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Das Labor der Bayern-Talente: Exklusiver Einblick in die brandneue Technik-Arena

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Von: Philipp Kessler

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Das Skills.Lab am FC Bayern Campus in München.
Das Skills.Lab am FC Bayern Campus in München. ©  Philippe Ruiz

Die Skills.Lab Arena des FC Bayern ist eine Trainingsarena, die den Spielern ein hochmodernes Training ermöglicht. Die tz bekam einen exklusiven Einblick ins „Bayern-Labor“.

München - Es ist die Vorzeigetechnologie des FC Bayern Campus an der Ingolstädter Straße und Teil des 2018 gegründeten Innovationszentrums: die sogenannte Skills.Lab Arena. Seit Dezember 2020 trainieren täglich bis zu fünfzehn Spielerinnen und Spieler von der U 12 bis zu den Amateuren sowie Frauen im sechseckigen Ministadion. „Das Skills.Lab ist für uns eine wichtige Weiterentwicklung für das Individualtraining“, erklärt Campus-Leiter Jochen Sauer im Gespräch mit der tz. „Wir können dort technische und koordinative Ballfertigkeiten intensiv trainieren und die unter Laborbedingungen erfassten Daten in sportliche Entscheidungen einfließen lassen.“

FC Bayern München: Ein Einblick in die Skills.Lab-Arena

Grundsätzlich sind Programme mit bis zu vier Spielern gleichzeitig auf dem 320 Quadratmeter großen Kunstrasen möglich, meistens jedoch wird Individualtraining durchgeführt. Die Übenden müssen Spielsituationen und Aufgaben lösen, die durch fünf Beamer auf Projektionsleinwände geworfen werden. Vier vollautomatisierte Ballmaschinen bilden das Herzstück der Anlage, die mittlerweile über 500 verschiedene Trainingsformen in fünf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bietet. Die Trainingsprogramme werden dabei direkt von den Skills.Lab-Trainern entwickelt und durch die Datenwissenschaftler des Innovationszentrums ausgewertet - alle Übungen zu leistungsbestimmenden Faktoren wie Kognition, Handlungsschnelligkeit und vor allem Technik, wie Passspiel, Ballkontrolle, Ballführung, Torschuss, Kopfball und Torwartspiel.

Christian Kouam schiesst auf eine Scheibe im Skills.Lab in München.
Christian Kouam schießt auf eine Scheibe im Skills.Lab in München. © Philippe Ruiz

Die Trainingsdauer variiert zwischen 20 und 60 Minuten, kann auch eine kurze Videoanalyse mit passenden Szenen aus dem vorausgegangenen Spiel enthalten. Die aus den Einheiten erhobenen Daten laufen in Echtzeit in die selbstentwickelte Datenbank ein. Auch Spieler im Probetraining können hier gescreent und dadurch mit den eigenen Talenten verglichen werden. „Die Ergebnisse der Skills.Lab-Screenings liefern wertvolle Informationen zur fußballspezifischen Entwicklung der Spieler“, sagt Michael Niemeyer, Leiter des Innovationszentrums. „Sie bilden damit einen weiteren, wichtigen Baustein im Prozess des sogenannten data-driven decision making - der Objektivierung von Entscheidungen.“ Coach Julian Nagelsmann gerät unterdessen beim FC Bayern nach dem schwachen Bundesliga-Saisonstart in die Kritik

Skills.Lab für die Bayern-Spieler eine gute Möglichkeit für individuelles Training

Fakt ist: Die Übungen sollen eine Ergänzung zum normalen Training sein und kommen gut an. „Die Spielerinnen und Spieler sind im Skills.Lab hoch motiviert, individuell zu trainieren. Im Austausch mit den Trainerkollegen zeigen sich die Fortschritte in kürzester Zeit auch auf dem Platz“, so Fußballlehrer Oskar Kretzinger, Leading Expert im Skills.Lab.

Mamin Sanyang gegen einen virtuellen Torwart im Skills.Lab.
Mamin Sanyang gegen einen virtuellen Torwart im Skills.Lab. © Philippe Ruiz

Initiiert wurde der Kauf von Jochen Sauer und Hasan Salihamidzic. Freigegeben wurde der Bau noch von Uli Hoeneß. Sein Motto: „Lieber selbst bewegen als auf der PlayStation spielen.“ Chefcoach Julian Nagelsmann (35) schaute direkt nach seinem Wechsel im Sommer 2021 zum FC Bayern bereits im Skills.Lab vorbei. Der Technik-Liebhaber und sein Trainerteam sind ohnehin in regelmäßigem Austausch mit dem Innovationszentrum. Auch bei der nationalen und internationalen Konkurrenz kommt das Skills.Lab, das in der österreichischen Stadt Graz von der Anton Paar Sports Tec. GmbH entwickelt und von Spielern des SK Sturm getestet wurde, gut an. Zu seinen Gladbacher Zeiten hat sich auch Max Eberl am FC Bayern Campus das Skills.Lab zeigen lassen. Auch Verantwortliche von Manchester United, Borussia Dortmund oder Benfica Lissabon waren bereits zu Besuch. (pk)

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