Kölner "Fans" bereiten Sorgen

Was blüht den Bayern am Freitag?

+
Die Kölner beim Derby in Gladbach: Erst Pyrotechnik, dann Platzsturm.

München - Mit dem 1. FC Köln gastiert am Freitag das zweitbeste Auswärtsteam der Liga in der Allianz Arena. Doch beim letzten Gastspiel der Domstädter gab es schlimme Randale. Was blüht jetzt den Bayern?

Mit dem 1. FC Köln gastiert am Freitag (20.30 Uhr, Sky) das zweitbeste Auswärtsteam der Liga in der Allianz Arena. Doch bei ihrem letzten Gastspiel in Gladbach sorgten die Rheinländer nicht nur in den 90 Minuten für Angst und Schrecken, sondern auch im Anschluss an die Partie. Rund 30 vermummte Anhänger des FC hatten unmittelbar nach der 0:1-Derbypleite den Platz gestürmt. Erst durch das Einschreiten der Polizei beruhigte sich die Lage wieder. Nach den Ausschreitungen in Gladbach: Was blüht jetzt den Bayern am Freitagabend?

„Man kann natürlich nie ausschließen, dass sich so eine Aktion in den Köpfen einiger Leute festgesetzt hat und noch mal passiert“, meint Prof. Dr. Bernd Strauß von der Uni Münster zur tz. Dennoch glaubt der Sportpsychologe nicht an eine Wiederholung der Vorfälle: „Ich würde eher argumentieren, dass bei dem Spiel in Gladbach viele Dinge zusammengekommen sind. Die späte Niederlage, dazu war auch noch Karneval. Und möglicherweise waren auch die Ordnungskräfte daher nicht so aufmerksam, wie man es vielleicht hätte erwarten sollen.“

Sportpsychologe Prof. Dr. Bernd Strauß.

Vorbei an den Ordnern hatten sich die FC-Fans Zutritt zum Rasen verschafft, passend zur Karnevalszeit verkleidet in weißen Overalls. Zwei Randalierer wurden noch auf dem Platz festgenommen, der FC ordnete mindestens einen von ihnen der Ultragruppierung Boyz zu – für den Verein Grund genug, dem kompletten Fanklub seine Heim- und Auswärtsdauerkarten zu entziehen sowie den Status eines offziellen Fanklubs. Innerhalb der Kölner Fanszene sind die Lager aufgrund der Kollektivbestrafung gespalten, auch Strauß sieht diese Form der Bestrafung kritisch: „Da muss man gute Gründe für haben. So eine Strafe verhängt man eigentlich nur, wenn man zum einen fest davon ausgeht, dass so eine Aktion geplant war. Und zum anderen, wenn sie zweifelsfrei von einer Gruppe ausgeübt wurde.“ Das sahen die Boyz erwartungsgemäß nicht so und kritisierten in einem offenen Brief den Verein scharf. Die Stimmung beim Heimspiel der Kölner am Samstag gegen Hannover (1:1) war gedämpft, die Anfeuerungen der leidenschaftlichen Ultras fehlten in der Kurve. Doch wie weit dürfen Sie bei aller Liebe für ihren Verein gehen, und wo sind Grenzen gesetzt? „Immer da, wo andere Personen geschädigt werden können“, sagt Sportpsychologe Strauß ganz deutlich. „Deshalb ist beispielsweise auch die Pyrotechnik, die manche Fans als unverzichtbar sehen, in den Stadien verboten“, erklärt Strauß.

Zwar hat der FC insgesamt 45 Stadionverbote ausgesprochen und den Boyz ihre Dauerkarten entzogen, dennoch werden nicht wenige von ihnen den FC mit nach München begleiten. Szenen wie in Gladbach sind aber wohl nicht zu befürchten, schließlich werden die Gästefans in der Arena direkt unters Dach verfrachtet. Der Weg vom Oberrang bis zum Spielfeld gestaltet sich schwierig. Und auch die Sicherheitskräfte sind nach den jüngsten Vorfällen gewarnt. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein, seinen Ordnern und der Polizei muss Hand in Hand gehen“, sagt Strauß. Schließlich wollen die Bayern am Freitag nach 90 Minuten feiern – und nicht flüchten…

Offener Brief der Boyz

In einem offenen Brief hat die Kölner Ultragruppierung Boyz, die nach den Vorfällen in Gladbach ihren Status als offiziellem FC-Fanklub verloren hat, harsche Kritik am Verein geübt. „Uns stellt sich die Frage, ob es richtig ist, eine Gruppe kollektiv aufgrund des Verhaltens Einzelner zu bestrafen. Die Hälfte der Mitglieder unserer Gruppe war in Mönchengladbach nachweislich überhaupt nicht im Stadion“, heißt es darin. FC-Präsident Werner Spinner hatte sich vor einiger Zeit noch gegen Kollektivstrafen ausgesprochen.

Köln verurteilt Fan-Verhalten - harte Strafen drohen

Sven Westerschulze

auch interessant

Meistgelesen

TV-Kritik zum Bayern-Spiel: Make DELLE great again!!
TV-Kritik zum Bayern-Spiel: Make DELLE great again!!
„Das ist schon jetzt das Tor des Jahres“
„Das ist schon jetzt das Tor des Jahres“
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit
Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
<center>Baby-Rassel aus Holz</center>

Baby-Rassel aus Holz

17,50 €
Baby-Rassel aus Holz
<center>De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf Bayerisch</center>

De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf …

10,50 €
De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf Bayerisch
<center>Bayerisches Schmankerl-Memo</center>

Bayerisches Schmankerl-Memo

9,95 €
Bayerisches Schmankerl-Memo
<center>HEILAND Doppelbockliqueur</center>

HEILAND Doppelbockliqueur

25,50 €
HEILAND Doppelbockliqueur

Kommentare