Weltmeister-Kapitän erinnert sich an Rapport

Lahm: Bei Hoeneß und Rummenigge habe ich die ‚Leiser‘-Taste gedrückt

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Philipp Lahm (l.) mit Uli Hoeneß.

Philipp Lahm kennt die Bayern und ihre Bosse aus jahrelanger Zusammenarbeit. Nun verrät er, wie er mit ihnen umgegangen ist, als er selbst Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge erzürnte.

München - Das Bayern-Beben klingelt den Medien und Fans noch in den Ohren. Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic haben mit ihrem Rundumschlag viel Staub aufgewirbelt. Nun hat sich Ex-Bayern-Kapitän Philipp Lahm dazu geäußert, wie es für ihn war, sich mit den Bossen auseinanderzusetzen.

Lahm erinnert sich im Bild-Podcast „Phrasenmäher“ an ein bestimmtes Gespräch, als er 2009 zum Rapport musste, nachdem er in der Süddeutschen Zeitung ein großes Interview gegeben hatte:

Lahm musste zum Rapport zu Hoeneß: „Es war enorm laut“

„Ich musste ins Büro von Uli Hoeneß, und da waren auch Karl Hopfner und Karl-Heinz Rummenigge. Ich war angespannt, saß auf dem Sofa, ihnen gegenüber. Es war ein komisches Gefühl, so alleine gegen drei.“

Lahm weiter: „Ich habe erstmal nur zugehört. Die Lautstärke war ein bisschen höher, enorm laut. Ich habe schon zugehört, aber in meinem Kopf die ‚Leiser‘-Taste gedrückt. Aber da muss man durch.“

Philipp Lahm mit der Meisterschale.

Lahm kam positiv aus dem Gespräch heraus: „Ich habe meine Sicht vertreten. Am Ende hat man sich über ganz andere Dinge unterhalten. Man ist gut rausgekommen.“

„Es ist teilweise Strategie von Hoeneß, Feuer zu entfachen“

Dennoch schoss Hoeneß kurz darauf öffentlich gegen Lahm zurück. Für Lahm war das kein Problem: „Uli Hoeneß hat den Verein groß gemacht. Es war hauptsächlich sein Erfolg. Er hat deswegen das Recht gehabt, mir öffentlich eine Breitseite zu geben.“

Die berühmte „Abteilung Attacke“ von Hoeneß. Lahm: „Es war teilweise Strategie von Hoeneß, Feuer zu entfachen, um abzulenken.“

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Philipp Lahm sicher: „Bayern wird am Schluss oben stehen“

Phlipp Lahm ist EM-Botschafter 2024.

Auch die aktuelle sportliche Situation bei Bayern bewertet Lahm. Er mahnt zur Ruhe: „Es ist noch nichts passiert. Sie haben eine schwächere Phase gehabt. Beim FC Bayern hat man immer Lösungen gefunden, und ich bin mir sicher, dass sie am Ende wieder ganz oben stehen. Der FC Bayern hat in Krisen immer gut zusammengehalten, und wollte es den Leuten außerhalb dann wieder beweisen. “

Bayern hatte „Pech mit verletzten Spielern. Rafinha, Coman, Tolisso, da hätten sie viele Optionen gehabt. Ein großer Kader ist bei Bayern aber auch immer schwierig, dann hast du viele unzufriedene Spieler.“

Lahm: Bayern-Stars sind verunsichert

Er weiß, was in den Stars vorgeht: „Ich hab‘ die Interviews der Spieler gehört. Wenn so ein Negativ-Ereignis kommt, passiert selbst bei diesen erfahrenen Spielern etwas Menschliches. Man macht sich Gedanken. Da kommt Verunsicherung rein.“

Für Lahm ist „der Kern der Mannschaft sehr wichtig. Man muss Spieler haben, die wissen, wie der Verein tickt und die die Richtung vorgeben“.

Lahm vertraut auf Trainer Kovac: „Er kennt den Verein als Spieler und hat schon als Trainer Erfahrung gesammelt. Er wird die richtigen Schlüsse ziehen.“

FC Bayern München: Uli Hoeneß deutet Abschied als Präsident an

Bei einer Veranstaltung in Dresden tätigte Bayern-Präsident Medienberichten zufolge ein paar brisante Aussagen. Demnach deutete Hoeneß seinen Abschied als Präsident des FC Bayern an und nannte auch einen Zeitplan.

cg

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