Polen Ministerpräsident jubelt

Geheim-Abkommen mit Kanzlerin Merkel? Darum durfte Lewy wirklich zur Nationalmannschaft

Robert Lewandowski (r.) spielt mit einem Fußball neben Andrzej Duda, Präsident von Polen, und Agata Kornhauser-Duda bei einer Zeremonie im Warschauer Präsidentenpalast, bei der Lewandowski geehrt wurde. Der Stürmer des FC Bayern München und Kapitän von Polens Nationalmannschaft erhielt das Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta.
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Robert Lewandowski durfte aufgrund veränderter Corona-Regeln zur polnischen Nationalmannschaft reisen.

Robert Lewandowski darf nach einer Änderung der Corona-Regeln doch nach Großbritannien reisen. Der polnische Ministerpräsident hat angeblich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel interveniert.

München - Der FC Bayern* bliebt bis zuletzt knallhart. Robert Lewandowski* und David Alaba durften nicht zur polnischen respektive österreichischen Nationalmannschaft reisen. Beide Länder sind in der WM-Qualifikation in Großbritannien gefordert. Polen in England und Österreich in Schottland. Bei einer Rückkehr nach München hätten sich Lewandowski und Alaba aufgrund der Corona-Regeln in Deutschland auf eine zweiwöchige Quarantäne einstellen müssen. Schon am 3. April trifft der FC Bayern im Spitzenspiel auf RB Leipzig, nur verständlich, dass die Bosse den Trip verbieten wollten.

Lewandowski darf zur polnischen Nationalmannschaft - Geheimes Gespräch mit Merkel?

Der Reise nach England „werden wir nicht zustimmen“, sagte deshalb Bayerns Trainer Hansi Flick. „Wenn es so bleibt, dass die Rückkehrer aus England in Quarantäne müssen, werden wir Lewa nicht abstellen können“, bestätigte Sportvorstand Hasan Salihamidzic an. Seit Samstag ist bekannt, es blieb nicht so. Lewandowski und Alaba durften zu ihren Auswahlteams reisen.* ”Für beide hat es das Go von uns gegeben”, sagte Flick nach der Partie gegen den VfB Stuttgart. Seit Sonntag besteht für Reisende aus Großbritannien keine Quarantänepflicht mehr, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte.

Im Fall von Robert Lewandowski* soll sich sogar die Politik aus seinem Heimatland eingeschaltet haben, wie polnische Medien berichten. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki habe persönlich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel interveniert, sagte Pawel Jablonski, der stellvertretende Leiter des Außenministeriums. Dass es zu diesem außergewöhnlichen Eingriff auf höchster politischer Ebene kam, hätte mit der Wichtigkeit des Spiels für die polnische Nationalmannschaft zu tun gehabt. Auch Lewandowskis Sturmpartner Krzysztof Piatek von Hertha BSC sollte der Einsatz gegen England ermöglich werden.

Wegen Lewandowski - Polnischer Premierminister Morawiecki wendet sich an Merkel

Die Signale von deutscher Seite sollen laut Jablonski zunächst eher negativ gewesen sein, aber nach einer Intervention sei eine Einigung erzielt worden. „Wir werden mit vollem Kader nach London fahren“, jubelte der Präsident des polnischen Fußballverbands, Zbigniew Boniek, anschließend bei Twitter: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns geholfen haben. Besonderer Dank an das Büro des Premierministers.“ 

Auch Regierungssprecher Piotr Muller bestätigte den Kontakt zwischen Morawiecki und Merkel und wird von PAP zitiert: „Ich bestätige, dass Premierminister Mateusz Morawiecki sich persönlich an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt hat, um unseren Fußballern die Teilnahme an dem bevorstehenden Spiel zu ermöglichen.“ Dass das Gespräch zwischen den beiden Regierungschefs tatsächlich für die Änderung der Corona-Regeln gesorgt haben soll, ist allerdings äußerst zweifelhaft.

Unterdessen wurde Weltfußballer Lewandowski von Polens Präsident Andrzej Duda geehrt. Der 32-jährige Stürmer erhielt am Montag im Warschauer Präsidentenpalast das Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta. Es ist eine der höchsten zivilen Auszeichnungen in Polen. „Man kann durchaus sagen, dass Sie unser Volksheld sind - nicht nur im sportlichen Sinne dieses Wortes“ sagte Duda bei der Verleihung. Lewandowski erhalte die Auszeichnung für seine „herausragenden sportlichen Leistungen“ und die internationale Image-Förderung Polens, hieß es in dem entsprechenden Beschluss des polnischen Präsidenten. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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