Adidas, Paulaner & Co.

FC Bayern und die Corona-Krise: Drehen die Sponsoren jetzt den Geldhahn zu?

Für viele Unternehmen ist die Corona-Krise eine harte Prüfung. Wie sieht es mit den Sponsoren des FC Bayern und der weiteren finanziellen Unterstützung aus? Wir haben nachgefragt.

  • Der FC Bayern* muss sich wegen der Corona-Krise gedulden, bis wieder Fußball gespielt wird.
  • Die größten Sponsoren des Klubs stecken wegen Corona in argen Schwierigkeiten.
  • Drehen die Partner dem FC Bayern deswegen den Geldhahn zu?

München - Auf der Jahreshauptversammlung, die stets im November stattfindet, darf der FC Bayern sich regelmäßig über neue Rekordzahlen freuen – mal beim Umsatz, mal beim Gewinn, oft auch in beiden Kategorien. Dass Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen auch heuer soumwerfende Zahlen wie in den vergangenen Jahren verkünden darf, istaktuell kaum vorstellbar. Denn: Durch die Corona -Krise geht es auch den großen Sponsoren des deutschen Rekordmeisters immer schlechter. Drehen die Partner dem FC Bayern womöglich sogar (teilweise) den Geldhahn zu? Wir haben nachgefragt.

FC Bayern in der Corona-Krise: Telekom will Vertrag erfüllen

Haupt- und Trikotsponsor Telekom soll jährlich etwa 35 Millionen Euro nach München überweisen, der Vertrag mit dem Bonner Unternehmen läuft noch bis 2023. Auf die Anfrage, ob der FC Bayern trotz der Corona-Pandemie mit der vollen finanziellen Unterstützung der Telekom rechnen kann, teilte das Unternehmen der tz mit: „Wir haben einen gültigen Vertrag, den wir auch erfüllen werden.“

Die Antworten der drei Anteilseigner Audi, Adidas und Allianz, die jeweils 8,33 Prozent der FC Bayern AG halten, lassen tiefer blicken. Audi erklärte: „Unsere Sponsoring-Konzepte sind langfristig ausgelegt. Den weiteren Verlauf der Corona-Krise und die damit verbundenen Folgen kann derzeit niemand abschätzen.“

Der Automobilpartner hat seinen Vertrag mit dem Klub erst kürzlich bis 2029 verlängert, soll seitdem rund50 Millionen pro Jahr bezahlen. Im Statement des Ingolstädter Unternehmens heißt es weiter: „Wir stehen im Dialog mit unseren Partnern im Sport. Gemeinsam suchen wir so einen Weg, unsere Zusammenarbeit auch in der Krise erfolgreich fortzusetzen.“

FC Bayern in der Corona-Krise: Adidas erhält 2,4-Milliarden-Kredit

Die Allianz teilte mit: „Wir sind langjähriger Partner des Vereins seit 2000 und bleiben, alleine schon durch die Allianz Arena, über lange Zeit verbunden. Darauf wirkt sich Corona nicht aus, wir stehen zu unserem Partner FC Bayern.“ Der Versicherungskonzern ist Namensgeber der Arena in Fröttmaning, lässt sich diese Rechte schätzungsweise sechs Millionen Euro pro Saison kosten.

Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge .

Deutlich mehr zahlt Adidas. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach blättert jährlich rund 60 Millionen hin, ist noch bis 2030 an den FCB gebunden. Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass Adidas wegen der Corona-Krise einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 2,4 Milliarden erhält. Umsatz und Gewinn des Unternehmens gingen zuerst in Asien zurück, mittlerweile auch in den anderen Teilen der Welt. Adidas-Sprecher Oliver Brüggen erklärte:„Wir stehen mit all unseren Partnern in engem Kontakt und werden diese auch in der aktuellen Situation weiterhin unterstützen.“

FC Bayern in der Corona-Krise: Paulaner arg gebeutelt

Da Biergärten sowie Restaurants geschlossen sind und die Wiesn wackelt, hat auch Paulaner mit der Corona-Krise zu kämpfen. Die Münchner Brauerei teilte mit: „Unsere Sponsoring-Strategie ist langfristig angelegt. Wir sind auch jetzt im partnerschaftlichen Dialog mit dem FC Bayern München, um Möglichkeiten zu finden, das Paulaner-Sponsoring noch digitaler umzusetzen und auch jetzt so nahe wie möglich bei den gemeinsamen Fans zu sein.“

Schwarz auf weiß werden sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Sponsoren-Unterstützung erst dann ablesen lassen, wenn Finanzvorstand Dreesen auf der Jahreshauptversammlung das Wort ergreift. Klar ist aber: Letzte Saison nahm der FC Bayern 196,5 Millionen durch Sponsoring und Vermarktung ein – mit 27 Prozent der größte Posten in dieser Hinsicht. Dazu haben die insgesamt 30 Partner ihren Teil beigetragen. Inwiefern sie das heuer leisten können, ist völlig offen.

Jonas Austermann

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Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics / sampics

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