FCB-Stars erholen sich

Fehlstart unter Nagelsmann einkalkuliert? Warum der FC Bayern bewusst den Saisonstart missachtet

Robert Lewandowski posiert auf einer Yacht.
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Robert Lewandowski ist noch einige Tage im Urlaub.

Nicht mal mehr einen Monat bis zum Bundesligastart, doch die Kicker des FC Bayern weilen noch länger im Urlaub. Erst Ende Juli beginnen einige Profis mit dem Training.

München - In dreieinhalb Wochen geht es für die Bayern schon wieder ans Eingemachte. Am 13. August gastieren die Münchner zum Bundesliga-Auftakt bei der Gladbacher Borussia, eine Woche zuvor steigt bereits das Pokaldebüt beim Bremer SV. Noch weilt das Gros der Nationalspieler aber im wohlverdienten Urlaub – und bleibt dort auch noch eine Weile.

Die meisten von ihnen kehren am 26. Juli zurück, nur Manuel Neuer, Thomas Müller und Joshua Kimmich dürfen noch etwas länger auf der faulen Haut liegen und wurden erst am 31. Juli zurückerwartet. Heißt: Mit Corona-Tests, Leistungsdiagnostik & Co. bleibt gut eine Woche, um diese Spieler vor dem Auftakt in Gladbach fit zu bekommen. Reicht das?

FC Bayern: Serienmeister könnte beim Saisonstart auf Nachwuchskräfte vertrauen

Wohl kaum – ist aber auch gut so! Diese Meinung vertritt Oliver Schmidtlein, ehemaliger Physiotherapeut des Rekordmeisters sowie der deutschen Nationalelf. „Was wäre denn die Alternative gewesen? Den Spielern weniger Urlaub zu geben und sie früher in die Vorbereitung zu schicken? Dann würden wir die Diskussion führen, ob die Spieler weniger regeneriert das Training aufnehmen“, so der Experte im Gespräch mit der tz. „So sind alle gut erholt und stoßen zu einer bereits laufenden Vorbereitung, die sich in ihrem Fall aller Voraussicht nach in die laufende Bundesligasaison hineinziehen wird.“

Will heißen: Der FC Bayern nimmt aktiv in Kauf, dass Müller & Co. bei den ersten Pflichtspielen der neuen Saison vielleicht noch nicht ganz auf der Höhe sind. „Der Großteil der Rückkehrer wird zu Beginn der Spielzeit wohl kaum über 90 Minuten gehen“, ist sich Schmidtlein sicher, fügt jedoch hinzu: „Bei dem Kader, den eine Mannschaft wie der FC Bayern hat, dürfte das jetzt auch nicht das allergrößte Problem sein – zumal man sich ja auf die Fahne geschrieben hat, auch junge Talente fördern zu wollen. Und jetzt bekommen diese eben ihre Chance.“

FC Bayern: Ex-Physio erklärt, was eine längere Auszeit für den Kopf bedeutet

Den Nationalspielern in den Reihen der Münchner dürfte das gerade nach den vergangenen zwei Saisons, die infolge der Pandemie besonders eng getaktet waren, nur allzu recht sein. Der FC Bayern weiß, dass er nach den schweißtreibenden Spielzeiten inklusive EM nun Rücksicht auf die Physis seiner Spieler nehmen muss – eine Einstellung, die Schmidtlein nur begrüßen kann.

„Eine oder zwei Wochen mehr Urlaub machen unter den aktuellen Voraussetzungen Sinn“, meint der Leiter der Münchner Praxis OS Physio. „Nicht nur, dass ich überzeugt davon bin, dass der Großteil dieser Spieler nicht gänzlich untrainiert zur ersten Einheit in München erscheinen wird – hier sollte man auch die mentale Komponente berücksichtigen. Eine längere Auszeit ist für den Kopf enorm wichtig. Spieler sind auch nur Menschen, die unter Corona gelitten haben. In diesem Zusammenhang halte ich es für vernünftig, dass sie gut gelaunt und insbesondere mental frisch in die neue Saison starten.“

Und dann? Werden sie mit Vorsicht an das Leistungsniveau der bereits ackernden Spieler herangeführt. Oder wie Schmidtlein sagt: „Sie werden immer mal wieder individuelle Einheiten absolvieren müssen, wofür der FC Bayern mit seinem breit aufgestellten Trainer- und Betreuerteam bestens aufgestellt ist. Wichtig ist, dass sich die Spieler auf neue Ziele besinnen können. Und das geht nur, wenn sie zuvor Abstand gewonnen haben.“ In diesem Sinne: schönen Resturlaub! (ml)

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