Kostspieliger Mega-Deal von DFB-Star

Muntere „Preistreiberei“: Wie weit geht der FC Bayern für Leroy Sané?

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Schnell, trickreich, abschlussstark: Leroy Sané bringt alle Fähigkeiten mit.

Der Deal zwischen dem FC Bayern und Flügelstürmer Leroy Sané ist Berichten zufolge bereits fix. Geht es nur noch um die finanziellen Modalitäten? Ein Transfer des DFB-Kickers birgt zudem ein Risiko.

München - Bei allen Unwägbarkeiten im Poker um Leroy Sané steht eines schon jetzt fest: Der FC Bayern wird sich für seinen Wunschspieler finanziell bis an die Decke strecken müssen. Jüngste Berichte werfen allein ein Gehalt von rund 20 Millionen Euro in den Raum. Der deutsche Rekordmeister steht bei Sané vor einer Grundsatzentscheidung: Hält er sich an die eigenen Maßgaben oder wirft er sie für den großen Traum vom Champions-League-Titel über Bord?

Es ist noch nicht so lange her, dass Karl-Heinz Rummenigge in Kansas City ein Interview gab und mit den Aussagen darin aufhorchen ließ. Am 23. Juli sprach er mit der „BamS“, erklärte mit Blick auf den überhitzten Transfermarkt: „Wir müssen unsere eigene Philosophie finden. Wir werden nicht alle Verrücktheiten mitmachen.“

Gut 20 Millionen Gehalt, ein Teil davon womöglich vorab als Handgeld: Auch das klingt auf den ersten Blick verrückt. Hinzu kommt eine Ablösesumme von über 100 Millionen. Klar ist: Die vom englischen Telegraph ins Spiel gebrachten 150 Millionen sind mit Vorsicht zu genießen. Derlei Berichte fallen in die Kategorie „Preistreiberei“.

Genau wie die Aussagen von Pep Guardiola am Freitag. Der Trainer von Manchester City meinte: „Ich kenne die Gerüchte. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass es für mich unmöglich ist, einen Spieler vom Bleiben zu überzeugen, wenn er gehen will.“ Das große Aber: „Leroy hat mir noch nichts gesagt. Er ist unser Spieler und wir wollen, dass er bleibt.“

FC Bayern: Wie reagieren die Stars auf neuen Spitzenverdiener?

Geht er doch nach München, dürfte das bayerische Festgeldkonto um rund 200 Millionen leichter sein. Durchaus kritisch ist zu betrachten, dass Leroy Sané mit seinen 23 Jahren sofort zum Topverdiener an der Säbener Straße werden würde. Bisher ist das Mittelstürmer und Lebensversicherung Robert Lewandowski mit geschätzt 16 Millionen im Jahr. Der Pole ist 30 Jahre alt und bereits seit fünf Jahren im Verein. Andererseits forderten Stars wie Lewy und Manuel Neuer hochkarätige Neuzugänge, einen neuen Krösus müssten sie im Zweifel also klaglos hinnehmen.

Auf Instagram präsentierte Sané kürzlich ein großflächiges Rückentattoo.

Die beiden Führungsspieler und Vorstandschef Rummenigge eint nämlich ein großer Wunsch: der erneute Gewinn des Henkelpotts. Und bei aller Romantik ist im finanzstärksten Fußballwettbewerb nur mit Eigengewächsen und Schnäppchen eben nichts mehr zu gewinnen. Mit Sané schon eher, obwohl der zumindest in der zurückliegenden Premier-League-Saison nicht der Mann für die großen Spiele war – in 31 Einsätzen gelangen ihm aber immerhin zehn Tore (elf Vorlagen).

Beim deutschen Nationalspieler lohnt auch der Blick auf das, was abseits des Platzes passiert. Ein großflächiges Rückentattoo von sich selbst oder teure Outfits haben auf die Leistungsfähigkeit eher keinen Einfluss, Sané brachte mit seiner bisweilen etwas laschen Trainingseinstellung aber bereits Klubcoach Guardiola und auch Bundestrainer Jogi Löw gegen sich auf. Solche Nachlässigkeiten dürfte sich der junge Vater – Töchterchen Rio Stella kam im September 2018 zur Welt – beim FC Bayern freilich nicht mehr erlauben. Niko Kovac würde den Linksfuß auf jeden Fall mit Kusshand empfangen. Er unterstrich noch einmal, dass ein neuer Flügelflitzer dringend benötigt wird: „Das sehe nicht nur ich so, sondern alle im Klub. Wenn es in zwei Freundschaftsspielen zu brenzligen Szenen kommt, ist man in dieser Meinung bestärkt.“ Er meinte damit u.a. Serge Gnabry, der im Supercup gegen den BVB ausfällt. Gut möglich, dass Niko Kovac bald eine Alternative mehr hat – eine sehr teure. 

In diesem Ticker rund um den Supercup 2019 erfahren sie alles wissenswerte über das erste Pflichtspiel des FC Bayern.

Obwohl Kovac nicht auf den vollen Kader zurückgreifen kann und sich der BVB diesen Königstransfer gesichert hat, sieht Ottmar Hitzfeld den FC Bayern München als Favoriten auf den Supercup-Sieg und den Meisterschaftstitel. Auch für den aktuellen Bayern-Coach hat der Erfolgs-Trainer von 2001 ausschließlich positive Worte.

Jonas Austermann

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