Spielen jetzt alle so wie Eintracht?

Bayern-Remis weckt eine ungute Befürchtung

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Glücklos: Douglas Costa und Kollegen.

Frankfurt/Main - Nach dem torlosen Unentschieden am Main ärgerten sich die Bayern über das eigene Unvermögen - und über das destruktive Spiel von Eintracht Frankfurt.

Nach dem jähen Ende der Rekordserie der Unschlagbaren von Bayern München droht der Bundesliga noch viel mehr Anti-Fußball. „Wir standen in den letzten Wochen da und dachten, dass es nicht noch defensiver geht - heute wurden wir eines Besseren belehrt“, sagte Weltmeister Philipp Lahm nach dem müden 0:0 bei Eintracht Frankfurt völlig bedient. Das „Erfolgsrezept“ der Hessen wird Schule machen. Diese ungute Befürchtung weckt das Spiel.

In der ersten Halbzeit interessierten sich die Hausherren vor 51. 500 Zuschauern überhaupt nicht für das Tor des Rekordmeisters, wie eine Handball-Mannschaft reihten sich die Eintracht-Profis um den eigenen Strafraum und verteidigten leidenschaftlich jeden Zentimeter. Erst nach dem Wiederanpfiff versuchte Frankfurt wenigstens ein paar Mal mitzuspielen. Für die hessischen Fans mag das aufregend gewesen sein - für neutrale Beobachter eher nicht. Aber gegen den Liga-Dominator scheint es nicht anders zu gehen.

„Natürlich kann der Gegner spielen, wie er will“, sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola, dessen Mannschaft das eine Tor zur Einstellung des Elf-Siege-Startrekords in den fünf europäischen Topligen fehlte: „Fußball läuft nicht immer so, wie du willst - wir müssen uns anpassen.“

Das klappte zuvor gegen die natürlich ebenfalls sehr, sehr defensiv eingestellten Teams aus Köln (4:0), Bremen (1:0) oder Mainz (3:0) noch gut. In Frankfurt erspielte sich das Starensemble trotz etlicher Positions- und Systemwechsel aber einfach nicht genügend Torchancen. „Gegen so eine defensive Mannschaft musst du das 1:0 machen“, sagte Lahm: „Und die Möglichkeiten dazu waren da.“

Arturo Vidal (11.) scheiterte einmal aus kurzer Distanz per Kopf, Douglas Costa (46.) und Robert Lewandowski (24. und 80.) hätten auch treffen können. Viel mehr war nicht. „In den anderen Spielen hatten wir vor dem Tor mehr Glück“, sagte Guardiola: „Wir haben alles getan, um zu gewinnen. Großes Kompliment an meine Mannschaft für ihr großes Herz und dafür, alles probiert zu haben.“

Wollen die Münchner international wieder in die Spur finden, bedarf es am kommenden Mittwoch aber einer Steigerung. Dann gastiert in der Champions League der FC Arsenal in München, der das Hinspiel in London für sich entschieden hatte (0:2).

„Die Bayern, ja, es ist ein freudiges Ereignis, wie wir uns gewehrt haben“, sagte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen nachdenklich: „Trotzdem herrscht auch ein bisschen Resignation.“ Die Lücke würde immer größer werden, die Chancen gegen den Branchenprimus immer geringer. Aber: „Wenn Arsenal das auch so praktiziert, haben wir dazu allemal das Recht“, sagte Bruchhagen: „Heute freuen wir uns erst einmal.“

Fast, aber nur fast hätte es sogar zu einer noch größeren Sensation reichen können: Nach einem katastrophalen Fehler von Bayern-Torwart Manuel Neuer hatte Marc Stendera die Riesenchance zur Frankfurter Führung, Neuer parierte aber und machte seinen Patzer wieder gut (54.). Ein Schreckmoment? „Eigentlich nicht, der Ball ist mir einfach versprungen“, sagte der Weltmeister.

Aber auch mit dem einen, vorher nicht für möglich gehaltenen Punkt konnten die Frankfurter am Ende sehr gut leben. „Wir haben sehr, sehr leidenschaftlich und diszipliniert gespielt“, sagte Trainer Armin Veh, der nach der Kritik der vergangenen, schwachen Spiele mahnte: „Es ist gefährlich, eine Stimmung zu erzeugen, die meiner Mannschaft sicher gar nicht gut tut.“

sid

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