Bayern-Präsident dennoch frohes Mutes

Hoeneß warnt: „...dann gibt es immer wieder Unruhe“

Voll des Lobes, aber auch kritisch: Bayern-Präsident Uli Hoeneß erwartet auf dem Weg zum möglichen Triple noch Stolpersteine.
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Voll des Lobes, aber auch kritisch: Bayern-Präsident Uli Hoeneß erwartet auf dem Weg zum möglichen Triple noch Stolpersteine.

München - Besser könnte es beim FC Bayern eigentlich kaum laufen. Die Roten steuern auf den nächsten Meistertitel zu und haben sogar Chancen auf das Triple. Doch Uli Hoeneß warnt.

Es ist gar nicht allzu lang her, da musste Uli Hoeneß ab und an beruhigt werden. Es war die Phase nach der Winterpause. Der FCB zitterte sich von Sieg zu Sieg, die Kugel lief nicht gerade flüssig, Ancelotti blieb aber schon damals „cool“. Hoeneß im Februar: „Wenn Karl-Heinz (Rummenigge, d. Red.) und ich nervös werden, weil es nicht ganz so gut läuft, sagt er immer: ‚Meine Herren, warten Sie mal ab.“ Und das Warten hat sich gelohnt. Der FCB hat aufgedreht und die Nervosität hat abgenommen. „Bei uns ist im Moment alles ruhig“, so der Präsident im Gespräch mit der tz. „Die Mannschaft spielt fantastisch, der Verein ruht in sich selbst.“

Der 65-Jährige gerät ins Schwärmen, wenn er über Carlettos Truppe spricht. „Anfang der Rückrunde haben wir nicht gut gespielt. Ich denke da an Spiele wie in Bremen oder auch in Freiburg. Das war alles andere als gut“, so Hoeneß weiter. „Aber jetzt ist alles so, wie man sich das vorstellt. Die Mannschaft ist lauffreudig, der Ballführende hat zwei, drei Optionen, die Spieler sind kreativ und die Tore schön. Und sie hören nicht auf. Fällt das dritte Tor, versuchen sie auch noch das vierte zu machen. Mann kann nur hoffen, dass man diese Form erhalten kann, denn mit Real und Dortmund stehen jetzt wichtige Spiele an. Dort wird sich zeigen, wo wir stehen.“

„Aus gutem Moment Ergebnisse erzielen“

Wäre es nach Hoeneß gegangen, hätte es in der Champions League „nicht unbedingt“ Real sein müssen, gegenüber der tz hält der Präsident des FCB aber auch fest: „Wenn man ins Endspiel kommen will, muss man jeden schlagen. Bei uns ist die Zustandsbeschreibung positiv, und aus dem guten Moment müssen wir jetzt auch die Ergebnisse erzielen.“ Hoeneß weiß aber: Vor allem im Hinblick auf Real haben die Roten ein Ass im Ärmel: Carletto! Der Bayern-Boss zur tz: „Er kennt das Team aus dem Effeff und hat den Ehrgeiz, sie rauszuwerfen. Sein Ende dort war nicht so angenehm. Aber das ist normal im Sport. Carlo ist da total entspannt, beruhigt uns und sagt, dass wir das schon schaffen werden.“

Grund dazu hat er allemal. Denn anders als unter Guardiola hat der Italiener im Moment so gut wie keine Verletzten zu beklagen. Segen und Fluch zugleich, wie Hoeneß nur zu gut weiß: „Im Moment kann er aus dem Vollen schöpfen, was aber irgendwann auch Probleme gibt. Denn wenn man so einen Kader hat wie wir, gibt es immer wieder Unruhe. Ein Spieler, der glücklich ist, wenn er ausgetauscht wird oder nicht spielt, der ist nichts für uns. Daher wird es da auch auf ihn ankommen, wenn es das zu moderieren gilt. Das ist die größere Kunst, als mit verletzten Spielern umzugehen.“ Worauf es nun ankommt? Hoeneß: „Die Kunst ist, die Form und die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft zu konservieren!“

Etwas, das anderen Bundesligisten nicht so gut gelingt. RB Leipzig zum Beispiel, der Sensationsaufsteiger, der gerade in der Hinserie für Furore gesorgt hatte, in der Rückserie jedoch stark eingebrochen ist. Zwei Niederlagen in Folge, drei Spiele ohne Sieg und nur noch drei Punkte vor dem BVB - die Welt in Leipzig ist bei weitem nicht mehr so kunterbunt wie noch vor drei Monaten. Das hat auch der Bayern-Präsident zur Kenntnis genommen. „Uns wurde ja vorgeworfen, dass wir eine zu alte Mannschaft hätten“, so Hoeneß zur tz. „Ich kann mich noch gut entsinnen, als es kurz vor Weihnachten hieß: die alte Bayern- und die junge Leipzig-Mannschaft. Oder die Himmelsstürmer aus Hoffenheim. Am Ende zählen Ergebnisse und nicht Zwischenergebnisse.“ Und die bringt aktuell nur ein Team: der FCB!

José Carlos Menzel López

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