Franzose verliert die Nerven

Ribéry benimmt sich doppelt daneben - Brazzo kündigt Konsequenzen an

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Nach seiner Auswechslung reißt sich Ribéry das Trikot vom Leib und schleudert es in Richtung Ersatzbank.

Franck Ribéry zeigte gegen Anderlecht eine ansprechende Leistung, erwies sich selbst durch zwei Aussetzer aber einen Bärendienst. Sportdirektor Hasan Salihamidzic will das nicht durchgehen lassen.

34 Jahre alt ist Frank Ribéry mittlerweile. Doch beim glanzlosen Auftritt des FC Bayern in der Champions League gegen den RSC Anderlecht zeigte der Franzose (mal wieder), dass in ihm immer noch ein kleiner Kindskopf steckt.

Mit gleich zwei Aufreger-Szenen während des 3:0-Erfolges gegen die Belgier sorgte der Flügelstürmer für Negativschlagzeilen. Einmal gleich zu Beginn der Partie, als er Schiedsrichter Paolo Tagliavento nach dessen Elfmeterpfiff zugunsten der Roten erst am Oberkörper und dann sogar noch im Gesicht tätschelte. Der italienische Unparteiische beließ es bei einer Gelben Karte für den verbotenen Kontakt, so manch anderer Berufskollege hätte dem Franzosen auch Rot gegeben.

Dieser Griff ins Gesicht des Schiedsrichters hätte für Ribéry Rot bedeuten können.

Das zweite Mal für Wirbel sorgte Ribéry, als er sich nach seiner Auswechslung in der 77. Minute sein Trikot vom Leib riss und es wutentbrannt in Richtung Ersatzbank schleuderte. Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der vergeblich noch auf der Ersatzbank versuchte, Ribéry zu beruhigen, rügte ihn für sein Fehlverhalten. „Das darf nicht passieren beim FC Bayern München. Das ist nicht okay. Da werden wir sprechen drüber“, kündigte er an.

Hasan Salihamidzic (M.) kann Ribéry nicht zur Räson bringen.

Ancelotti: Ich verstehe Ribérys Reaktion nicht

Auch Trainer Carlo Ancelotti, der bereits nach der Tätschel-Aktion gegenüber dem Schiedsrichter Ribéry an der Seitenlinie zurechtwies, erwartete nach dem Abpfiff eine Erklärung. „Ich verstehe, dass Spieler 90 Minuten durchspielen wollen. Aber manchmal verstehen sie nicht, wie jetzt Frank Ribéry, dass ich nicht wegen der Leistung auswechsle. Er hatte vor dem Spiel kleinere Probleme. Ich verstehe seine Reaktion nicht. Ich werde ihn fragen, warum er so reagiert hat“, sagte der Italiener nach dem Spiel in der Pressekonferenz: „Er war sauer. Aber es waren noch zehn Minuten zu spielen und er hatte bereits eine Gelbe Karte. Er hat am Sonntag nicht trainiert, und ich wollte ihm ein bisschen Ruhe geben. Der Wechsel hatte nichts mit seiner Leistung zu tun.“

Bayern schlägt Anderlecht - dreimal Note 2, aber zweimal die 4

Die Kollegen zeigten hingegen einigermaßen Verständnis für Ribérys Reaktion. „Das ist Ehrgeiz. Lieber so, als dass er zufrieden ist, ausgewechselt zu werden“, fand Arjen Robben und kritisierte lieber die Gesamtleistung des Rekordmeisters. Jerome Boateng ergriff sogar Partei für seinen Mitspieler: „Soll er lachen und sich freuen oder was? Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und wird ausgewechselt, ich kann seine Reaktion nachvollziehen.“

Weniger gut fand Rekordnationalspieler Lothar Matthäus das Verhalten des Routiniers. „Ribéry ist lange genug dabei. Er ist emotional, aber du kannst das Trikot des FC Bayern nicht so auf die Ersatzbank schmeißen. Das ist ein schlechtes Zeichen gegenüber dem Verein“, sagte der Sky-Experte im Pay-TV-Sender.

Pressestimmen: „Bayern gewinnt, Grund zu jubeln gibt es nicht“

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