20 Minuten Ruhe in den Stadien

Stimmungsboykott in der Bundesliga: FC Bayern-Fans erteilen DFB „Hausverbot“

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Schwiegen am Dienstagabend 20 Minuten lang: Die Fans des FC Bayern München.

Der Zusammenschluss "Fanszenen Deutschland" hat in der englischen Woche zum Stimmungsboykott aufgerufen. Der Protest richtet sich hauptsächlich gegen den Deutschen Fußball-Bund.

Köln - In allen Bundesliga-Stadien waren die Proteste der Fußballfans zu spüren: Mit einem Stimmungsboykott gegen die zunehmende Kommerzialisierung setzten die Anhänger ein Zeichen und schwiegen in den ersten 20 Spielminuten in allen Arenen. Aber auch mit Transparenten und Bannern gaben sie ihrem Missfallen Ausdruck. 

FC Bayern-Fans erteilen Hausverbot für DFB

Die Bayern-Fans zogen während der Partie gegen den FC Augsburg (1:1) ein Plakat vor der Südkurve hoch - aufgemacht wie ein Brief, adressiert an die Zentrale des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main: "Sehr geehrte DFB-Funktionäre, hiermit erteilen wir Ihnen Hausverbot für sämtliche Anlagen und Gebäude der Säbener Straße 51-57 in 81547 München sowie für Veranstaltungen des FC Bayern München e.V. im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße und bei allen Heimspielen des FC Bayern München e.V. in der Fröttmaninger Arena. Mit freundlichen Grüßen."

Den Anfang des "Aktionsspieltages" hatten am Dienstagabend vier Ultra-Fangruppen von Werder Bremen beim frühen Bundesliga-Abendspiel gegen Hertha BSC gemacht. Zwei lange in grün-weiß gehaltene Spruchbänder zogen sich beim Anpfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann quer durch die Ostkurve des Weserstadions. "Spieltagszerstückelung stoppen", wurde gefordert, auf dem anderen Banner stand: "Football is for you and me - not for fucking Pay-TV." 

FC Bayern Südkurve: „Ihr werdet von uns hören - oder auch nicht(s)!" 

Die Kritik richtete sich deutlich gegen die fernsehfreundichen Anstoßzeiten, welchen den "aktiven" Fans aus mehreren Gründen ein Dorn im Auge sind. Schließlich müssen Urlaubstage für den Besuch einer Auswärtsbegegnung unter der Woche geopfert werden. Die Anfeuerung für die Bremer fiel deutlich leiser aus als üblich. "Ich hatte schon Angst, dass mich alle Zuschauer hören können", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Auch bei den anderen Spielen herrschte in den ersten Minuten ziemliche Ruhe und Zurückhaltung auf den Rängen. "Das war schon eine andere Atmosphäre. Die Fans haben sich eben so entschieden, das müssen wir so hinnehmen", meinte Bayern-Verteidiger Niklas Süle.

Die Münchner Südkurve untermauerte den gezeigten "Brief" mit weiteren Spruchbändern: "Ihr werdet von uns hören - oder auch nicht(s)!" und nach Wiederanpfiff "Zwischenzeugnis für den DFB: Auslandsvermarktung: geschwänzt. Montagsspiele: ungenügend. Sportgerichtsbarkeit: Themaverfehlung. Fanfreiheiten: ungenügend. Versetzung gefährdet." 

Stimmungsboykott - Auch die 2. Bundesliga macht mit 

Mit "Nein zum Deutschen Fußball Lobbyismus" (dabei DFL darin rot geschrieben), "Ihr werdet von uns hören - oder auch nicht" machte die Nordkurve in Hannover (1:3 gegen Hoffenheim) auf sich aufmerksam. Bei der Begegnung zwischen Freiburg und Schalke (1:0) schwiegen die Fans der Hausherren, während der Knappen-Anhang ab der 5. Minute durchgängig unterstützte.

Auch in der 2. Liga war es erst einmal sehr ruhig. Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln verfolgten die Anhänger die ersten 20 Minuten der Partie gegen den FC Ingolstadt weitgehend schweigend. Im RheinEnergieStadion waren nur vereinzelte Anfeuerungsrufe der Fans zu hören - ähnlich war es in den anderen Zweitliga-Stadien. Nach 20 Minuten beendeten die Fans ihre Proteste und gingen wieder zur Normalität über. 

Lesen Sie auch: James Opfer der Kovac-Rotation - Bleibt er trotzdem beim FC Bayern?

sid

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