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Kahn verwirrt mit Aussage zu Freiburg-Protest: „Wir haben keinen Fehler gemacht“

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Von: Marius Epp

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Nach dem Wechsel-Chaos gegen den SC Freiburg beteuert Oliver Kahn, der FC Bayern habe keinen Fehler gemacht. Doch damit hat er Unrecht.

Villarreal - Auch vor der Champions-League-Niederlage gegen den FC Villarreal konnte sich Oliver Kahn einer Frage zum Freiburg-Spiel nicht erwehren. Der Vorstandsboss des FC Bayern* nahm Stellung zum Wechselfehler seiner Mannschaft.

Bei den Münchnern standen beim Freiburg-Spiel für rund 20 Sekunden zwölf Spieler auf dem Platz. Die Freiburger legten daraufhin Protest beim DFB-Sportgericht ein, Bayern-Coach Julian Nagelsmann kritisierte diesen Schritt öffentlich. Kahn stellte sich nun hinter seinen Trainer.

Oliver Rolf Kahn
Geboren: 15. Juni 1969 (Alter 52 Jahre), Karlsruhe
Größe: 1,88 m
Karriereende: 2008
Vereine als Spieler: Karlsruher SC (1987 - 1994), FC Bayern (1994 - 2008)

FC Bayern: Oliver Kahn nimmt Stellung zur Wechsel-Panne

„Wir sind davon überzeugt, dass wir da keinen Fehler gemacht haben“, sagte er am DAZN-Mikrofon (die Stimmen zum Villarreal-Spiel gibt es hier). Diese Aussage verwundert, denn ein Fehler der Bayern liegt klar auf der Hand: Teammanagerin Kathleen Krüger hatte die falsche Nummer von Kingsley Coman übermittelt (29 statt 11), der ausgewechselt werden sollte. Daraufhin fühlte sich der Franzose nicht angesprochen und blieb auf dem Feld, während Marcel Sabitzer den Platz betrat.

Damit war Krügers Missgeschick der Auslöser für die Panne, die alleinige Schuld daran trägt sie aber nicht. Denn vorrangig die Schiedsrichter (insbesondere der vierte Offizielle) sind dafür verantwortlich, vor der Fortsetzung des Spiels noch einmal durchzuzählen. „Das ist ein Fauxpas des Schiedsrichterteams, der so nicht passieren darf“, sagte DFB-Schiri-Beobachter Knut Kircher, Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner und weitere Kollegen stimmten ihm zu.

Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn kam vor dem Champions-League-Spiel in Villarreal auch auf den Wechsel-Fehler gegen Freiburg zu sprechen.
Oliver Kahn kam vor dem Champions-League-Spiel in Villarreal auch auf den Wechsel-Fehler gegen Freiburg zu sprechen. © Michael Weber/imago

FC Bayern: Kathleen Krüger löste Chaos mit Fehler aus

Ob den FC Bayern nun eine Strafe erwartet, entscheidet das Sportgericht. „Wir vertrauen da total der Sportgerichtsbarkeit und schauen mal, was rauskommt“, erklärte Kahn gelassen. Dass der FC Bayern in Person von Krüger einen Fehler gemacht hat, steht außer Frage - auch, wenn Kahn das nicht zugibt. Ob dieser Fehler allerdings Konsequenzen nach sich ziehen muss, entscheidet der DFB.

Zwei Paragraphen im Regelwerk kommen infrage: Paragraph 17, Absatz 4 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB* und Fußball-Regel 3, Paragraph 7. Der erste Paragraph regelt den Einsatz eines „nicht spiel- oder einsatzberechtigten Spielers“. Dieser wird aber wohl nicht zur Anwendung kommen, da es sich bei Kingsley Coman* um einen grundsätzlich spielberechtigten Akteur handelte.

Strafe für den FC Bayern nach Wechselfehler? tz.de blickt genau ins Regelwerk

Wahrscheinlicher ist die Anwendung des zweiten Paragraphen, dort geht es um das „unrechtmäßige Betreten des Spielfeldes durch einen Teamoffiziellen, einen Auswechselspieler, einen des Feldes verwiesenen Spieler oder eine Drittperson“. Zieht das Gericht diesen Paragraphen heran, droht dem FC Bayern wohl keine Strafe, denn für die Einhaltung der „Fußball-Regeln“ ist das Schiedsrichtergespann verantwortlich.

Schiedsrichter Felix Zwayer, der im Spiel als Video-Referee eingeteilt war, merkte an: „In den Statuten ist nicht geregelt, wie damit umzugehen ist.“ Entscheidend werden für das Gericht laut den Schiedsrichter-Experten von „Collinas Erben“ zwei Dinge sein: Zum einen, ob der Fall signifikante Auswirkungen auf das Spielgeschehen hatte, zum anderen, ob dem FC Bayern die vollumfängliche Schuld zu übertragen ist.

Da beide Fragen objektiv betrachtet eher mit einem „Nein“ zu beantworten sind, erscheint eine Strafe für den FC Bayern unwahrscheinlich. Wann das DFB-Sportgericht eine Entscheidung trifft, ist noch offen. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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