Vorstands-Boss spricht im Bayern-Magazin

Oliver Kahn nennt den großen Trumpf des FC Bayern - und erklärt, warum er kein Büro hat

Oliver Kahn
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Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München

Seit Juli ist Oliver Kahn der neue Vorstands-Boss des FC Bayern. Im Vereins-Magazin betont er erneut, dass der Verein künftig weiterhin zu den Top 3 in Europa gehören will.

München - Sein neues CEO-Büro an der Säbener Straße hat Oliver Kahn (52) bewusst minimalistisch eingerichtet, um sich besser auf das Wesentliche fokussieren zu können. Darüber hinaus verzichtet Kahn für seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern - anders als Vorgänger Karl-Heinz Rummenigge - auch auf einen Arbeitsplatz mit Blick auf das Traininsgelände. „Ich bin so viel wie möglich im Verein präsent, da ist das eigene Büro nicht so wichtig. Und Hasan (Sportvorstand Salihamidzic, Anm.d.Red.) hat sein Büro direkt gegenüber. Von da habe ich einen wunderbaren Blick und kann mich gleichzeitig mit ihm austauschen“, gibt der Münchner Vorstandsboss im Bayern-Magazin 51 einen Einblick in seinen Arbeitsalltag.

FC Bayern München: Der Verein will laut Oliver Kahn weiterhin zu den Top 3 in Europa gehören

Für Kahn ist sein Sportvorstand einer der engsten vertrauten im Verein. Das Duo soll den neuen FC Bayern gemeinsam mit Präsident Herbert Hainer und Neu-Trainer Julian Nagelsmann in eine ähnliche erfolgreiche Zukunft führen. Bereits bei seinem Amtsantritt im Januar 2020 hat der ehemaligen Torwart das Ziel ausgegeben überall dort Spitze zu sein, wo der FCB antritt. Dann kam die Corona-Krise und gestaltet dieses Vorgehen freilich schwieriger als gedacht. „Bisher hat der FC Bayern immer aus dem Vollen geschöpft. Wir haben jetzt erstmals seit vielen Jahren die Situation, dass das nicht mehr so ist“, sagt Kahn und nennt als Gründe die coronabedingten geringeren Zuschauer- und TV-Einnahmen: „Deshalb müssen wir kreativ werden und neue Wege gehen. Das ist unsere Aufgabe, denn wir wollen weiterhin zu den Top 3 in Europa gehören.“

Vor allem die investorengetriebenen englischen Klubs hätten eine „enorme finanzielle Power. Trotzdem ist es uns bisher immer gelungen, diesen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Daran arbeiten wir mit allem, was wir haben, denn wir sind der FC Bayern“. Was Kahn Mut macht, in diesem ungleichen Wettbewerb trotzdem weiterhin eine gute Rolle spielen zu können: das Mia san mia! Der Titan erklärt: „Siegermentalität haben andere auch - aber wir haben diese ganz bestimmte Siegesfähigkeit. Bei uns lernt man, wie man Titel holt, das ist hier ganz extrem ausgeprägt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, wie viel es einem Spieler gibt, eine Ära zu prägen.“

FC Bayern München: Titel-Ansage von Oliver Kahn für Trainer Julian Nagelsmann

Doch eine Ära kann man nur mit Titeln prägen - und darum schickt Boss Kahn schon mal die erste Titel-Ansage in Richtung Mannschaft und Trainer Nagelsmann: „Es ist wichtig, dass wir auch nach der neunten Meisterschaft in Serie weiter hungrig bleiben. Da muss man immer auch gegen eine gewisse Saturiertheit arbeiten. Julian ist jung - und hungrig. So jemanden brauchen wir, damit alle heiß auf den zehnten Meistertitel bleiben.“

Generell ist Kahn der Meinung, dass Nagelsmann nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich eine Bereicherung für den Verein ist: „Ich glaube jedenfalls, dass die Menschen in dieser Pandemie gerne etwas Neues, Frisches erleben wollen. Etwas, das nach vorne gerichtet ist. Das erzeugt Spannung. Spannung ist immer gut. Aufbruchstimmung ist noch besser. Und die spüren wir hier gerade.“ Daran hat aber auch Neu-CEO Kahn seinen Anteil.

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