1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Kurztrip mit Folgen? Nagelsmann-Ansage nach Gnabry-Ausflug zur Fashion Week

Erstellt:

Von: Stefan Schmid

Kommentare

Serge Gnabry besuchte an seinen freien Tag die Fashion Week in Paris. Kein Problem für Julian Nagelsmann, der aber eine Bedingung stellt.

München/Paris - Nach dem Jahresauftakt bei RB Leipzig bekamen die Bayern-Profis einen Tag frei, diesen nutzte Serge Gnabry für einen Abstecher zur Pariser Fashion Week. Dass der Spieler den Trip auf seinen reichweitenstarken Instagram-Kanal zur Schau stellt, bringt Trainer Julian Nagelsmann in Erklärungsnot. Er selbst will zwar keine Vorschriften zur Gestaltung der freien Tage aufstellen, knüpft dies allerdings an eine klare Forderung.

Serge Gnabry
Geboren: 14. Juli 1995 in Stuttgart
Vertrag beim FC Bayern: bis zum 30. Juni 2026
Pflichtspiele für den FC Bayern: 195 (74 Tore, 50 Assists)

Julian Nagelsmann zu Gnabry-Ausflug: „Es gibt keine Auflagen“ zur Freizeitgestaltung

Die Entscheidung, am Sonntag nach dem 1:1 (0:1) in Leipzig kein Training anzusetzen, geht auf die Initiative von Julian Nagelsmann zurück. Der machte nun im Hinblick auf den Ausflug von Serge Gnabry bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln deutlich: „Es gibt keine Auflagen“, wie die Spieler ihre Freizeit verbringen.

In diesem Fall trennt den FC Bayern wenig von anderen Arbeitgebern, das musste man schon beim Skiunfall von Manuel Neuer schmerzlich erfahren. Oder es mit den Worten von Nagelsmann zu sagen: „Generell kannst du als normaler Arbeitgeber deinem Arbeitnehmer nicht vorschreiben, dass er Sonntag um 10 Uhr in die Kirche gehen muss, um 12 Uhr Mittagessen, 14 Uhr soll er bitte Mittagsschlaf machen, um 16 Uhr ist Leopard, Löwe & Co. auf ARD zu sehen.“

Julian Nagelsmann ist nicht restlos von Serge Gnabrys Ausflug nach Paris begeistert.
Julian Nagelsmann ist nicht restlos von Serge Gnabrys Ausflug nach Paris begeistert. © IMAGO / Independent Photo Agency Int. und IMAGO / Sven Simon und

Durch Gnabrys Social-Media-Posts geht Nagelsmann „die Argumentationskette flöten“

Allerdings ergibt sich für den Übungsleiter dann ein Problem, wenn die Spieler ihre zeit- und energieraubenden Trips auf den sozialen Medien zelebrieren. So geschehen bei Serge Gnabry. Der modebewusste 27-Jährige postete am Sonntag eine Reihe von Fotos, die augenscheinlich bei der Fashion Week entstanden sind.

Auch wenn Nagelsmann keinen Spieler seine Freizeitgestaltung vorschreiben will, ist doch klar, dass freie Tage eher zur Regeneration gedacht sind als für weitere Reisen. So denkt der FCB-Trainer mit einem Blick auf die Beiträge von Gnabry auch an seine eigene Position. „Ich muss ja selbst freie Tage vor meinen Chefs rechtfertigen und argumentieren, weshalb wir am Sonntag freihatten und wieso wir nicht trainieren nach einem 1:1. Und wenn dann die sozialen Kanäle voll sind mit diversen Shootings, geht mir die Argumentationskette flöten.“

Nagelsmann: Wenn die Leistung nicht passt, „muss ich das ansprechen“

Akut sieht Nagelsmann keinen Bedarf, mit dem Spieler das Gespräch zu suchen. Unter eine Voraussetzung: „Wichtig ist, dass die richtige Antwort auf dem Platz erfolgt.“ Somit dürften die Kritiker bei Serge Gnabry beim Heimspiel am Dienstag-Abend gegen den 1. FC Köln besonders genau hinschauen.

Schlussendlich wird sich durch Gnabrys Besuch in der französischen Hauptstadt also wenig ändern. Das Prinzip: wenn die Leistung stimme, „ist es okay, wenn nicht, muss ich das ansprechen“ wird so sicherlich auch ohne freie Tage und Ausflüge an der Säbener Straße gelten. Ungeachtet der Leistungen einzelner Spieler könnte es in der englischen Woche zu vermehrter Rotation in der Bayern-Elf kommen. (sch)

Auch interessant

Kommentare