RB will trotzdem „mutigen und attraktiven Fußball zeigen“

Vor Bayern-Duell: Salzburg-Sportdirektor ehrfürchtig - „Wie sie Gegner zerlegt haben, ist beeindruckend“

Red Bull Salzburg ist als internationale Talentschmiede bekannt. Vor dem Match gegen den FC Bayern sprachen wir mit Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund.

  • Der FC Bayern ist am Dienstag in der Champions League in Salzburg zu Gast.
  • Vor dem Spiel spricht RB-Sportdirektor Christoph Freund über die besondere Philiosophie der Österreicher.
  • Mit unserem brandneuen FC-Bayern-Newsletter verpassen Sie nichts, was sich in der Welt des Triple-Siegers tut. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

München - Der FC Red Bull Salzburg – international nur FC Salzburg genannt – bringt jedes Jahr neue, hochspannende Talente hervor. Ganz entscheidenden Anteil daran hat Sportdirektor Christoph Freund (43), der vor fünf Jahren in Salzburg die Nachfolge eines gewissen Ralf Rangnick antrat. Vor dem Champions-League-Duell seines Klubs mit dem FC Bayern (21 Uhr, Sky) spricht Freund im tz-Interview über die Münchner und seine (Ex-)Talente.

Was bedeutet es Ihnen, dass sich Ihr Klub mittlerweile in der Champions League mit den größten Vereinen der Welt – wie dem FC Bayern – messen kann?

Freund: Für unseren Verein ist es eine super Geschichte uns jetzt zum zweiten Mal hintereinander in der Champions League mit den besten Vereinen der Welt messen zu können. Jetzt sind wir zweimal mit dabei und wieder treffen wir in unserer Gruppe auf den amtierenden Titelverteidiger. Für unsere junge Truppe eine riesige und tolle Herausforderung.

RB Salzburg - FC Bayern München: „Wir wollen gegen die Bayern mutigen Fußball zeigen“

Wie sehen die Ziele heuer aus? Neben den Bayern ist Atlético Madrid das zweite Schwergewicht in der Gruppe.

Freund: Ich denke, dass die heurige Gruppe noch schwieriger ist als die vom letzten Jahr. Aber wir wollten Champions League und haben mit dieser Gruppe eine volle Packung Champions League erhalten, werden uns also nicht beschweren (lacht). Unser großes Ziel ist auch in dieser Gruppe, dass wir – so wie letztes Jahr – im Frühjahr noch international dabei sind und gerne für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Der FC Bayern hat 13 CL-Partien in Serie gewonnen hat. Was rechnen Sie sich aus?

Freund: Eine gute Frage. Wenn man sieht, wie die Bayern in den letzten Wochen und Monaten fast alle ihre Gegner an die Wand gespielt und teilweise zerlegt haben, ist das schon beeindruckend. Wir werden uns sehr gut auf dieses Duell vorbereiten, wollen zeigen, was wir können, und auch aus diesem Spiel lernen und mitnehmen, was geht. Wenn dann noch Punkte dazukommen sollen, muss aber schon sehr viel zusammenpassen. Wir wollen auch gegen die aktuell für mich beste Vereinsmannschaft der Welt mutigen und attraktiven Fußball zeigen.

Erling Haaland (r.) wechselte von Red Bull Salzburg zu Borussia Dortmund.

Ihr Klub ist bekannt für gute Nachwuchsarbeit und sehr erfolgreiches Scouting. Mit Sadio Mane, Naby Keita, (beide FC Liverpool) und Erling Haaland (Borussia Dortmund) sind ehemalige Salzburger auf Weltklasse-Niveau angekommen.

RB Salzburg: „Jeder Spieler, der den Schritt zu einem Topklub gemacht hat, erfüllt uns mit Stolz“

Freund: Wir haben uns vor rund acht Jahren entschlossen, beim FC Red Bull Salzburg einen neuen Weg zu gehen und auf viele junge Talente aus der ganzen Welt und unserer großartigen Akademie zu setzen. Dafür haben wir sehr viel Aufwand betrieben, eine gute Scouting-Abteilung aufgebaut und unseren Weg konsequent vom Nachwuchs bis in die erste Mannschaft durchgezogen. Dass in den letzten Jahren so viele Dinge gut funktioniert haben, freut uns sehr und ist gleichzeitig zusätzliche Motivation für die Zukunft. Jeder einzelne Spieler, der von uns weg den Schritt zu einem der europäischen Topklubs gemacht hat, erfüllt uns mit Stolz und bestätigt uns auf unserem Weg.

In Deutschland hat RB Leipzig in einigen Kreisen weiterhin einen schweren Stand. Wie wird Ihr Klub in Österreich wahrgenommen?

Freund: In Österreich ist die Situation sicher etwas anders als in Deutschland. Der FC Red Bull Salzburg spielt ja bereits seit 2005 in der österreichischen Bundesliga mit, da ist es schon zu einem großen Teil Normalität. Und ich denke, dass wir in all den Jahren und mit unseren Leistungen viele Kritiker überzeugen konnten. Aber alle Menschen zu bekehren ist weder möglich noch unser Ziel. Wir haben mit unserer Art und Weise Fußball zu spielen in den letzten Jahren viele Fans in Österreich dazugewonnen, das sagt schon einiges aus. Interview: Jonas Austermann

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Georg Hochmuth

Auch interessant

Kommentare