Mehrere Entlassungen beim FCB

Nach Rassismus-Eklat: Chef des FC-Bayern-Campus äußert sich erstmals - „Wir hatten keine Ahnung“

Das Logo des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München hängt am Eingang zum Gelände des FC Bayern Campus.
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Der FC Bayern Campus.

Der FC Bayern arbeitete einen Rassismus-Skandal in der Jugend auf, nun sprach FCB-Campus-Leitung Jochen Sauer erstmals über den Eklat.

  • Beim FC Bayern sorgte ein Rassismus-Skandal eines Jugendtrainers für Aufsehen.
  • Drei Entlassungen waren die Folge der Aufarbeitung des Falls.
  • FC-Bayern-Campus-Leiter Jochen Sauer sprach nun erstmals über den Rassismus-Eklat bei den Bayern.

München - Monatelang haben Rassismus-Vorwürfe gegen einen Jugendtrainer den FC Bayern in Atem gehalten. Gegen den langjährigen Mitarbeiter des Münchner Nachwuchsleistungszentrums, den sogenannten FC Bayern Campus, waren schwere Vorwürfe aufgrund rassistischer Äußerungen in einer Chat-Gruppe erhoben worden. Im Interview mit tz und Münchner Merkur (Samstagausgabe) hat Campus-Leiter Jochen Sauer sich nun erstmals zu der Rassismus-Affäre geäußert.

FC Bayern: Aufarbeitung des Rassismus-Eklats - FCB entließ drei Mitarbeitern

„Es war für alle ein Schock! Wir hatten keine Ahnung, dass es – in einem Teilbereich unseres Campus‘ – zu rassistischen Äußerungen gekommen war. Für uns war sofort klar, dass wir diese Vorwürfe sofort untersuchen und aufklären müssen“, erklärte Sauer. Der Justitiar des FC Bayern, Michael Gerlinger, sei mit einer Gruppe von Mitarbeitern umgehend die Aufarbeitung der Vorwürfe angegangen. Der deutsche Rekordmeister deckte in diesem Zuge laut Sauer „arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen“ auf. Nach Überprüfung tausender Chat-Beiträge habe der FC Bayern „vielleicht ein Dutzend mit rassistischem Inhalt“ ausfindig gemacht.

Als Konsequenz entließ der Klub den Jugendtrainer und zwei weitere Mitarbeiter des Nachwuchsleistungszentrums. Sauer erklärt: „Der FC Bayern hat bei drei Mitarbeitern der U9- bis U15-Mannschaften arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen ermittelt. Die rassistischen Äußerungen in der Chatgruppe gab es, keine Frage. Und sie haben uns weh getan, denn es wurde auch gegen die Werte und die Haltung des FC Bayern verstoßen.“

FC Bayern: Anonyme Briefe an Verantwortliche erwiesen sich als „falsch“ - Prävention oberstes Ziel

Die in anonymen Briefen erhobenen Vorwürfe, der Jugendtrainer habe Spieler gemobbt oder sadistische Trainingsmethoden genutzt, haben sich laut Sauer „als falsch erwiesen“. Der Nachwuchscoach sei „erfolgreich“ und „bei vielen Eltern und Spielern beliebt“ gewesen. Dieses Ergebnis hätten die Befragungen des Klubs ergeben.

Campus-Leiter Sauer erklärte, sein Verein habe zudem erste Maßnahmen beschlossen, um derlei Geschehnisse künftig zu verhindern. „Wir wollen unsere Wertevermittlung noch gezielter auf Trainer, Staff, Mitarbeiter ausdehnen“, erklärte Sauer. „Es gab von Anfang an ein engmaschiges Präventions- und Schulungsnetz auf dem Campus, aber es fokussierte sich bisher weitgehend auf die Spieler.“ Außerdem wolle der FC Bayern eine Anlaufstelle für soziale Themen schaffen.

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