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„Depressionen und Burn-out“ – Bayern-Vorstand Oliver Kahn lüftet emotionales Geheimnis

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Von: Jonas Raab

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Als aktiver Spieler gab gab Oliver Kahn immer alles - bis zur Erschöpfung.
Als aktiver Spieler gab gab Oliver Kahn immer alles - bis zur Erschöpfung. Teilweise gab er zu viel, wie er jetzt verrät. © PanoramiC/imago

Nach außen war Oliver Kahn immer ein unerschrockener Leader. Dass es im Inneren des „Titans“ phasenweise ganz anders aussah, darüber hat der Bayern-Boss bis jetzt geschwiegen.

München - Oliver Kahn trägt nicht umsonst den Spitznamen „Titan“. In seiner aktiven Zeit war der deutsche Top-Torhüter auf und neben dem Platz ein absoluter Leader. Seine Glanzparaden bleiben unvergessen, sein beherztes Einsteigen, das hitzige Temperament und die vielen messerscharfen Sprüche ebenso. „Der Oli war im positiven Sinne besessen, vom Erfolg, von Arbeit“, sagt Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidžić über seinen langjährigen Mitspieler. In der neuen Doku „FC Bayern – Behind the Legend“ spricht Kahn äußerst offen über die Schattenseiten, die sein Drang nach maximalem Erfolg mit sich brachte.

Kahn verrät, dass er mitunter komplizierte Lebensabschnitte hinter sich hat. „Depressionen, Burn-out, das sind ja auch alles Dinge, die irgendwo zusammenspielen“, sagt der dreimalige Welttorhüter des FC Bayern München. Den goldenen Handschuh gewann Kahn erstmals 1999 – eine Zeit, die ihn heute noch beschäftigt. „Ende der 1990er-Jahre war ich einfach erschöpft“, verrät er rückblickend.

Oliver Kahn lässt in Bayern-Doku „Behind the Legend“ tief blicken: „Treppe nicht mehr hochgekommen“

Daraus, wie gravierend diese Erschöpfung tatsächlich war, macht Kahn in der neuen Bayern-Doku keinen Hehl. „Ich glaube, wenn man zu Hause die eigene Treppe nicht mehr hochkommt, ohne dass man oben erschöpft umfällt – dann fängt man an, sich Gedanken zu machen“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

Nach außen ließ sich Kahn die Probleme nicht anmerken – ganz im Gegenteil. Kahn war damals mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Karrierehöhepunkt unterwegs: In der Nationalmannschaft verdrängte er Andreas Köpke als Stammkeeper aus dem Tor, mit den Bayern war er Jahr für Jahr im Rennen um die Champions League vorne mit dabei.

Oliver Kahn: Burn-out auf dem Weg zum Welttorhüter - „da sieht man, wo das einen hinbringen kann“

Heute sagt Kahn über die letzten Jahre vor der Jahrtausendwende: „Da sieht man auch mal, wo das einen hinbringen kann. Immer höher, immer weiter. Und noch weiter. Und noch mal einen draufsetzen. Immer noch nicht zufrieden sein. Wenn man es nicht mehr schafft, diese Regelmäßigkeit zwischen An- und Entspannung hinzubekommen, dann ist das auch ein Signal vom Körper: hier ist Schluss, hier kann ich nicht mehr. Es ist eben auch nicht alles machbar.“ (jo)

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