Neunter Titel in Folge

Nach Meister-Gala gegen Gladbach: Jetzt müssen die Bayern in Quarantäne

Der FC Bayern München ist wieder einmal Meister. Zwei Spieltage vor Schluss sind die Roten uneinholbar - und müssen jetzt in Quarantäne.

München – Die dunkelsten Prognosen der Fußballmasochisten haben sich nun endgültig bestätigt. Der FC Bayern wird mittlerweile sogar Meister, ohne überhaupt anzutreten. So geschehen am Samstag, als sich die Münchner um 17.26 Uhr zum deutschen Kabinenmeister kürten. Der Grund: Die 2:3-Pleite des Verfolgers aus Leipzig in Dortmund hatte den 31. sowie neunten Titel in Folge für die Münchner bereits vor Anpfiff ihres Abendspiels gegen die Gladbacher Borussia* zur mathematischen Gewissheit gemacht.

Es gibt demnach Jugendliche in der Republik, die kommendes Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln und lediglich die Bayern als Deutschen Meister* kennen. Und wer noch Restzweifel an der absoluten Bundesliga-Dominanz der Bayern* hatte, musste sich nur den folgenden 6:0-Satzsieg gegen Gladbach ansehen, um der Wahrheit zum neunten Mal in Folge ins Auge zu blicken. Alle Neune – und jetzt heißt es für die Bayern: Alle in Quarantäne!

FC Bayern feierte Streich vor leeren Rängen mit einem schnellen Tänzchen

So will es die DFL, die sämtliche Erst- und Zweitligaklubs zur Sicherung der zwei abschließenden Spieltage corona-bedingt in Isolations-Trainingslager schickt. Für die Bayern, die ihren Streich vor den leeren Rängen der Allianz Arena* mit einem schnellen Tänzchen in roten Meistershirts mit einer aufgedruckten Neun standesgemäß feierten, heißt das: Bereits am Mittwoch geht es für zehn Tage ins Achental-Resort nach Grassau im Chiemgau, wo sie sich auf die (für sie selbst) sportlich irrelevanten Partien in Freiburg und gegen Augsburg vorbereiten.

Aber nur zur Erinnerung: Als sich die Roten in der Vergangenheit vorzeitig zum Meister kürten und gen Ende Punkte ließen, war der Aufschrei der Ligakonkurrenz bezüglich einer möglichen Wettbewerbsverzerrung groß.

FC Bayern München feiert neunte Meisterschaft in Folge

So weit dachten die Serienmeister am Samstag aber noch nicht. Zu groß war die Genugtuung über eine Serie, die mannschaftlich wie individuell ihres Gleichen sucht. „Nachdem Juve dieses Jahr nicht Meister wird, können wir etwas schaffen, was noch keinem Menschen auf diesem Planeten gelungen ist: zehn Titel in Folge“, blickte Oliver Kahn*, Münchner Vorstandsboss in spe, schon mal auf die kommende Spielzeit voraus. Zwei Handvoll Titel haben Thomas Müller* und David Alaba* – wenn auch nicht in Serie – bereits sicher. Damit sind die Bayerns Spielerrekordmeister vor Jerome Boateng, Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Javi Martínez und Franck Ribéry (alle neun).

Müller dazu: „Neunmal in Folge Meister, das ist schon verrückt. Und ich war jedes Mal dabei. Dafür bin ich sehr dankbar. Wenn du als kleiner Junge losziehst, denkst du nicht, dass du beim FC Bayern mal in der ersten Mannschaft spielst. Da bist du froh, wenn du Tickets fürs Stadion kriegst.“

Ähnlich dürfte es dem jungen Julian Nagelsmann* ergangen sein, der seinem künftigem Club am Samstag ebenfalls gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch zur verdienten Meisterschaft“, meinte der Noch-Trainer von RB Leipzig*. Er soll dafür sorgen, dass eines Tages bestenfalls auch Abiturienten nur einen Deutschen Meister kennen: die Bayern. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © dpa/Peter Kneffel

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