Investoren-Millionen sollen gedeckelt werden

Bayern-Boss Kahn fordert eine Gehaltsobergrenze - „Uns ist eine vernünftige Regulierung wichtig“

Oliver Kahn will mit einer Gehaltsgrenze den Investoren-Wahnsinn in Europa stoppen.
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Oliver Kahn will mit einer Gehaltsgrenze den Investoren-Wahnsinn in Europa stoppen.

Ein Ende des Millionenpokers im europäischen Fußball fordert FCB-Vorstandschef Oliver Kahn. Mit einer Gehaltsobergrenze sollen die Investoren in Schach gehalten werden.

München - Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zwingen die meisten Vereine zu massiven Einsparungen. Klubs aus der englischen Premier League oder Paris Saint-Germain schmeißen – investorengestützt und dank hoher TV-Gelder – dennoch weiterhin mit dicken Scheinen um sich. Eine bedrohliche Situation für den Status seriös wirtschaftender Vereine wie den FC Bayern. Vorstands-Boss Oliver Kahn (52) sieht eine Möglichkeit, diesen Wahnsinn unter Kontrolle zu bekommen.

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FC Bayern München: Oliver Kahn fordert eine Gehaltsobergrenze

Investorengeld sei prinzipiell nicht schlecht, sofern es in Jugendfußball oder die Infrastruktur gesteckt werde. „Problematisch wird es nur, wenn diese Investments externer Geldgeber sofort eins zu eins in Gehälter fließen und diese dadurch immer weiter aufgebläht werden. Daher ist uns eine vernünftige Regulierung wichtig. Es muss eine Salary Cap, eine Gehalts­obergrenze geben“, betont der Bayern-Boss im Interview mit der WamS.

Laut Kahn könnte es künftig „eine feste Summe als Gehaltsgrenze für den gesamten Kader eines Klubs geben, eine sogenannte Hard Cap“. Eine andere Möglichkeit wäre es, Ausgaben an die Einnahmen oder Umsätze des Klubs zu koppeln. „Für Gehälter dürfen also nur ein gewisser Prozentsatz der Einnahmen oder Umsätze ausgegeben werden, das wäre eine sogenannte Soft Cap.“

Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) pflichtet Kahn am Sonntag bei seinem ersten Auftritt im Sport1 Doppelpass bei. Man spreche intern täglich über das Financial Fairplay, vor allem mit Bayerns Chef-Justiziar Dr. Michael Gerlinger, Vizepräsident der europäischen Klubvereinigung ECA und damit erster Vertreter von PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi. „Da dauern die Verhandlungen in der ECA. Die Frage ist: Wie hart greift die UEFA durch? Kann man Vereine ausschließen? Was aktuell passiert, hat mit Financial Fairplay nichts zu tun“, stellt Salihamidzic klar.

FC Bayern: Nagelsmann soll einen zukunftsfähigen Kader - auch mit Nachwuchsspielern - formen

Um auch in Zukunft international erfolgreich sein zu können, muss der FC Bayern auf kreative Lösungen setzen. Der neue Trainer Julian Nagelsmann (34/Vertrag bis 2026) soll den vorhandenen Spielerkader verbessern, Campus-Talente bei den Profis integrieren – und dabei natürlich so viele Titel wie möglich gewinnen. „Es ist die Aufgabe von uns allen, ihn zu unterstützen. Er kommt sehr positiv an“, sagt Salihamidzic, der fünfmal pro Woche mit Nagelsmann zusammensitzt. „Nur so kann ich herausfinden, was er für Vorstellungen und Ideen hat und was er braucht.“

Auf dem Transfermarkt halte man nach wie vor die Augen offen. Natürlich habe man auch Dortmund-Stürmer Erling Haaland (21) im Blick. „60 Spiele, 60 Tore, da muss man hinschauen, sonst wären wir ja Vollamateure“, so Salihamidzic. Klar ist: Ein solcher Transfer ist derzeit aber kaum umsetzbar für den FC Bayern und außerdem ist man mit Weltfußballer Robert Lewandowski (32) auf dieser Position top besetzt.

Aktuell haben die Münchner ohnehin mehr mit dem derzeitigen Kader zu tun. Mit Joshua Kimmich (26) und Leon Goretzka (26) soll verlängert, der aktuelle Stamm zusammengehalten werden. „Wenn die Besten ausfallen, kannst du sie nicht ersetzen – da kannst du kaufen, wen du willst“, so Salihamidzic.

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