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Entthront Lewandowski Gerd Müller? Matthäus gibt dem Polen einen Rat - er wird ihn nicht befolgen

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Von: José Carlos Menzel López

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Soll er? Oder soll er nicht? Diese Frage wird sich vor dem Saison-Schlussakt des FC Bayern gegen Augsburg am kommenden Samstag halb Fußball-Deutschland stellen.

München – Die Rede ist natürlich von Robert Lewandowski*, der den Bundesliga-Torrekord von Gerd Müller* aus der Saison 1971/72 mit seinem 40. Treffer beim 2:2 der Münchner in Freiburg zwar einstellen, trotz zum Teil glasklarer Chancen aber nicht übertreffen konnte.

FC Bayern: Kein Karton im Breisgau, jetzt hat Lewandowski nochmal die Chance

Da der vorbelastete Lewandowski im Breisgau keine Gelbe Karte sah, kam er um die Ironie des Schicksals herum und bekommt in fünf Tagen erneut die Chance, den Bomber der Nation knapp ein halbes Jahrzehnt später zu überflügeln. Ein Vorhaben allerdings, bei dem ihn nicht alle unterstützen.

Gerd Müllers Rekord eingestellt: Robert Lewandowsky wird in Freiburg für seinen 40. Saisontreffer gefeiert.
Gerd Müllers Rekord eingestellt: Robert Lewandowsky wird in Freiburg für seinen 40. Saisontreffer gefeiert. © Tom Weller/dpa

Zum Beispiel Christian Streich. Der Freiburger Cheftrainer erklärte nach Lewandowskis Rekordvorstellung: „Ich habe Lewy selbstverständlich zur Meisterschaft und diesem unglaublichen Rekord gratuliert. Das war eigentlich nicht vorstellbar für mich. Natürlich wird irgendwann jeder Rekord gebrochen. Oder meistens zumindest. Aber mir wäre es am liebsten gewesen, wenn er heute keines gemacht hätte und dann nächste Woche eines. Warum sollte er nicht den Rekord haben und die Hälfte dem Gerd Müller überlassen?“

Bayern-Legende Matthäus würde Müller gerne weiter als Rekordhalter sehen

Sky-Experte und Bayern-Legende Lothar Matthäus* hielt es mit Streich und sagte bereits vor Anpfiff im Schwarzwaldstadion: „Ich hätte nichts dagegen, wenn Gerd Müllers Bestmarke weiter Bestand hätte.“ Dass Lewandowski selbst in diesem Fall nichts von Fußballromantik wissen will, versteht sich von selbst. Er will den Rekord. Am liebsten für sich alleine. Auf die Frage, ob er sich den Bomber-Rekord zur Not vom Punkt sichern würde, meinte er vor geraumer Zeit bereits bei „Sport Bild“: „Ich glaube, Gerd Müller würde es wollen und verstehen, dass ich den Ball nehme und mir den Rekord sichere.“ Und genauso kam es auch im Breisgau, wo sich der Stürmer nach einem äußerst diskutablen Strafstoß das Leder schnappte, souverän verwandelte und den Rekord darauf Gerd widmete. Der Pole zog sein Dress hoch und offenbarte ein schwarzes Shirt mit dem Antlitz des Bombers sowie dem Schriftzug „4ever Gerd“.

Zu Deutsch: Für immer Gerd! Hernach standen seine Kollegen noch spontan Spalier für den 32-jährigen Knipser, der in seinen letzten elf Pflichtspielen mindestens einmal getroffen hat. Wahnsinn. Lob hagelte es dafür von allen Seiten für Lewandowski, der es als „eine Ehre“ empfand, mit dem Bomber gleichgezogen zu sein. „Ich habe ein Tor erzielt, von dem ich nicht zu träumen gewagt habe. Ich bin so unglaublich stolz, für den FC Bayern* Geschichte zu schreiben. Ich bin ein Teil der Geschichten, die die Fans ihren Kindern erzählen. In den Fußstapfen einer Legende wie Gerd Müller“, schrieb er bei Twitter.

90 Minuten bekommt er noch für Treffer 41

90 Minuten bekommt Lewandowski kommenden Samstag noch für Treffer Nummer 41. Und dann? Könnte er sich laut des französischen Blatts „LÉquipe“ mit einer neuen Herausforderung befassen. Sollte Paris Kylian Mbappé ziehen lassen, würde der Scheich-Club das große Geld gerne in Lewandowski investieren – der seines Zeichens auch nicht abgeneigt wäre ob einer neuen Herausforderung. „Klar bleibt der. Wer verkauft einen Spieler, der 60 Tore pro Jahr macht?“, wurde Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge* jüngst bei „Sport1“ und „Bild“ zitiert. Fakt ist: Lewandowski steht noch bis 2023 unter Vertrag, weshalb der FCB nicht unter Zugzwang steht. Und sich – ähnlich wie Lewy – auch nicht die Fragen stellt: Sollen wir? Oder sollen wir nicht? *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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