Bemerkenswerte Aussagen

Thomas Müller hebt plötzlich den Finger - Warnung an den FC Bayern: „Das ist viel zu plump“

Thomas Müller reißt den Mund auf und schreit.
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Thomas Müller sammelt mit dem FC Bayern München Titel um Titel. Zuletzt holte er erneut das Triple.

Thomas Müller ist der erfolgreichste deutsche Fußballer aller Zeiten, wenn es nach den Titeln geht. 27 Trophäen hat er schon - wird man da nicht erfolgsmüde? Neue Aussagen lassen aufhorchen.

München - Die nächste Meisterschaft ist schon wieder im Sack - oder? Thomas Müller vom FC Bayern kennt das Titelsammeln nur allzu gut. Kein anderer deutscher Profi hat so viele Trophäen gesammelt wie er - 27 an der Zahl. Auch in diesem Jahr scheint kein Weg an der nächsten Meisterschaft des FC Bayern vorbei zu führen. Was bedeutet Müller die Meisterschaft eigentlich noch?

Thomas Müller (FC Bayern) über die Meisterschaft: „Dieses Metallstück ist einem völlig egal“

„Es geht einem nicht um diese Schale, um diesen Pokal“, so Müller in einem Interview mit dem Kicker. „Dieses Metallstück ist einem völlig egal. Denn kaum ist es gewonnen, geht es schon wieder darum, wer es im kommenden Jahr gewinnt.“

Dennoch scheint die Bundesliga ihren Reiz für Müller nicht verloren zu haben. Er spricht über den Reiz, als Bayern-Spieler ständig gejagt zu werden: „Jeder einzelne Spieler muss da sich und der Außenwelt zeigen, dass er dieses Niveau gehen kann. Darin besteht der Antrieb: Man will das Gefühl haben, dass man zu den Besten gehört und besser ist als alle, die an diesem Wettbewerb teilgenommen haben.“

Thomas Müller: „Die Leichtigkeit aus der Vorsaison ist ein wenig verflogen“

Müller weiter: „Es ist eine besondere Herausforderung, man steht ständig unter Beobachtung, vor allem beim FC Bayern, da ist immer die Lupe drauf.“ Dass dass wirklich auch in diesem Jahr passiert, schien noch vor ein paar Wochen nicht so sicher. Der FCB strauchelte häufiger als sonst. „Die Leichtigkeit aus der Vorsaison ist ein wenig verflogen“, weiß auch Müller. „Im November, Dezember 2020 hatten wir viele knappe Ergebnisse mit ungewöhnlich vielen Gegentoren. Und dass dann die Öffentlichkeit und die ganze Liga danach lechzen, dass dieser FC Bayern endlich vom Thron gestoßen wird, kann ich absolut nachvollziehen.“

Also wieder eine Meisterschaft für die Bayern - weil die Konkurrenz die Patzer auch nicht zu nutzen vermag. Müller ist aber vorsichtig: „Wir sollten es auch nicht übertreiben, dass nur beim FC Bayern Gewinnertypen herumlaufen und woanders nicht. Das ist viel zu plump.“

Thomas Müller (FC Bayern): „Man muss süchtig nach dieser besonderen Challenge sein“

Den Spaß lässt sich Müller aber nicht nehmen. Sein Leben als Fußballprofi sei süß. „Oder hat man den Eindruck, als würde ich es nicht genießen?“, fragt er lapidar und erklärt: „Profisport und Top-Wettkampf sind nicht immer angenehm. Wenn man in diesem Geschäft erfolgreich sein will, muss man süchtig nach dieser besonderen Challenge sein.“

Erst langsam sei er in die Führungsrolle hineingewachsen, die er beim FCB mittlerweile inne hat: „Am Anfang war ich nur ein junger Spieler“, erklärt Müller, „da war Mark van Bommel die Führungsfigur. Dann kam die Ära Lahm-Schweinsteiger, da musstest du nur deinen Job auf deiner Position erledigen und hast dich nicht so um das große Ganze gekümmert. Da hast du nicht überlegt, ob es besser für das Team wäre, wenn sich Schweinsteiger zwei Meter weiter links anbieten würde.“

„Radio“ Thomas Müller und die besondere Wahrnehmung - „... dann ist der Ofen aus“

Erst seit Hansi Flick Trainer sei, „ist meine Rolle in der Mannschaft klar definiert. Dazu gehört auch, es bewusst vorzuleben, dass es bei allen Talenten, die unser Kader hat, nur über den Einsatz eines jeden Einzelnen geht. Das ist sicherlich eine meiner Stärken, dass ich meine Mitspieler mitreißen und animieren kann.“

Diese Führungsrolle kann man auch wegen der Geisterspiele besonders gut hören - die Kommandos von Müller als Flicks „verlängertem Arm“ schallen regelmäßig über den Platz. Aber Müller weiß, dass dies nur positiv wahrgenommen werde, wenn auch die Leistung stimmt. „Wenn es hieße, ich als ‚Radio Müller‘ sei der ‚Organisator‘ und hätte einen Spielradius von zwei Metern und am wenigsten Kilometer auf der Uhr, würde ich die Glaubwürdigkeit verlieren. Dann ist der Ofen aus.“

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