch gesetzter deutscher Nationalspieler ist, ohne Not vergrault. (epp)

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