Bayerns ungelöste Trainerfrage

„Überflüssig!“ So abweisend reagiert Heynckes auf Hoeneß‘ neue Charmeoffensive

+
Ziemlich beste Freunde: Uli Hoeneß (l.) und Jupp Heynckes. Ob das reicht, um den Trainer zum Weitermachen zu überreden?

Uli Hoeneß baut bei der Trainersuche weiter voll auf Jupp Heynckes. Der Bayern-Präsident gibt keine Ruhe und setzt seine Charmeoffensive fort. Doch der scheint alles andere als begeistert.

Ein Lob hier, eine Schwärmerei dort, ein Kompliment da. Hoeneß versucht alles, um Jupp Heynckes umzustimmen. Der Triple-Coach trat vergangenen September interimsmäßig die Nachfolge von Carlo Ancelotti an und legte mit dem FC Bayern eine eindrucksvolle Siegesserie hin.

Für Hoeneß ist Heynckes die beste Lösung - und angeblich auch die einzige

Der Meistertitel ist so gut wie sicher, die Aussichten in Champions League und DFB-Pokal sind rosig. Zudem herrscht an der Säbener Straße seit Jupps Rückkehr wieder Harmonie, auf dem Trainingsplatz, in der Kabine und sogar in der Führungsetage, wo sich Präsident Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf Heynckes‘ Geheiß hin auch wieder zusammen rauften.

Klar, dass Hoeneß seinen Freund nicht gehen lassen will. Heynckes sei die beste Lösung, weil er den bevorstehenden Umbruch bei den Münchnern perfekt moderiere, erklärte der Bayern-Boss Anfang der Woche beim Branchenkongress SpoBis in Düsseldorf. Deshalb habe er, Hoeneß, auch keinen Plan B, falls Heynckes tatsächlich im Sommer - wie vorgesehen - Schluss macht (Lesen Sie dazu auch: Warum hinter Hoeneß‘ Aussage wohl Kalkül steckt).

Für Heynckes würde sich Hoeneß sogar nackig machen

Doch so sehr Heynckes seine aktuelle Bayern-Aufgabe genießt und auskostet, seinen Lebensplan umriss er anders. „Ich werde im Sommer 73 Jahre alt. Da weiß man nicht, wie viel Zeit einem das Leben noch gibt“, sagte der Fußballlehrer erst vor wenigen Wochen.

Wer Heynckes duzen darf - und wer nicht

Im Spielertunnel nach dem 5:2-Erfolg der Bayern über Hoffenheim bot Heynckes Nagelsmann das Du an. Der Trainer der Hoffenheimer soll so etwas wie „Glückwunsch zum Sieg, Jupp!“ geantwortet haben. 
Im Spielertunnel nach dem 5:2-Erfolg der Bayern über Hoffenheim bot Heynckes Nagelsmann das Du an. Der Trainer der Hoffenheimer soll so etwas wie „Glückwunsch zum Sieg, Jupp!“ geantwortet haben.  © dpa
Lothar Matthäus spielte von 1979 bis 1984 und 1987 bis 1988 unter Heynckes als Spieler. Auch er darf den aktuellen Bayern-Trainer duzen. 
Lothar Matthäus spielte von 1979 bis 1984 und 1987 bis 1988 unter Heynckes als Spieler. Auch er darf den aktuellen Bayern-Trainer duzen.  © dpa
Armin Veh, aktueller Geschäftsführer Sport, spielte ebenfalls eine Spielzeit unter Trainer Heynckes. Spätestens seitdem Veh zum Trainer aufstieg, duzen sich die beiden. 
Armin Veh, aktueller Geschäftsführer Sport, spielte ebenfalls eine Spielzeit unter Trainer Heynckes. Spätestens seitdem Veh zum Trainer aufstieg, duzen sich die beiden.  © dpa
Ebenfalls auf der illustren Liste: Die Bayern-Verantwortlichen Karl-Heinz Rummenigge (l.), Uli Hoeneß (r.) und Hasan Salihamidžić (2.v.r.). 
Ebenfalls auf der illustren Liste: Die Bayern-Verantwortlichen Karl-Heinz Rummenigge (l.), Uli Hoeneß (r.) und Hasan Salihamidžić (2.v.r.).  © dpa
Neben den Vereinsbossen Hoeneß und Rummenigge bot Heynckes auch Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (l.), Co-Trainer Peter Hermann (2.v.r.) und Hermann Gerland (3.v.r.) das Du an. Ob Matthias Sammer, Sportvorstand der Bayern während Heynckes‘ Triple-Amtszeit, Jupp sagen darf, ist nicht bekannt. Bekannt ist dafür, dass die Physios und Betreuer der Münchner allesamt die Höflichkeitsform wählen. 
Neben den Vereinsbossen Hoeneß und Rummenigge bot Heynckes auch Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (l.), Co-Trainer Peter Hermann (2.v.r.) und Hermann Gerland (3.v.r.) das Du an. Ob Matthias Sammer, Sportvorstand der Bayern während Heynckes‘ Triple-Amtszeit, Jupp sagen darf, ist nicht bekannt. Bekannt ist dafür, dass die Physios und Betreuer der Münchner allesamt die Höflichkeitsform wählen.  © dpa
Hansi Flick (r.), ehemals beim DFB und mittlerweile Geschäftsführer der TSG Hoffenheim, spielte Ende der Achtziger unter Heynckes beim FC Bayern. Als er Trainer wurde, habe Heynckes gesagt: „Wir sind jetzt Kollegen. Da sagt man Du zueinander.“
Hansi Flick (r.), ehemals beim DFB und mittlerweile Geschäftsführer der TSG Hoffenheim, spielte Ende der Achtziger unter Heynckes beim FC Bayern. Als er Trainer wurde, habe Heynckes gesagt: „Wir sind jetzt Kollegen. Da sagt man Du zueinander.“ © dpa
Nach dem Triple-Erfolg der Bayern im Jahr 2013 bot Heynckes seinen Spielern das Du an in dem Glauben, er würde sie nicht mehr trainieren. 
Nach dem Triple-Erfolg der Bayern im Jahr 2013 bot Heynckes seinen Spielern das Du an in dem Glauben, er würde sie nicht mehr trainieren.  © dpa
Doch Heynckes wurde bekanntermaßen wieder Übungsleiter der Münchner. Die Spieler der Triple-Saison, die auch heute noch für den FC Bayern auflaufen, verzichten aber angeblich freiwillig auf das Du. 
Doch Heynckes wurde bekanntermaßen wieder Übungsleiter der Münchner. Die Spieler der Triple-Saison, die auch heute noch für den FC Bayern auflaufen, verzichten aber angeblich freiwillig auf das Du.  © picture alliance /dpa

Hoeneß, der für Heynckes sein letztes Hemd geben würde (“Wenn ich ziemlich nackt vor ihm stehe, habe ich vielleicht eine kleine Chance"), sieht die Wahrscheinlichkeit auf einen Verbleib seines Erfolgstrainers selbst nur bei lediglich zehn Prozent. Glaubt man den Ausführungen des kicker, dürften die Aussichten allerdings noch deutlich schlechter sein. Gefragt, was er zur neuerlichen Charmeoffensive seines Präsidenten sage, antwortete der Rheinländer ziemlich emotionslos: „Es ist überflüssig, das Ganze zum Thema zu machen."

Kommentar: Penetrant ist das passende Wort für Hoeneß‘ Werben um Heynckes

Video: Könnte Jupp Heynckes doch verlängern?

Für den kicker liegt daher die Schlussfolgerung nahe: Heynckes‘ Nein steht. Was die Sache zusätzlich erschwert: Laut des Magazins gab es zwischen Hoeneß und Heynckes noch gar keinen direkten und konkreten Austausch zu der Frage, ob eine Verlängerung bis Sommer 2019 überhaupt eine Option sein könnte. Die Fans des FC Bayern müssen sich also weiter gedulden...

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Video: Glomex

Auch interessant

Meistgelesen

Ticker: Bayern-Amateure verlieren nach torreicher ersten Halbzeit in Wolfsburg
Ticker: Bayern-Amateure verlieren nach torreicher ersten Halbzeit in Wolfsburg
Bundesliga: So endete FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt 
Bundesliga: So endete FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt 
Brazzo und Hoeneß einig: Das muss der FC Bayern bei Transfers beachten
Brazzo und Hoeneß einig: Das muss der FC Bayern bei Transfers beachten
Fünf Fragen zum Meisterschaftsfinale: Ist Niko Kovac schon weg? 
Fünf Fragen zum Meisterschaftsfinale: Ist Niko Kovac schon weg? 

Kommentare