FCB braucht mindestens zwei Tore

Unerträgliche Spannung vor FC-Bayern-Showdown in Paris: Flick hat trotzdem Zeit für kleinen Scherz

Der FC Bayern muss sich strecken, um gegen Paris St. Germain das Halbfinale der Champions League zu erreichen. Vorher geben sich die Roten aber relativ gelassen.

München - Das Ende einer Liebesbeziehung ist stets mit großem Schmerz verbunden. Erfolgt besagte Trennung auch noch in Paris, ihres Zeichens die Stadt der Liebe, steigt der Kummer ins Unermessliche. Ironie des Schicksals. Für die Bayern könnte am Dienstagabend (21 Uhr, hier im Live-Ticker) unter dem Schein des Eiffelturms eine Romanze zu Ende gehen, die bis vor Kurzem noch ziemlich intakt schien.

Sie begann während einer lauen Sommernacht in Lissabon, wo sich die Münchner zum ersten Sieger der Königsklasse in Zeiten der Pandemie kürten. Ein unvergesslicher Moment, wie auch das 8:2 gegen den FC Barcelona, das die Beziehung zwischen den Roten und dem silbernen Henkelpokal derart stärkte, dass sie 19 Spiele am Stück unter europäischem Flutlicht ungeschlagen blieben. Und nun? Droht das Objekt der Begierde sich abzuwenden. Kampflos geben die Bayern ihren Pott aber nicht auf!

FC Bayern in Paris: Kimmich setzt im Rückspiel auf „Mentalität“ und „Effizienz“

Die Ausgangslage ist recht eindeutig. Nach der bitteren wie unverdienten 2:3-Pleite gegen PSG unter dem Schnee der Allianz Arena vergangene Woche benötigen die Münchner für den Einzug ins Halbfinale mindestens zwei Tore. Eine knifflige, wenngleich nicht unmögliche Angelegenheit. Vor allem, wenn man sich die 31 Torschüsse der Münchner aus dem Hinspiel vor Augen führt.

Daher weiß Joshua Kimmich, dass es nun auf „Mentalität“ und „Effizienz“ ankommt. „Dieses Mal müssen wir aber beides auf den Platz bringen“, so der Mittelfeld-Anführer, für den die Partie in der französischen Hauptstadt zugleich Charaktertest ist: „Es kommt auf jeden einzelnen in unserer Mannschaft an, nicht nur auf mich. Jeder Spieler muss in diesem Spiel zu einem Leader werden, jeder muss Mentalität an den Tag legen und die absolute Überzeugung in sich tragen.“

FC Bayern in Paris: Flick bemüht einen Vergleich mit Puzzles

Bei allem Optimismus im Tross der Münchner, der am Montagnachmittag um 16.30 Uhr vom Erdinger Moos in Richtung Flughafen Charles de Gaulle abhob, sorgt die nach wie vor heikle Personallage für leise Skepsis. Im Vergleich zum mageren 1:1 in der Bundesliga gegen Union Berlin am Samstag sind Alphonso Davies, Lucas Hernández und Mittelfeld-Motor Leon Goretzka zwar wieder mit an Bord und laut Cheftrainer Hansi Flick folglich eine Option für Dienstag, Ausfälle wie die von Robert Lewandowski und Serge Gnabry beschneiden den Rekordmeister aber auch weiterhin arg in ihren Möglichkeiten.

Ausreden will der Cheftrainer Hansi Flick aber nicht gelten lassen. „Ich habe immer gerne Puzzle gespielt“, scherzte der 56-Jährige mit Blick auf die reduzierte Anzahl an Teilen für seine Aufstellung. Aber: „Mit weniger Puzzleteilen ist es auch immer einfacher.“

FC Bayern in Paris: Müller spielt den Chefpsychologen

Ein jeder schöpft Motivation auf seine ganz eigene Art und Weise. Thomas Müller beispielsweise verwies auf die Lehren der menschlichen Evolution, als er den Journalisten erklärte, wie denn das Wunder von Paris zu schaffen sei. „Wenn wir ein Tor in Führung sein sollten, dann ist es doch ganz menschlich, dass beim Gegner die Alarmglocken losgehen. Jetzt können wir weit zurückgehen in die Evolution, aber: Etwas zu verlieren, das man sicher zu haben meint, ist für den Menschen immer ganz schlimm. Deswegen wollen wir diesen Moment erzwingen, indem die Pariser Spieler in diese Situation kommen. Aber das ist ein Teil des Wunschkonzerts, den wir uns erst mal auf dem Platz erarbeiten müssen“, erklärte Bayern Münchens neuer Chefpsychologe im bordeauxroten Anzug.

Er hatte sich wie seine Mitspieler herausgeputzt für den Trip in die Stadt der Liebe. Eine Stadt, die auch schon so manche Beziehung gerettet hat. Auch zwischenmenschliche. Falls nicht? Ein Ex-Profi erklärt, wer den FCB eher verlässt. (lop)

Rubriklistenbild: © Sven Simon / imago images

Auch interessant

Kommentare